Blindenreportage im Fußball

09.03.2016

Schon seit Jahren setzt sich die Fußball-Bundesliga dafür ein, dass Sehbehinderte und Blinde die Spiele in den Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga verfolgen können.

Fan Gerhard Stoll und die Blindenreporter von Bayer 04 Leverkusen Philip Wegmann und Dorian Aust. Foto: DFL

Als erster Club hat Bayer 04 Leverkusen die Blindenreportage im Jahr 1999 beim Spiel gegen den SSV Ulm 1846 eingeführt. Heute bieten fast alle Profi-Clubs diesen Service an.

Nun bildet ein in Europa einzigartiges Kompetenzzentrum für Sehbehinderten- und Blindenreportage (ZSBR) Blindenreporterinnen und Blindenreporter aus und weiter. Diese Reporter beschreiben – anders als bei einer Radioübertragung – nicht nur die packenden Spielszenen, sondern den kompletten Spielverlauf, sodass blinde und sehbehinderte Fans die Begegnung besser verfolgen können.

In der vorigen Woche hat das Kompetenzzentrum mit Unterstützung von Spieler Ömer Toprak, Bayer 04 Leverkusen, seinen Service in der Leverkusener BayArena der Öffentlichkeit vorgestellt. „Fußball lebt von Emotionen, die man nirgendwo besser erleben kann als live im Stadion“, sagte Toprak. „Als Spieler bin ich froh, dass wir durch die Blindenreportage auch die Unterstützung von Sehbehinderten und Blinden erfahren dürfen. Es ist beeindruckend, was die Blindenreporter leisten.“

„Das Zentrum unterstützt die Clubs der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga darin, durch das qualitativ hochwertige Angebot der Blindenreportage sehbehinderten- und blinden Fans eine echte Teilhabe am Stadionbesuch zu ermöglichen.", sagte der Präsident der AWO, Wilhelm Schmidt. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat das von der DFL Deutsche Fußball Liga initiierte Zentrum gemeinsam mit der Aktion Mensch und der DFL weiterentwickelt, damit die Blindenreportage bundesweit auf dem gleichen qualitativ guten Niveau angeboten werden kann. „Bislang war die Qualität der einzelnen Reporter sehr unterschiedlich“, sagte Björn Naß, der Leiter des Kompetenzzentrums. In Fortbildungen rund um ihre Clubs werden die Interessierten nun regelmäßig geschult, um eine professionelle Weiterentwicklung der Blindenreportage zu gewährleisten.

Auf der kürzlich freigeschalteten Homepage des Kompetenzzentrums sind auch einzelne Blindenreportagen von Spielen der Bundesliga und der 2. Bundesliga zu hören. Ziel ist es, die Reportagen möglichst vieler Spiele im Nachgang online auf der Homepage des Projektes zur Verfügung zu stellen – jetzt steht bereits eine erste Auswahl zur Verfügung.

Die Bundesliga stellt sich mit den Blindenreportagen einmal mehr ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und setzt sich für die Teilhabe sehbehinderter und blinder Menschen am Erlebnis Fußball ein“, sagte Thomas Schneider, Leiter Fanangelegenheiten der DFL. Denn die Begeisterung im und durch den Sport führt Menschen auf Augenhöhe zusammen und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. „Sport ist daher ein idealer Treiber für Inklusion – da wird Behinderung zur Nebensache“, sagte Armin von Butlar, Vorstand der Aktion Mensch.

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(Quelle: DFL)


 
 

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