Inklusion leben – gemeinsam und gleichberechtigt Sport treiben

Sehende und blinde Judoka sitzen in der Umkleide
Foto: DOSB

Inklusion im und durch Sport

Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist im deutschen Sport ein wichtiges Thema und in einer Vielzahl von Sportangeboten, Aktionen, Konzepten, Maßnahmen und Programmen in den Sportvereinen und Sportverbänden verankert. Einen neuen und grundlegenden Impuls erlangte dieser Prozess mit der Verabschiedung des „Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ (UN-Behindertenrechtskonvention) durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen, in der die Inklusion als verpflichtend festgeschrieben wurde. Inklusion ist für uns der Anspruch, die selbstbestimmte, gleichberechtigte und gleichwertige Teilnahme und Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderungen im und durch Sport zu ermöglichen. Bewegung, Spiel und Sport sind besonders geeignet das gegenseitige Kennenlernen und Zusammenwirken von Menschen mit und ohne Behinderungen zu fördern, den Gedanken der selbstbestimmten, gleichberechtigten Teilhabe im Bewusstsein zu verankern und Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft zu stärken. Sport bringt Menschen in Bewegung, fördert das Miteinander sowie die Mobilität, verbessert körperliches und psychisches Wohlbefinden, stärkt das Selbstbewusstsein und macht vor allem Spaß. In den Sportvereinen und Sportverbänden des DOSB wird Inklusion in einer Vielzahl von Maßnahmen bereits gelebt. Es gilt diese Aktivitäten weiter auszubauen und immer mehr Möglichkeiten für ein gemeinsames Sporttreiben zu schaffen.

Begriffserklärung Inklusion - Integration

Der Begriff der Inklusion gewinnt durch die UN-Behindertenrechtskonvention mehr und mehr Beachtung. Doch seine Verwendung ist nach wie vor nicht eindeutig festgelegt, und Integration und Inklusion werden mit unterschiedlichen Bedeutungen in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft verwendet.

 Der DOSB verbindet mit den beiden Begriffen Integration und Inklusion vergleichbare inhaltliche Konzepte, die auf dem Verständnis beruhen, dass Integrations- und Inklusionsprozesse dem Ideal einer gleichberechtigten Partizipation, der Teilnahme und der Teilhabe an den Leistungen des Sports folgen und langfristig und kontinuierlich angelegt werden; diese Prozesse sind auf eine gezielte Unterstützung angewiesen. Der DOSB versteht Inklusion und Integration gleichermaßen als das gleichberechtigte, selbstbestimmte und teilhabende Sporttreiben aller Menschen in ihrer Vielfalt und Heterogenität.

Auch wenn Integration und Inklusion demnach auf vergleichbaren Konzepten beruhen, haben Menschen mit Behinderung einerseits und Migrantinnen und Migranten andererseits jeweils unterschiedliche Erwartungshaltungen und Bedarfe, und sie benötigen auf ihre spezifischen Erfordernisse zugeschnittene Maßnahmen und Aktivitäten. So sind z.B. Eingriffe in die Infrastruktur, wie z.B. bauliche Veränderungen in Sportstätten und deren Zugänglichkeit, Voraussetzung für das gemeinsame Sporttreiben von behinderten und nichtbehinderten Menschen, während beim gemeinsamen Sport von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund vor allem kulturell und religiös bedingte Verschiedenheit oder fremdsprachliche Barrieren zu überwinden sind. Deshalb verwenden wir auf der Grundlage des bisherigen Sprachgebrauches im Sport den Begriff der Integration für Migrantinnen und Migranten und den Begriff der Inklusion für Menschen mit Behinderung. Damit wollen wir an die bereits bestehenden vielfältigen Aktivitäten in Sportorganisationen und im Vereinssport anknüpfen, die Wiedererkennung erleichtern und weitere spezifische Maßnahmen für beide Zielgruppen in die Wege leiten.

Lesen Sie zur Vertiefung die wissenschaftliche Expertise zu den Begriffen "Diversität, Inklusion, Integration und Interkulturalität" .

 
 

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