"Glaub an euch und eure Leistungsfähigkeit": Marie-Louise Dräger (ORC Rostock)

Foto: Jens Witte

Mehrere WM- und EM-Titel sowie drei Olympia-Teilnahmen: Marie-Louise Dräger gehörte in den vergangenen 18 Jahren zur Leistungsspitze der deutschen Ruderer. Nach den Spielen von Rio de Janeiro beendete sie ihre Karriere. Im Interview erklärt Dräger, was ihren Verein ORC Rostock auszeichnet und was entscheidend dafür ist, dass es ein Talent bis ganz nach oben schafft …

Der ORC wurde 2011 mit dem „Grünen Band für vorbildliche Talentförderung im Verein“ prämiert. Was zeichnet die Nachwuchsarbeit im Verein aus Ihrer Sicht aus?


Beim ORC trainieren alle Altersklassen zusammen. Die „Kleinen“ können die „Großen“ beim Training sehen und sich nicht nur etwas abschauen, sondern sich von ihnen und ihren Erfolgen motivieren lassen. Der Trainerstab arbeitet Hand in Hand. Talente werden sehr schnell gesichtet und gefördert.

Sie sind selbst im Juniorenalter nach Rostock gekommen. Welche Bedeutung hat der Verein für Ihre Karriere?

Ich verdanke dem Verein, aber besonders auch meinem Trainer, vieles. Ich bin im ORC sportlich groß geworden. Der Verein stand meist hinter mir.

Der ORC schrieb zu Ihrem Karriereende auf seiner Website, mit Ihnen verabschiede sich eine der "erfolgreichsten Athletinnen der vergangenen Jahre“. Wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken: Welches Erlebnis ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?

Es gibt so viele Erlebnisse, an die ich mich gerne erinnere. Es wäre unfair sich ein spezielles heraussuchen zu müssen. Aber wenn ich müsste, sind die letzte zwei Jahre im Zweier mit Fini Sturm ein tolles Erlebnis gewesen. Wir haben uns gut ergänzt und sehr viel Spaß miteinander gehabt.

Was ist aus Ihrer Sicht der entscheidende Faktor dafür, ob es ein Talent bis in die Leistungsspitze schafft?

Man muss den Biss haben, gegen sich selbst und die Gegner zu kämpfen. Es ist ja nicht der Wettkampf alleine. Das Training macht den Meister! Viele können sich im Training nicht mehr so quälen. Ich hatte immer Spaß daran, an die Grenzen zu gehen. Dies muss man auch um in der Leistungsspitze anzukommen. Der weiche Weg funktioniert dort nicht!

Aus Ihrer eigenen Erfahrung: Welchen Rat bzw. Tipp würden Sie jungen Talenten - egal, aus welcher Sportart - für ihre sportliche Karriere mitgeben?

Glaubt an euch und eure Leistungsfähigkeit. Der erste, entscheidende Kampf beginnt nämlich im Kopf!