Gemeinsam Verantwortung übernehmen

04.10.2017

Bei der 12. Frauen-Vollversammlung des DOSB wurde deutlich, dass Frauen die Zukunft Sportdeutschlands aktiv mitgestalten.

Die Frauen-Vollversammlung aus der Vogelsperspektive

Petra Tzschoppe (re.), Alfons Hörmann und Helke Behrendt (Vizepräsidentin LSB Bremen) folgen aufmerksam den Vorträgen.

Es gibt viele Gelegenheiten, Kontakte zu pflegen und neu zu knüpfen. Alle Fotos: DOSB

Rund 130 Teilnehmende der Frauen-Vollversammlung tagten am 29. und 30. September in Bremen. Sie zogen eine erste Zwischenbilanz, wie die im Vorjahr beschlossenen „Strategischen Eckpunkte des DOSB im Themenfeld Gleichstellung“ umgesetzt werden. Deren Anliegen ist es, eine Kultur der Vielfalt im Sport zu fördern und damit einen wichtigen Beitrag zur weiteren Sportentwicklung zu leisten.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann bekräftigte in seinem Grußwort, mit dem er zudem über aktuelle DOSB-Themen berichtete, wie wichtig die Perspektive von Frauen für alle Arbeitsfelder im DOSB ist. Trotz bereits erreichter Erfolge für Frauen im Sport seien noch Veränderungen notwendig. Angesichts etwa der mitunter schwierigen Suche nach qualifizierten Ehren- und Hauptamtlichen „wäre es geradezu unverantwortlich, das riesengroße und so wertvolle Potenzial der Frauen nicht zu nutzen“ betonte er.

Vier Handlungsfelder im Fokus

Im Zentrum der zweitägigen Veranstaltung standen die mit dem Strategie-Beschluss benannten vier Handlungsfelder „Gleichstellung in Führungspositionen“, „Förderung von Trainerinnen und Kampfrichterinnen“, „Kampf gegen sexualisierte Gewalt“ sowie „Geschlechtergerechte Darstellung in den (Sport)-Medien“. Zu diesen waren vier Arbeitsgruppen eingerichtet worden. Die Delegierten erhielten inhaltliche Einblicke in die bisherige Tätigkeit der AGs und nutzten die Gelegenheit, die AG-Mitglieder kennenzulernen. Deren Expertise stammt sowohl aus den Mitgliedsorganisationen als auch aus anderen gesellschaftlichen Feldern wie Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien. Und es sind keineswegs nur Frauen, da die AGs in Umsetzung der im DOSB geltenden Geschlechterquote konsequent mit Expertinnen und Experten besetzt wurden.

Auch Männer wirkten mit

Petra Tzschoppe, DOSB-Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung, zeigte sich daher erfreut über eine Frauen-Vollversammlung, an der so viele Männer wie noch nie aktiv mitwirkten. Sie betonte, dass „ kluge, erfolgreiche Gleichstellungspolitik nur gelingt, wenn Frauen und Männer gemeinsam an diesem Strang ziehen.“ Der aus ihrer Sicht wichtigste Trend des zurückliegenden Jahres sei die spürbar gewachsene Bereitschaft Vieler, aktiv mitzugestalten. Sie hob neben den AGs das Engagement der Delegierten zum Deutschen Frauenrat ebenso heraus wie das mit dem Mentoringprogramm geknüpfte Netzwerk. Dazu gehört die Gruppe der Sprecherinnen ebenso wie das enge Zusammenspiel von Ehrenamtlichen mit dem hauptberuflichen Team. Den Dank an alle Beteiligten verband sie mit der Feststellung: „So viel positive Energie, ein starker Zuwachs an Expertise und mehr Frauen und Männer, die gemeinsam Verantwortung übernehmen – diese Entwicklung gilt es fortzusetzen.“

Delegierte positionieren sich für demokratische und vielfältige Gesellschaft 

Auch im Parlamentarischen Teil der 12. Frauen-Vollversammlung verdeutlichten die Delegierten ihren Anspruch, die Zukunft Sportdeutschlands aktiv mitzugestalten. In die laufende Diskussion zur Entwicklung des Leitbildes des DOSB brachten sie sich mit einem Beschluss ein. Mit diesem begrüßen die Delegierten der Frauen-Vollversammlung grundsätzlich die im Selbstverständnis formulierten Aussagen und den bisherigen partizipativ gestalteten Prozess. Sie fordern den DOSB auf, die Mitgliedsorganisationen auch weiterhin intensiv einzubinden. Dabei sei im weiteren Strategieprozess Geschlechtergerechtigkeit inhaltlich und sprachlich durchgängig zu berücksichtigen.

Im Bewusstsein, dass das Engagement für Chancengleichheit von Frauen auf allen Ebenen des Sports nicht ohne gesellschaftlichen Bezug geschieht und von gesellschaftspolitischen Entwicklungen beeinflusst wird, verabschiedeten die Delegierten eine „Bremer Erklärung“, mit der sie sich klar für eine demokratische und vielfältige Gesellschaft positionierten.

Gelegenheit für intensiven Austausch boten somit nicht nur die Workshops zu den vier Handlungsfeldern. Netzwerke wurden während der gesamten zwei Tage und nicht zuletzt beim Abendempfang anlässlich der Verleihung des Gleichstellungspreises geknüpft. Der Landessportbund Bremen, vertreten durch den Präsidenten Andreas Vroom und die Vizepräsidentin Helke Behrendt, präsentierte sich als hervorragender Gastgeber für eine hochrangige Tagung.

(Quelle: DOSB)

 
 

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