Projekt „Qualifiziert für die Praxis: Inklusionsmanager/innen für den gemeinnützigen Sport“

Das Projekt zur nachhaltigen Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit schwerer Behinderung im gemeinnützigen Sport wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus Mitteln der Ausgleichsabgabe gefördert. Insgesamt erstreckt sich das Projekt über viereinhalb Jahre und ist in zwei Phasen unterteilt. In beiden Phasen werden je 10 Stellen für Sport-Inklusionsmanager/innen in Sportverbänden und -vereinen geschaffen. Sportorganisationen und Sportvereine können sich als Projektpartner bewerben und erhalten dann eine auf zwei Jahre befristete finanzielle Förderung zur Einstellung von Menschen mit Schwerbehinderungen als Sport-Inklusionsmanager/innen. Die erste Phase beginnt am 1. Januar 2017. Die zweite Phase startet am 1. Juli 2018; Bewerbungen hierfür können nach einer weiteren Ausschreibung in der 2. Jahreshälfte 2017 abgegeben werden. Das Projekt wird über die gesamte Laufzeit durch eine Projektleitung im DOSB begleitet.

Aktuelles

Am 16. September hat eine Jury zehn von insgesamt 25 Sportorganisationen ausgewählt, die ab Januar 2017 eine Stelle für den Sport-Inklusionsmanager/ die Sport-Inklusionsmanagerin gefördert bekommen.

Hier geht es zum Bericht über das Auftakttreffen der Sport-Inklusionsmanager/innen im DOSB am 20. Februar!

...aus den Teilprojekten!

Anfang Januar haben die ersten Sport-Inklusionsmanager/innen ihre Tätigkeit aufgenommen. Vera Thamm, die bei der DJK ihre erste Arbbeitsstelle nach dem Studium aufgenommen hat, stellt sich mit einem Video als Sport-Inklusionsmanagerin vor:

Ziel des Projektes

Inklusion im und durch Sport ist für den gemeinnützigen Sport schon lange ein wichtiges Thema. In einer Vielzahl von Sportangeboten, Aktionen, Konzepten, Maßnahmen und Programmen wird sie in Sportvereinen und Sportverbänden bereits gelebt. Gleichwohl ist die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an Bewegungs-, Spiel- und Sportangeboten sowie in den Strukturen des organisierten Sports noch nicht überall und flächendeckend selbstverständlich. Um Inklusion im und durch Sport weiter voran zu bringen, sollen schwerbehinderte Menschen im gemeinnützigen Sport zu Sport- Inklusionsmanager/innen qualifiziert und eingesetzt werden. Langfristige Zielsetzung ist es, den Anteil von hauptberuflich beschäftigten Menschen mit Schwerbehinderungen in den Sportverbänden und –vereinen nachhaltig zu erhöhen. Schwerbehinderte Menschen sollen in Mitgliedsorganisationen des DOSB ihre persönliche und allgemeine Expertise zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit in den gemeinnützigen Sport einbringen. Gleichzeitig soll der gemeinnützige Sport dahingehend sensibilisiert werden, die Potenziale der schwerbehinderten Menschen - auch als mögliche Arbeitnehmer/innen - zu erkennen und Inklusion in der Mitarbeiterschaft zu leben.

Außerdem werden im Rahmen des Projektes zwei Fortbildungsmodule für Trainer/innen und Übungsleiter/innen sowie für Vereinsmanager/innen und Jugendleiter/innen entwickelt. Diese werden in ausgewählten Verbänden erprobt und implementiert. Durch die Pass-und Anschlussfähigkeit in das bestehende System der DOSB-Rahmenrichtlinien (Curriculum der DOSB-Lizenzausbildung) wird eine optimale Durchdringung und Nachhaltigkeit angestrebt. Ziel der Fortbildungen ist der Erwerb von Handlungskompetenzen im Themenfeld der Inklusion im Sportverein. Da die Fortbildungen inklusiv, also gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderung, durchgeführt werden, soll dem bei der Konzeption des Fortbildungsmoduls, insbesondere auch der didaktischen Aufbereitung des Lehrgangs, Rechnung getragen werden. Die Barrierefreiheit der Angebote hat hierbei eine zentrale Rolle.

Mit Hilfe des Projektes soll für die Themenstellung sensibilisiert, und es sollen best practice Beispiele sowie Erfahrungen für die weitere Umsetzung der Inklusion im und durch den Sport generiert werden.

Die 1. Phase

Am 16. September 2016 hat eine Jury bestehend aus Vertretern und Vertreterinnen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, des Deutschen Behindertensportverbandes, des Deutschen Gehörlosensportverbandes, von Special Olympics, der DOSB Führungsakademie, dem Deutschen Behindertenrat sowie des DOSB zehn Sportorganisationen ausgewählt, die ab Januar 2017 eine Stelle für den Sport-Inklusionsmanager über einen Zeitraum von zwei Jahren finanziert bekommen. Menschen mit Behinderung können sich ab sofort direkt bei den folgenden Sportorganisationen bewerben:

Aus Berlin

Pfefferwerk e.V. gemeinsam mit dem Landessportbund Berlin

 

Aus Niedersachsen

• Behindertensportabteilung des Vereins für Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück e.V.

• Schützenbund Niedersachsen e.V. (SBN)

• Turn-Klubb zu Hannover

 

Mit Sitz in Hessen

• Deutscher Motor Sport Bund e.V.

• Deutsche Turnerjugend im DTB e.V.

 

Aus Baden-Württemberg

• Badischer Behinderten- und Rehabilitationssportverband e.V.

 

Mit Sitz in Nordrhein-Westfalen

• Turnverein Ratingen 1865 e.V.

• Stadtsportbund Aachen e.V.

