SC DHfK Leipzig: Sieben Auszeichnungen in 20 Jahren - und weiterhin erfolgshungrig

Die Radrennfahrer sind nicht die einzige Abteilung in dem 1954 gegründeten Verein, die mit dem "Grünen Band" ausgezeichnet wurde. Bild: picture alliance

Der SC DHfK Leipzig ist einer der erfolgreichsten Vereine in der Geschichte des ‚Grünen Bandes’; seit 1995 wurde der Sportclub siebenmal ausgezeichnet. Das Erfolgsrezept? Ein starkes Kollektiv. So soll es in Zukunft weitergehen. Präsidiumsmitglied Manfred Große erklärt selbstbewusst: „Wir wollen probieren, jedes Jahr eine Abteilung beim ‚Grünen Band‘ zu platzieren.“

Nach der Auszeichnung ist vor der Auszeichnung. Jedenfalls in Leipzig. Als die Radrennfahrer des SC DHfK im Oktober bei der großen Veranstaltung in der Messestadt feierlich prämiert wurden, fehlte ausgerechnet der Mann, der den Erfolg erst möglich gemacht hatte: Abteilungsleiter Roland Hempel. Er weilte stattdessen mit seinen Athleten im Trainingslager – beim DHfK ruht man sich schließlich nicht auf seinen Lorbeeren aus. Stolz war er natürlich trotzdem: „Das ist eine große Ehre“, erklärt Hempel glücklich, die Prämierung zeige „die außerordentliche Entwicklung“. Der Abteilungsleiter betont: „Das war und ist immer unsere Zielstellung: Den Nachwuchs vom Anfänger zum leistungsfähigen Rennfahrer zu entwickeln.“

Die Radrennfahrer sind jedoch nicht die einzige Abteilung in dem 1954 gegründeten Verein, denen eine hervorragende Jugendarbeit bescheinigt wird: In den vergangenen 20 Jahren wurden bereits die Schwimmer (1995), Leichtathleten (1996), Kanuten (2009), Wasserspringer (2011) und Flossenschwimmer ausgezeichnet - letztere gleich zweimal (2005 und 2012). „Im Verein stimmt einfach die Struktur“, ist Manfred Große, der als Abteilungsleiter Wasserspringen im Präsidium sitzt und 2011 die Bewerbung seines Ressorts beim ‚Grünen Band’ forcierte, überzeugt. „Wir haben eine sehr gut arbeitende Geschäftsstelle und sind auch in den einzelnen Abteilungen gut aufgestellt.“

Während in vielen anderen Vereinen jede Abteilung vor sich hin ‚wurschtelt’, setzt man beim Sportclub aus Leipzig auf das große Ganze. Die Mitgliederzahl wurde in den vergangenen Jahren auf über 7.500 Mitglieder gesteigert, was für Große ein entscheidender Faktor ist: „Unsere vielen Fitnesssportler sind für die Talente der verschiedenen Sportarten eine sichere Bank“, sagt das Präsidiumsmitglied überzeugt, stützt sich der teure Wettkampfsport doch auf die Mitgliedsbeiträge all jener Sportler, die nicht selbst an Wettkämpfen teilnehmen.

Auch für Dirk Franke ist das Kollektiv das Erfolgsrezept des ‚Grüne-Band’-Dauergasts. 19 Jahre war er beim DHfK engagiert, zunächst als Übungsleiter im Flossenschwimmen, später als Abteilungsleiter. Er erlebte so die beiden Prämierungen 2005 und 2012 hautnah mit. Und obwohl er inzwischen am Olympiastützpunkt arbeitet und nicht mehr beim DHfK aktiv ist – er ist weiterhin Mitglied. Und betont: „Wir haben es beim SC immer verstanden, viele Sportler, Trainer und Ehrenamtliche einzubinden. Gemeinsam mit dem großen Verein im Rücken, sorgt dies einfach für ein günstiges Umfeld, das durch die Universität und die Sportschule noch gestützt wird.“ Das Vereinsgelände ‚Am Sportforum‘ bietet ebenfalls beste Bedingungen.

Trotz des großen Vereins im Rücken bedeutete das Preisgeld, das mit dem Gewinn des ‚Grünen Bandes’ verbunden ist, stets eine wichtige Finanzspritze für die erfolgreichen Bewerber: „5.000 Euro sind gerade für die kleinen Abteilungen ein großer Batzen“, weiß Franke. Die Flossenschwimmer investierten das Geld in ihre Nachwuchsarbeit, in Trainingslager und neue Flossen. Bei den Wasserspringern steckte man das Geld in zusätzliche Übungsleiter und Wettkampfkosten, zudem wurde einer ehemaligen Wasserspringerin eine B.A.-Ausbildung im Verein ermöglicht. Und was haben die Radrennfahrer vor? „Die Prämie verwenden wir für neue Rennräder, damit unsere Anfänger gleich mit gutem Material starten können und unsere Nachwuchsfahrer im Wettkampf konkurrenzfähig sind“, verspricht Hempel. „Für unsere Besten werden wir auch Zeitfahrmaterial besorgen, damit sie bei den nationalen Wettkämpfen mitfahren können.“

Beim DHfK geht es nicht nur um den schnellen Erfolg. Der Verein setzt auf Nachhaltigkeit in seiner Jugendarbeit. Die bereits zweimal ausgezeichneten Flossenschwimmer sind dafür das beste Beispiel. „Wir hatten immer im Hinterkopf, dass wir die Sportart auf breite Füße stellen müssen“, betont Franke. Deshalb werden beim DHfK nicht nur die Spitzentalente gefördert – der Verein nimmt auch Kinder und Jugendliche auf, die ihren Sport ‚nur‘ aus Spaß betreiben wollen. Perfekte Basisarbeit eben. Nicht zuletzt darum sagt Große: „Der Verein ist für uns längst ein Zuhause geworden.“

Wenn es nach den Vereinsverantwortlichen geht, soll genau dieser Weg auch in den kommenden Jahren beibehalten werden – natürlich gerne verbunden mit weiteren Prämierungen durch die Jury. „Wir wollen probieren, jedes Jahr eine Abteilung beim ‚Grünen Band‘ zu platzieren“, erklärt Große. Auch mit seinen Wasserspringern will er sich irgendwann wieder bewerben. Die Erfolgsaussichten sind traditionell ziemlich gut.

Quelle: Medienmannschaft