Mediengespräch mit Yusra Mardini

18.03.2016

100 Journalisten aus über 60 Ländern besuchten die Pressekonferenz im Haus des Sports.

Die Pressekonferenz mit der 17-jährigen Schwimmerin Yusra Mardini aus Syrien stieß auf großes Interesse bei den Medien (Foto: LSB Berlin)

Die Pressekonferenz mit der 17-jährigen Schwimmerin Yusra Mardini aus Syrien stieß auf großes Interesse bei den Medien (Foto: LSB Berlin)

Das IOC hat bekanntgegeben, dass an den Olympischen Spielen in Rio auch ein Athletenteam mit Flüchtlingen teilnehmen wird. Eine Athletin, die Chancen hat, sich für dieses Team zu qualifizieren, ist die 17-jährige Schwimmerin Yusra Mardini aus Syrien. Sie besucht seit Februar die Sportschule im Olympiapark Berlin und trainiert bei den Wasserfreunden Spandau 04. Die Kooperation zwischen der Sportschule im Olympiapark, dem LSB Berlin und den Wasserfreunden Spandau 04 ermöglicht ihr beste Bedingungen für Training und schulische Bildung.

Am Freitag berichtete sie bei einem DOSB-Mediengespräch vor rund 100 Journalisten aus über 60 Redaktionen, u. a. aus China, Brasilien und USA, über ihr Leben und ihren Trainingsalltag. An dem Gespräch nahmen auch IOC-Vertreter Pere Miro, DOSB-Vorstandsvorsitzender Michael Vesper und LSB-Präsident Klaus Böger sowie ihr Trainer Sven Spannekrebs teil.

Klaus Böger berichtete bei der Pressekonferenz u. a. darüber, dass schon über 130 Berliner Vereine Sport für Flüchtlinge und mit Flüchtlingen anbieten: „Die Angebote richten sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, an Männer und Frauen, also an alle Altersgruppen. Fußball ist besonders beliebt. Aber auch die Angebote in anderen Sportarten werden sehr gern genutzt, zum Beispiel in traditionellen Sportarten wie Turnen, Reiten, Boxen, Leichtathletik, Ringen und Schwimmen oder in Trendsportarten wie Zumba, Klettern, Taekwondo, Modern Dance und Badminton. Für Menschen mit Behinderung wird zusätzlich unter anderem Rollstuhl-Sport angeboten.“ Die Vereine werden vom Landessportbund, vom Berliner Senat und mit Mitteln aus dem Bundes-Programm „Integration durch Sport“ finanziell unterstützt, sagte er. Mit dem Geld würden zum Beispiel Sportgeräte und Sportkleidung gekauft sowie Übungsleiter und Fahrkosten bezahlt. Es gibt dafür zahlreiche Förderprogramme. Außerdem hob er zwei Bildungsmaßnahmen hervor: Der LSB bietet Übungsleitern, die mit Flüchtlingen arbeiten, spezielle Fortbildungen an, zum Beispiel „Interkulturelle Kompetenz“, „Geschlechterrollen“ und „Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen“. Zudem bildet der LSB bildet zu Übungsleitern im Breitensport aus. 20 junge Frauen und Männer unter anderem aus Syrien, Irak und Ägypten absolvieren gegenwärtig diese Ausbildung an der Sportschule. Das Projekt ist eine Kooperation des LSB mit Berliner Wirtschaftsunternehmen. Die jungen Männer und Frauen sind zwei Tage in der Woche in der Sportschule und arbeiten drei Tage in der Woche als Praktikant in den Betrieben. Außerdem ging er darauf ein, dass gegenwärtig zahlreiche Sporthallen nicht zur Verfügung stehen, weil dort Flüchtlinge untergebracht sind: „Wir fordern, dass die belegten Hallen so schnell wie möglich wieder für den Sport zur Verfügung gestellt werden. Damit der Sport seiner Aufgabe gerecht werden kann, ein Motor der Integration zu sein.“

(Quelle: LSB Berlin)