Olympische Spiele und International Business Studies

"Eliteschülerin des Sports 2011" Gesa Krause, hat die Olympischen Spiele in London fest im Blick.; copyright: picture-alliance/rumpenhorst
Flash is required!

Gesa Krause erzählt im Interview, was sie 2012 alles vor hat und was den Reiz des Laufens für die „Eliteschülerin des Sports 2011“ ausmacht.

Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zum Titel. Was bedeutet dir die Auszeichnung „Eliteschülerin des Jahres 2011“?

Der Preis ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Es war nicht immer einfach Schule und Sport miteinander zu verbinden. Wenn man dann alles geschafft hat und im Nachhinein eine solche Auszeichnung bekommt, dann bedeutet es ja, dass man die Aufgaben wirklich gut hinbekommen hat. Für mich persönlich zählt hier auch die schulische Komponente, denn für Erfolge im Sport wird man schneller geehrt. Aber bei diesem Preis zählt, dass man die zwei Bereiche parallel erfolgreich bewältigt.

Welchen Anteil hatte die Eliteschule des Sports in Frankfurt an deinen Erfolgen?

Ich habe am Olympiastützpunkt Frankfurt gewohnt und dort meine kompletten sportlichen Aktivitäten absolviert. Das waren optimale Trainingsbedingungen. Die Carl-von-Weinberg-Schule hat zusammen mit dem Olympiastützpunkt alles getan um mich zu unterstützen. Wir haben abgesprochen, was Lerninhalte während der Trainingslager sein würden, und mir wurde Training am Vormittag ermöglicht. Wenn es Probleme oder Fragen gab, war die Schule immer ansprechbar. Die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert.

Wie bist du zur Leichtathletik bzw. zum Laufen gekommen?

Ich habe früher viele Sportarten ausprobiert. In der zweiten Klasse hat mich ein Schulfreund mit zur Leichtathletik genommen. Da habe ich anfangs alle Disziplinen gemacht. Mein erster Wettkampf war bei einem Crosslauf, da bin ich auf Anhieb Zweite geworden und habe gemerkt, dass mir das Laufen ganz gut liegt. Mit 14 habe ich mich dann endgültig auf den Lauf spezialisiert.

Was fasziniert dich an deiner Sportart?

Das Tolle am Laufen ist, dass man es überall betreiben kann. Ein Paar Turnschuhe, bequeme Klamotten - und schon kann man überall trainieren. Egal an welchem Ort der Welt ich bin, ich kann meinen Sport betreiben. Außerdem ist Laufen etwas sehr geselliges. Man kann beim Dauerlauf immer noch miteinander reden –einen gewissen Trainingsstand vorausgesetzt. Was mich auch reizt ist der Wettkampf Mann gegen Mann. Wenn man die Herausforderung liebt, macht es auch Spaß sich mit anderen im direkten Duell zu messen.

Du warst gerade im Trainingslager in Andalusien. Wie beschäftigt man sich eigentlich abseits der Trainingseinheiten?

Ich fahre sehr gerne in Trainingslager, weil ich es liebe zu reisen. Ich war bereits in 48 Ländern. In Andalusien war ich mit fünf Mädels, das war etwas ganz Neues für mich. Wenn wir kein Training hatten, haben wir auch viel zusammen unternommen - wir sind ans Meer gegangen oder zum Kaffetrinken. Ich versuche abseits der Trainingseinheiten aber auch zur Ruhe zu kommen und lese dann zum Beispiel.

Dieses Jahr steht mit London 2012 ein weiteres Highlight vor der Tür. Wie sieht deine Planung in Richtung Olympische Spiele aus?

Die Qualifikation für die Spiele ist mein absolutes Ziel. Im vergangenen Jahr habe ich die geforderte Norm dreimal unterboten. Das hat mir gezeigt, dass ich in der Lage bin diese Zeit zu laufen. Ab Mai beginnen die Qualifikationswettkämpfe für London. Schon seit dem Herbst haben wir das ganze Training und die Wettkampfplanung auf das große Ziel ausgelegt. Die Leistungen des letzten Jahres und mein Wintertraining stimmen mich positiv und optimistisch, dass ich in London dabei sein werde.

Du planst 2012 auch ein Studium aufzunehmen? Kannst du uns darüber was erzählen?

Bis zum Sommer konzentriere ich mich nur auf den Sport. Danach möchte ich gern ein Studium beginnen, das ich neben dem Sport machen kann. Ich reise gerne und interessiere mich sehr für Fremdsprachen. Englisch und Französisch habe ich in der Schule gelernt, spanisch würde ich gerne noch lernen. Ich tendiere momentan zu einem Studium im Bereich International Business. Es gibt ein Leben nach dem Sport und darauf möchte ich mich auch vorbereiten. Aber natürlich möchte ich den Sport dann nicht aufgeben.

Welche anderen Sportarten findest du spannend?

Ich komme selten dazu andere Sportarten zu betreiben. Mir gefällt Biathlon sehr gut. Ich habe auch schon öfters Langlauf gemacht, da es als Ausdauersportart ganz gut zum Laufen passt. Geschossen habe ich aber noch nie.

Steckbrief

Name: Gesa Felicitas Krause

Geburtsdatum: 3.8.1992

Wohnort: Frankfurt am Main

Verein: LG Eintracht Frankfurt

Sportart seit: 2000

Größte Erfolge bisher: Teilnahme an der Leichtathletik-WM, U-20-Europameisterin 3000m Hindernis

Aktuelles Ziel: Qualifikation für London 2012

Vorbilder: Habe ich kein bestimmtes. Ich versuche von verschiedenen Persönlichkeiten Dinge abzuschauen

Hobbys: Freunde treffen, reisen

TV: ich habe keinen Fernseher

Film: Forrest Gump

Essen: Salat mit Garnelen, Kuchen

Gefällt mir: Interessante Menschen treffen und quatschen

Gefällt mir nicht: Antriebslosigkeit, Arroganz