Botschafter Moritz Fürste freut sich auf die Jubiläumsveranstaltung

Quelle: Picture Alliance

Liebe Leser,

so langsam begreife ich, was ich schon vor längerer Zeit entschieden und nun auch verkündet habe: Ich habe in Rio de Janeiro bei den Olympischen Spielen tatsächlich mein letztes Hockeyländerspiel bestritten. Nach elf Jahren und 291 Partien war mit dem Spiel um den 3. Platz tatsächlich Schluss.

Hätte ich mir ein schöneres Ende vorstellen können, als noch einmal eine Bronzemedaille in den Händen zu halten? Ganz ehrlich? Ja. Unser Ziel war Gold, dafür waren wir angetreten. Aber das macht den Sport schließlich aus. Man sollte sich hohe Ziele setzen – aber nichts ist planbar. Du hast mal einen schlechten Tag, andere einen sehr guten. Glück und Pech spielen eine Rolle, und man sollte immer die Leistung des Gegners respektieren. Dann unterliegt man eben auch mal in einem Halbfinale – und umso größer war dann meine Freude, dass ich am Ende meiner internationalen Laufbahn eben doch noch eine Olympiamedaille überreicht bekam. Ich war überglücklich und stolz auf unsere tolle Mannschaft und den ganzen Staff um das Team herum, von den Trainern, den Technikern, dem medizinischen Personal, Leistungsdiagnostikern, Physios, Ausrüstungsexperten und, und, und. Erfolg im Sport ist nie durch einen Einzelnen allein zu erreichen, es müssen immer viele gemeinsam dafür arbeiten.

Deswegen bin ich auch gerne der Einladung gefolgt, am 4. Oktober die Laudatio auf der Jubiläumsveranstaltung zu 30 Jahren das „Grüne Band“ in Berlin zu halten und mich auch weiterhin als „Botschafter“ für dieses tolle Projekt des Deutschen Olympischen Sportbundes und seines Partners Commerzbank für vorbildliche Nachwuchsarbeit im Verein einzusetzen. Seit 30 Jahren werden hier Clubs in ganz Deutschland unterstützt, die eine wunderbare Jugendarbeit leisten. Und man kann kaum ermessen, wie viele Kinder und junge Sportler insgesamt schon in all den Jahren bei ihrem liebstem Hobby Sport unterstützt wurden, wie vielen durch das „Grüne Band“ der Sport überhaupt erst ermöglicht wurde. Niemand hat Buch darüber geführt, wie vielen jungen Sportlern durch die Talentförderung in ihren Vereinen sogar der Weg bis zu den Olympischen Spielen erst ermöglicht wurde. Es werden einige gewesen sein. Auch ich habe in meinem Verein UHC Hamburg von vorbildlicher Talentförderung profitiert.

Für mich hat sich in Rio mit dem „Kleinen Finale“ um Bronze ein Weg vollendet. Für ganz viele junge Sportler aber beginnt solch ein Weg jeden Tag und immer wieder aufs Neue. Und denen und euch kann ich nur sagen: Geht ihn, geht ihn immer weiter. Es gibt nichts Großartigeres als den Sport. Er hat mein Leben bereichert und ich werde mich auch weiterhin immer für ihn einsetzen – wenn auch nicht mehr im Trikot der deutschen Hockeynationalmannschaft.