TuS Chemnitz-Altendorf - Geräteturnen

10.10.2011

Prämiert am 10. Oktober 2011 in Dresden

Die Bundesliga-Mannschaft des Vereins: Die Chemnitzerinnen belegten 2010 im Bundesliga-Finale den zweiten Rang.

Auch vom kaiserlichen Verbot und einiger Skepsis der Bevölkerung ließen sich zwei junge Männer um 1860 herum nicht abschrecken. Gegen den Widerstand der Obrigkeit gründeten sie im Westen der Stadt Chemnitz einen Turnverein und bauten um sich herum eine immer größer werdende Gruppe von Turnbegeisterten auf. Heute stellt der TuS 1861 Chemnitz-Altendorf sachsenweit die größte Zahl an Leistungsturnerinnen. Europaweite Erfolge spiegeln den hohen Standard des Leistungssportzentrums wieder. Schon im Jahr 2002 wurden die Chemnitzer mit dem „Grünen Band für vorbildliche Talentförderung im Verein“ ausgezeichnet. Die erneute Prämierung 2011 beweist, dass man auch weiterhin voll auf den Nachwuchs setzt.

Schon zu DDR-Zeiten war Chemnitz Turnleistungszentrum. Dem Verein wurde unter dem damaligen Namen „BSG Motor Karl-Marx-Stadt Altendorf" allein siebenmal der Titel des vorbildlichsten Turnvereins verliehen. In dieser Tradition ging die Vereinsarbeit auch nach der Umbenennung im Wendejahr 1990 weiter. Dabei richtete man den Fokus auch weiterhin auf einen erfolgreichen Nachwuchsbereich. Schon ab dem dritten Lebensjahr können Kinder im TuS 1861 mit dem Turnen beginnen. Der Spaß steht dabei selbstverständlich im Vordergrund, dennoch setzt die Talentförderung so früh wie möglich ein. Dafür sorgt ein qualifiziertes Trainerteam, dem zuletzt allein 14 lizenzierte Trainer angehörten. Und dank einer gezielten Talentsichtung, etwa beim Vorschulwettkampf der Sechsjährigen oder durch die Teilnahme an der Turngala, wächst die Nachwuchsabteilung weiter an. Die Maßnahmen führten 2010 zu 41 Vereinseintritten von Kindern und Jugendlichen.

Der seit 1990 betriebene Aufbau des in verschiedene Sparten untergliederten Leistungssportzentrums schreitet also unverändert voran. Mit großem sportlichen Erfolg. So sorgten oberhalb des Juniorenalters vor allem die beiden 1992 geborenen TuS-Turnerinnen Lisa-Katharina Hill und Joeline Möbius für Topplatzierungen und Medaillen. Möbius nahm 2008 an den Olympischen Spielen in Peking teil und landete mit der deutschen Mannschaft auf Platz zwölf. 2009 konnte sie am Schwebebalken erstmals einen Deutschen Meistertitel gewinnen. Vor allem die Ergebnisse bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im für die Prämierung wichtigen Jahr 2010 zeigen, dass die Chemnitzer in allen Altersklassen über große Talente verfügen. Da wäre zum Beispiel Sophie Scheder, die in der Altersklasse 13 gleich zweimal auf dem Treppchen landete. Eine Altersklasse darüber gewannen in Rosa Schmitz, Griseldis Krümmer und Joanne Kämmler gleich drei Mädchen Medaillen. Und Anna Kalauch sorgte in der Altersklasse 15 für weiteres Edelmetall.

Bei der Jury des „Grünen Bandes“ setzte sich der TuS 1861 gegen starke Mitbewerber aus dem Kunstturnen durch und erzielte in seiner Sportart das beste Ergebnis aller Vereine. Einst das kaiserliche Verbot, heute der starke Konkurrenzdruck – in Chemnitz ist man den Herausforderungen des Turnsports eben traditionell gewachsen.

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