Sabine Spitz wird auch im nächsten Jahr wieder die Pokale an die großen und kleinen Sportler überreichen.

Liebe Leser,

zum ersten Mal durfte ich in diesem Jahr als Botschafterin für das Grüne Band tätig sein. Ich habe es als große Ehre empfunden, als man mich vor einem Jahr gefragt hatte, ob ich diese Aufgabe übernehmen möchte und habe mich sehr darüber gefreut. Da musste ich gar nicht lange überlegen, denn die Unterstützung der breiten Sportbasis durch die Vereine war schon immer eine Herzensangelegenheit für mich. Ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde und vermutlich ebenso aufgeregt bei der Preisverleihung wie die ausgezeichneten Vereine. Es war eine tolle Erfahrung, auch wenn für mich als Laudatorin sicher noch ein wenig Luft noch oben ist. Aber bekanntlich ist noch kein Meister von Himmel gefallen und meine Talente liegen nun mal vor allem auf dem Rad. Aber auch hier gilt wie im Sport: durch Übung und Training kann man besser und sicherer werden.

Das Wichtigste war für mich als Botschafterin aber ohnehin nicht, Reden zu halten, sondern die Begegnungen mit den Menschen aus den Vereinen in den unterschiedlichsten Sportarten. Es war wirklich toll, zu sehen und zu spüren, mit welcher Leidenschaft der Sport gelebt und geliebt wird. Das ist es, was den Sport in Deutschland trägt und Voraussetzung ist für spätere Medaillengewinne. Die Begeisterung der jungen Athleten für ihre Disziplinen, das Engagement der Ehrenamtlichen, der Trainer, der Eltern und allen, die viel Freizeit und Herzblut investieren, hat mich sehr beeindruckt. Es ist wirklich großartig, mit welchem Einsatz in den Vereinen gearbeitet wird und auch, wie facettenreich der Sport ist. Ich empfand das als eine sehr inspirierende Erfahrung. Deshalb bin ich sehr stolz darauf, diese Botschaft auch im kommenden Jahr nach außen zu tragen.

Aber auch in sportlicher Hinsicht war es für mich ein besonderes Jahr. Eigentlich wollte ich nach den Olympischen Spielen 2016 etwas kürzer treten, es sollte mein erstes Jahr ohne Hochleistungssport werden. Ende 2016 habe ich mich dann aber doch anders entschieden, um die Herausforderung nach überstandener Knieverletzung nochmals anzunehmen. Ich wollte es vor allem mir selbst noch einmal beweisen, zu frustrierend war 2016, als ich einfach durch die Verletzung zu eingeschränkt war und meine Ziele nicht erreichen konnte. Dass dieser Plan aufgehen würde, war natürlich sehr fraglich. Jetzt kann ich aber sagen: Es war sehr erfolgreich. Vor allem Rang zwei beim Cross-Country Weltcup-Auftakt, der deutsche Meistertitel im Cross-Country und die Vize-Weltmeisterschaft im Marathon haben meiner Entscheidung Recht gegeben und gezeigt, dass ich international nach wie vor konkurrenzfähig bin. Der Olympia-Frust bzw. das Verletzungs-Pech vom Vorjahr ist damit zwar nicht vergessen, aber es fühlt sich deutlich besser an als vor Jahresfrist. So kann ich auf ein sehr schönes, erfolgreiches und inspirierendes Jahr 2017 zurückblicken. Ich wünsche gleichzeitig allen Vereinen und Sportlern ein tolles Jahr 2018. Vor allem aber, und das ist das Allerwichtigste, immer viel Spaß beim Sport.

Eure Sabine