„Eine der besten Talentschmieden in Deutschland“: Simon Ernst (TSV Bayer Dormagen)

Bild: Ingrid Anderson-Jensen

Als der TSV Bayer Dormagen 2010 zum zweiten Mal in seiner Historie mit dem „Grünen Band für vorbildliche Talentförderung im Verein“ prämiert wurde, trug auch Simon Ernst das Trikot der Nordrhein-Westfalen. Der Spielmacher ist inzwischen gestandener Bundesligaspieler und Handball-Europameister 2016. Im Interview sprach er über seinen Ausbildungsverein

Der TSV Bayer Dormagen wurde 2003 und 2010 mit dem „Grünen Band“ prämiert. Was zeichnet die Nachwuchsarbeit im Verein aus Ihrer Sicht aus?

Die Nachwuchsarbeit wird mit viel Herzblut betrieben. Es gibt sehr, sehr engagierte Trainer und eine gute Infrastruktur mit Vollzeit- und Teilzeitinternat. Außerdem haben viele Jungs wie ich im Verein gespielt, die einfach Bock hatten, sich zu verbessern und dafür jeden Tag mehrere Stunden Zugfahrt in Kauf genommen haben.

Offensichtlich mit Erfolg …

Alleine aus der damaligen B-Jugend, in der ich gespielt habe, haben sechs Spieler den Schritt in die Bundesliga geschafft. Ich denke, man kann mit Recht behaupten, dass der Verein eine der besten Talentschmieden in Deutschland in den letzten Jahren ist. Es kommen auch jetzt wieder starke Jahrgänge nach.

Weil sich der Verein inzwischen einen guten Namen erarbeitet hat?

Genau! Im Handballverband Mittelrhein ist die Frage „Gummersbach oder Dormagen?“, wenn man ein wenig Talent hat und von seinem Heimatverein weggehen will. Auch dieser Zweikampf macht es sehr interessant, weil man einen sehr, sehr starken Konkurrenten vor der Tür hat - als Anreiz und als Gradmesser.

Sie müssen derzeit mit einem Kreuzbandriss pausieren und werden daher neben dem Bundesligaauftakt auch die EM im Januar verpassen. Wie geht es Ihnen?

Mir geht es soweit ganz gut. Es läuft alles nach Plan. Die OP ist jetzt über zehn Wochen her und bisher gab es keine Komplikationen. Mehr kann man sich nicht wünschen. Die Ärzte und Physiotherapeuten sind zufrieden und ich kann die Belastungen, wenn sie erhöht werden, bisher auch problemlos wegstecken. Ich bin daher ganz optimistisch.

Aus Ihrer eigenen Erfahrung: Welchen Rat bzw. Tipp würden Sie jungen Talenten für ihre sportliche Karriere mitgeben?


Es gibt keinen Königsweg, es gibt viele verschiedene Wege, wie man den Erfolg erreichen kann. Man muss diszipliniert und ehrgeizig sein, einen klaren Kopf bewahren und in allen Situationen positiv bleiben, weil es nicht immer bergauf gehen wird. Und ganz wichtig: Man darf den Spaß nicht verlieren!

 

Text: Medienmannschaft