Moritz Fürste: "Der Spaß am Wettkampf wiegt all die Anstrengungen auf"

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Liebe Leserinnen und Leser,

ich melde mich in diesen Tagen aus Buenos Aires bei euch, wo ich mit der deutschen Hockeynationalmannschaft das Halbfinale der World League spiele. Unser großes Ziel war es, unter die ersten Vier zu kommen, damit wir uns für das Finalturnier der World League Anfang Dezember in Indien qualifizieren können - und das haben wir gestern geschafft. Wir haben uns in diesem Frühjahr wirklich sehr intensiv auf dieses wichtige Turnier in Argentinien vorbereitet. Außerdem folgt im August mit der Europameisterschaft in London noch ein weiterer Höhepunkt. Schon sechs Lehrgänge mit Länderspielen standen seit der Hallen-WM im Februar an. Immer in einer anderen Stadt, immer volle Pulle Training. Dazu die Bundesliga, es war eine intensive Zeit bislang. Aber der Spaß am Wettkampf und die Freude, auch die internationalen Konkurrenten wiederzusehen und sich mit ihnen zu messen, wiegen all die Anstrengungen auf.  Diese Begeisterung für den Sport an junge Athleten weiterzugeben, sehe ich weiterhin auch als eine meiner Aufgaben als Botschafter für „das Grüne Band“ an. Schon deshalb freue ich mich auch darauf, am 29. Juni mit meinem Nationalmannschaftskameraden Tobias Hauke vom HTHC mit den Nachwuchsspielern eines kleinen Hockeyclubs in Hamburg zu trainieren. Auch dort sind wir für „das Grüne Band“ unterwegs. Denn der Sieger des Publikumspreises, der HTHC, hat sich entschieden, mit seinem Preis einen kleineren Verein zu unterstützen und den Besuch des Sportstars weiterzugeben. Eine tolle Geste.

Vielleicht spornt dieser Tag die jungen Spieler ja noch weiter an und motiviert sie, für ihre großen und kleinen Ziele zu trainieren. Ich möchte euch deshalb kurz von einem Treffen erzählen, das mir persönlich im Gedächtnis geblieben ist. Meine Begegnung mit Roger Federer, den ich als Tennisspieler wirklich sehr bewundere. Ich traf ihn 2008 in Peking mit unserer ganzen Mannschaft beim Essen. Er nahm dort mit seinen Betreuern sein Essen zu sich, ganz normal. Wie er tatsächlich ist. Als er fertig war, war es für ihn mit der Ruhe vorbei. Unglaublich viele Menschen kamen zu ihm. Sie baten um ein Autogramm, machten ein Foto mit ihm. Auch wir vom Hockeyteam sind dann zu ihm hingegangen. Roger war wirklich nett, interessiert, hat mit uns ebenso wie mit den anderen Fans geredet. Er mag zwar Millionen verdient haben, weil er eben in einer besonders populären Sportart erfolgreich ist, aber man merkte ihm immer den Respekt vor anderen Athleten an. Die große Achtung auch für uns Hockeysportler, die halt zufällig weniger berühmt waren als er.

Auf jeden Fall hat mich dieses Erlebnis in meiner Meinung bestärkt, dass Sportler alle eine große Familie sind. Uns einen die gleichen Ziele, der faire Wettkampf, der Respekt vor der Leistung und der Persönlichkeit des Mitbewerbers. Für die Vereine, die sich mit ihrer Nachwuchsarbeit um „das Grüne Band“ 2015 beworben haben, geht es natürlich auch um diese sportlichen Werte abseits von Ergebnissen und Zeiten, so wie es in der Vergangenheit ja auch immer der Fall war. Ich freue mich jedenfalls schon darauf, im Herbst die Sieger des Grünen Bandes 2015 persönlich kennenzulernen.

Jetzt aber geht es erst einmal darum, dass wir mit dem Hockeyteam auf die nächsten großen Spiele vorbereiten. Drückt uns bitte die Daumen.

 

Bis dann

Euer Moritz