• DJK-Sportverband

 

Insgesamt ist der Jury die Auswahl nicht leicht gefallen, denn alle der insgesamt 25 Bewerbungen hatten gute Ideen und Konzepte für das Themenfeld Inklusion. Der Projektplan sieht vor, dass ab dem 1. Januar 2017 zehn Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mit Behinderung für mind. zwei Jahre im Themenfeld Inklusion aktiv werden. Innerhalb dieser zwei Jahre werden die Sport-Inklusionsmanager/innen zusätzlich durch Qualifikationsmodule und Fortbildungen weitergebildet.

Die 2. Phase

Die 2. Phase des Projektes startet am 1. Juli 2018. Interessierte Sportorganisationen können sich nach einer weiterene Ausschreibung ab der zweiten Jahreshälfte 2017 dafür bewerben. Nähere Informationen zum Bewerbungsverfahren finden Sie unten stehend. Genaue Fristen und Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Das Bewerbungsverfahren

Was wird der beteiligten Sportorganisation bzw. dem Sportverein geboten?

• Die beteiligte Sportorganisation bzw. der Sportverein erhält die Personalkosten für eine Stelle „Sport-Inklusionsmanager/in“ im Umfang von 30 Wochenstunden und über einen Zeitraum von 2 Jahren. Die Eingruppierung erfolgt gemäß der Eingangsqualifikation und des Aufgabenbereichs in Absprache mit dem DOSB. Der entsprechende Sportverband oder Sportverein stellt als Arbeitgeber ein und nimmt die Dienst- und Fachaufsicht wahr.

• Arbeitgeber und Sport-Inklusionsmanager/innen erhalten eine Beratung über die gesamte Projektlaufzeit durch die DOSB-Projektleitung.

• Die DOSB-Projektleitung unterstützt wenn nötig die Arbeitgeber beim zuständigen Integrationsamt in der Beantragung von behinderungsbedingten Assistenzen, von Umbauten oder der Anschaffung von Hilfsmitteln.

• Die/der Sport-Inklusionsmanager/in erhält Job-Coaching über die Führungs-Akademie des DOSB.

• Der DOSB organisiert für die Arbeitgeber drei Projekttreffen innerhalb der zweijährigen Laufzeit u.a. zum Erfahrungsaustausch.

Was wird von der Sportorganisation bzw. dem Sportverein verlangt?

• Die Sportorganisation bzw. der Sportverein sieht Inklusion als Querschnittsaufgabe und wird dies als Grundhaltung in ihrem Verantwortungsbereich umsetzen. Sie/er ist motiviert, notwendige und Inklusionsprozesse unterstützende Veränderungen anzugehen und umzusetzen.

• Es gibt eine Bereitschaft, die Stelle nachhaltig zu sichern.

• Der Arbeitgeber übernimmt die laufenden Sachkosten für die Stelle inkl. der Raummiete und der Nutzung der Büroinfrastruktur. Darüber hinaus stellt der Arbeitgeber Sachmittel in Höhe von mindestens 2000€ pro Jahr zur Verfügung, die sowohl als Etat für Inklusionsmaßnahmen als auch für Reisekosten der/ den Inklusionsmanager/in genutzt werden.

• Die Sportorganisation bzw. der Sportverein stellt eine verlässliche hauptamtliche Begleitung der Sport-Inklusionsmanager/innen in der Geschäftsstelle sicher und beschreibt die damit verbundenen Aufgaben in ihrer/seiner Bewerbung.

• In der Stellenbeschreibung für den/die Sport-Inklusionsmanager/in wird die Teilnahme an den halbjährlich vom DOSB angebotenen Seminaren, an einer Übungsleiter-, Vereinsmanager- oder Verbandsmanagerausbildung und an zwei Fortbildungsmodulen zur Umsetzung der Inklusion aufgeführt. Die dafür anfallenden Kosten (Reisekosten, Übernachtung, Teilnahmegebühr) werden über die DOSB-Projektleitung abgerechnet.

• Die Arbeitgeber wie auch die Sport-Inklusionsmanager/innen erklären sich bereit, ihre Erfahrungen im Projekt gegenüber der wissenschaftlichen Begleitung darzulegen und regelmäßig zu dokumentieren. Nach Absprache können ausgewählte Erfahrungen veröffentlicht werden.

• Die Sportorganisation bzw. der Sportverein legt eine befürwortende Stellungnahme des jeweiligen Dachverbandes (Landessportbund oder Spitzen-/Bundesverband) zur Bewerbung vor.

Wer kann sich wie bewerben?
Mitgliedsorganisationen des DOSB, deren Untergliederungen und Sportvereine können sich der zweiten Jahreshälfte 2017 für die zweite Phase ab 1. Juli 2018 bewerben. Hierzu muss ein Online Bewerbungsformular ausgefüllt werden sowie eine befürwortende Stellungnahme Ihres Dachverbandes (Landessportbund oder Spitzen/Bundesverband) vorliegen. Beachten Sie, dass die Stellen ausschließlich Menschen mit Schwerbehinderungen vorbehalten sind.

Termine und Fristen

• Einstellung des/der Sport-Inklusionsmanagers/in: 1. Januar 2017

• Ende der ersten Projektphase: 31. Dezember 2018

• Einstellung des/der Sport-Inklusionsmanagers/in: 1. Juli 2018

• Ende der zweiten Projektphase: 31. Juli 2020

 

Die Auswahl der Sportorganisationen nimmt eine extra einberufene Jury des DOSB vor, die auf der Grundlage der eingereichten Anträge die Auswahl der beteiligten Sportverbände und Sportvereine vornehmen wird.

 
 

Olympia Partner

Sport für Alle Partner

Olympia Partner

Sport für Alle Partner