Die Sieger im Vereinswettbewerb „Starke Netze gegen Gewalt“ (Teil 1)

27.01.2016

In einer Serie werden die Sieger des Vereinswettbewerb „Starke Netze gegen Gewalt“ vorgestellt. Den Anfang macht der Karateverein Zanshin Siegerland.

Zanshin ermöglicht es Frauen und Mädchen durch Selbstbehauptung und Selbstverteidigungstraining etwas für ihre Selbstsicherheit zu tun. Foto: Zanshin Siegerland

Der Verein wird vom DOSB im Vereinswettbewerb ausgezeichnet. Foto: Camera4

Auch im vergangenen Jahr hat der DOSB mit Unterstützung des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) den Vereinswettbewerb „Starke Netze gegen Gewalt“ durchgeführt. Ziel ist es, Sportvereine auszuzeichnen, die sich im Rahmen der DOSB-Aktion mit Partnern/innen vernetzen und gemeinsam über die Ursachen von Gewalt an Frauen informieren, auf notwendige Hilfe- und Präventionsmaßnahmen aufmerksam machen und ein starkes Bündnis gegen Gewalt knüpfen.

Totale Wachsamkeit: Der Karateverein Zanshin Siegerland

Das Ziel des Vereins ist es, das Thema "Gewalt an Frauen" öffentlich zu machen. Mit der Gewaltprävention wollen sie über Gewaltverbrechen und Täterverhalten aufklären. Durch Selbstbehauptung und Selbstverteidigungstraining soll es jeder Frau und jedem Mädchen ermöglicht werden, etwas für ihre Selbstsicherheit zu tun. Um möglichst viele Mädchen und Frauen anzusprechen und das Thema aus der Tabuzone zu holen, kooperiert der Verein u.a. mit dem Familienbüro, der städtischen Gleichstellungsbeauftragten und mit Beratungsstellen. Neben den klassischen Selbstbehauptungstrainings gibt es Angebote wie Elternabende, Netzwerktreffen und Kurse an Schulen.

Drei Fragen an den Verein:

Was sind die Inhalte ihrer Kurse?

Ein wichtiges Element unserer Kurse ist Zanshin. Zanshin bezeichnet einen körperlichen und geistigen Zustand erhöhter Wachsamkeit, Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration in Gefahrensituationen.

Nur das Element Leere ermöglicht dem Karateka jene totale Wachsamkeit, die man Zanshin nennt. Es ist eine konzentrierte und bewußte Form der  Aufmerksamkeit, die auf den Gegner gerichtet ist, ohne jedoch an ihm zu haften. In einem Zustand, totaler Wachsamkeit ist der Karateka zu blitzartigen Kampfaktionen bereit. Man erfaßt den Gegner mit seinem Bewusstsein total, ohne dabei das eigene Zentrum zu verlieren. Das gelingt nur, wenn das eigene Bewußtsein "leer" ist von Angst, Wut, aggressiver Absicht oder Zweifel und statt dessen bereit ist zur totalem Wahrnehmung der Situation.

Wir wollen Teilnehmerinnen in ihrer Wahrnehmung von bevorstehenden Gewaltsituationen sensibilisieren. Sie sollen lernen sich aufmerksam in ihrem alltäglichen Leben zu bewegen. Gleichzeitig sollen Sie keine Angst dabei haben, sondern Ruhe bewahren können, weil sie sich ihrer Fähigkeiten bewusst sind. Sie lernen auch etwas über Täterstrategien, Körpersprache und Opfersignale. Nur so können Sie Selbstbewusst auftreten und Gefahren frühzeitig aus dem Weg gehen, damit Sie am besten erst gar nicht eine Gewalterfahrung machen. Durch Rollenspiele erlernen die Teilnehmerinnen Verhaltensweisen die ihnen in Gewaltsituationen weiterhelfen und wir üben mit Ihnen einfache aber Wirkungsvolle Selbstverteidigungstechniken damit Sie sich im Ernstfall verteidigen zu können.

Wer sind Ihre Kooperationspartner und was hat Ihr Netzwerk für eine Bedeutung für die Vereinsarbeit?

Die wichtigsten Kooperationspartner sind die Beratungsstelle „IFPAKE - Mädchen in Not“ aus Kreuztal und das Familienbüro der Stadt Hilchenbach. Zu unserem Netzwerk gehören aber auch mehrere Schulsozialarbeiterinnen, Schulen und Kita-Leitungen, sowie die Gleichstellungsbeauftragten mehrerer Städte. Durch die Zusammenarbeit können wir uns mit unseren jeweiligen Fähigkeiten gut ergänzen und so für die Teilnehmerinnen qualitativ gute Angebote anbieten. So ist für nächstes Jahr ein gemeinsames Projekt für Mädchen von Beratungsstelle, Schulsozialarbeit und Zanshin-Siegerland an einer Hauptschule geplant. Jeder über-nimmt, seinen Fähigkeiten entsprechend, dabei die Leitung für einen Teil des Kurses.

Was nehmen Sie mit dem Preisgeld in Angriff?

Das Preisgeld wird vor allem für die weitere Qualifizierung und Erweiterung unseres Trainerteams genutzt. Darüber hinaus werden damit neue Trainings- und Unterrichtsmaterialien für unsere Präventionskurse finanziert.

(Quelle: DOSB)


 
 

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