Erst Olympia, dann Abitur

Tom Liebscher wurde beim Neujahrsempfang des DOSB im Frankfurter Römer als "Eliteschüler des Sports 2011" ausgezeichnet; copyright: picture-alliance/rumpenhorst
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Der dreifache Kanu-Juniorenweltmeister Tom Liebscher gibt im Interview Einblicke in erschöpfende Trainingslager im sonnigen Süden und seinen Weg zu den Olympischen Spielen.

Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zum Titel. Was bedeutet dir die Auszeichnung „Eliteschüler des Jahres 2011“?

Es ist vor allem eine Ehre, so eine Auszeichnung verliehen zu bekommen. Ich hatte ein super Jahr mit drei Junioren-Weltmeistertiteln, da denkt man gerne dran zurück. Ich nehme die Auszeichnung auch als Motivation mit für das Jahr 2012 und die anstehenden Qualifikationswettkämpfe für die Olympischen Spiele.

Wie hat dich die Eliteschulen des Sports in Dresden auf deinem Weg unterstützt?

Ohne die Eliteschule des Sports wäre es mir sicher nicht möglich Leistungssport in dieser Form zu betreiben. Die Schule hilft an vielen Stellen. Es gibt die Schulzeitstreckung von zwölf auf 13 Jahre und auch die Lehrer gehen individuell auf uns ein, zum Beispiel durch Einzelunterricht oder Lehrgangsaufgaben, die sie uns mitgeben, wenn wir Fehltage haben. Auch wenn man Nachholbedarf an der einen oder anderen Stelle spürt, kommuniziert man mit den Lehrern und arbeitet daran. Das läuft alles sehr unkompliziert an unserer Schule.

Wie bist du zum Kanurennsport gekommen?

Ich habe 2003 angefangen und bin durch meine Schwester dazu gekommen. Die hat bereits im Verein gepaddelt und ich habe öfter zugeschaut. Da hat mich der Trainer so lange genervt bis ich gesagt habe: „ok, jetzt probier ich es mal, damit der mich in Ruhe lässt.“

Was gefällt dir besonders an deiner Sportart?

Es ist eine Outdoor-Sportart, man ist draußen in der Natur an der frischen Luft. Das hat was. Außerdem kommt man viel herum in der Welt. Im Winter fährt man dann ins Trainingslager ins Warme. Das macht doch Spaß! Übermorgen fliege ich für drei Wochen nach Florida - das ist nicht schlecht!

Apropos Trainingslager, wie beschäftigt man sich eigentlich abseits der Trainingseinheiten?

Naja, das ist so eine Sache. Bei den vielen Einheiten, die wir machen bleibt nicht viel vom Tag. Zwischen dem Training am Morgen und am Vormittag liege ich eigentlich nur im Bett zu Regeneration. Danach geht es zum Mittagessen mit anschließendem Mittagsschlaf. Am Nachmittag haben wir meist nochmal zwei Einheiten. Da ist abends nicht mehr viel geboten, man geht noch kurz an den Laptop und dann eigentlich ins Bett. Es ist gar nicht so einfach die schulischen Lehrgangsaufgaben parallel zu bewältigen, aber da wird der Umfang vorher mit den Lehrern gut abgestimmt.

Deine Erfolge im Jahr 2011 sprechen für sich. Jetzt steht das größte Sportereignis der Welt vor der Tür. Wie sieht die Planung in Richtung Olympische Spiele in London aus?

Mir kommt die Schulzeitstreckung entgegen, da ich erst 2013 Abitur mache. So habe ich mehr Freiraum für das Training in diesem Jahr. Ich bin auch schon öfter im Trainingslager gewesen als noch in der Vorbereitung auf das vergangene Jahr. Mein Fokus richtet sich auf die Qualifikationswettkämpfe für die Olympischen Spiele im Mai und Juni. Ich mache mir aber keinen Druck und hoffe, dass es klappt mit der Teilnahme.

Wenn du nicht deine Sportart ausüben würdest. In welchem Job würdest du gerne arbeiten wollen?

Ich glaube ein Leben ohne Sport wäre viel zu langweilig für mich. Ich kann mir gar nicht vorstellen jeden Tag nur in die Schule zu gehen. Ohne Sport – das ginge gar nicht!

 

Steckbrief

Name: Tom Liebscher

Geburtsdatum: 3.8.1993

Wohnort: Dresden

Verein: KC Dresden

Sportart seit: 2003

Größte Erfolge bisher: 3x Juniorenweltmeister 2011, Junioreneuropameister 2010, Silbermedaille Youth Olympic Games Singapur 2010

Streckenlängen: 200m, 500m, 1000m

Aktuelles Ziel: Gutes Abschneiden bei Qualifikationswettkämpfen für London 2012

Sportliche Vorbilder: Ronald Rauhe

Hobbys: Surfen, Modellbau

TV: ich habe keinen Fernseher

Essen: Gänsekeule, mit Rotkraut und Klößen

Gefällt mir: mein Sport

Gefällt mir nicht: überzogene Erwartungen an Sportler