Moritz Fürste: Zurück nach Indien

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Liebe Leser,
wenn ihr diesen Blog lest, bin ich bereits nach Indien abgeflogen. Mit der Nationalmannschaft nehmen wir am ersten Finalturnier der World League teil. Die besten acht Mannschaften der Welt treffen dort in einem Turnier aufeinander, da wird es heiß hergehen, nicht nur wegen des Klimas.

Wir haben mit Argentinien, Indien und den Niederlanden schöne Brocken in der Gruppe. Alle Teams werden sich belauern, schauen, wie die anderen schon drauf sind, und man probiert vielleicht auch noch ein paar Dinge aus. Dieses Turnier wird auch für das Prestige wichtig sein, man kann sich bei den Gegnern Respekt verschaffen. Das ist für uns auch deswegen besonders wichtig, weil uns ja ganz kurzfristig Anfang November unser Trainer Markus Weise verlassen hat.

Das war für uns zunächst einmal ein Schock. Wir Spieler und der Trainerstab hatten fest damit gerechnet, bis zu den Olympischen Spielen in Rio ein Team zu sein. Das hatten wir uns alle vorgenommen. Dass nun ausgerechnet Markus letztendlich eine andere Entscheidung getroffen hat, ist natürlich ärgerlich. Für uns geht es schließlich direkt weiter.

Man muss aber auch sagen, dass Markus uns vom Mannschaftsrat von Anfang an in seine Pläne eingeweiht hatte. Alles lief sauber und fair ab. Wir haben uns daraufhin im Team zusammengesetzt und gesagt: Jetzt erst recht. Wir schauen jetzt nach vorne und nicht mehr zurück. Die ersten beiden Testspiele ohne Markus konnten wir schon gegen England gewinnen.  

Darüber, wie wir und auch die Damenmannschaft uns im nächsten Dreivierteljahr auf die Spiele in Rio vorbereiten, soll übrigens unter dem Titel „Ecke, Schuss, Gold“ ein Dokumentarfilm entstehen. Ein tolles Projekt, das die ehemalige Nationalspielerin Rebecca Landshut initiiert hat und für das ich gerne als Botschafter zur Verfügung stehe. Die Kamera wird immer dabei sein, in der Kabine, auf dem Spielfeld, in Besprechungen, auch bei den Sportlern im normalen Alltag. Ich hoffe, der Film wird wirklich auch umgesetzt.

Apropos Indien. Dort werde ich ja ab 22. Januar wieder in der Profiliga spielen. Nachdem ich 2013 und 2014 für Ranchi Rhinos aktiv war, haben mich in diesem Jahr die Kalinga Lancers verpflichtet. Das ist ein Team aus der Stadt Bhubaneswar. Habt ihr noch nie gehört? Ganz ehrlich? Ich vorher auch nicht. Sie hat über 800.000 Einwohner und liegt im Nordosten von Indien am Indischen Ozean. Angeblich gibt es dort Hunderte Hindutempel, einige davon gelten als sehr bedeutend.

Auf jeden Fall gibt es wieder viel zu erleben und zu sehen. Ich freue mich schon sehr darauf, denn meine beiden ersten Indien-Aufenthalte mit den Ranchi Rhinos waren unvergessliche Erlebnisse, die mir nur durch den Sport ermöglicht wurden. Die Einstimmung auf die World League jetzt mit den Honamas, der Nationalmannschaft, kommt da gerade recht. Drückt uns die Daumen.

Ich wünsche euch eine schöne Vorweihnachtszeit.  

Euer Moritz

Quelle: Medienmannschaft