9 Fakten zum Jungen Engagement (Fakt 2)

14.02.2018

Mit „9 Fakten zum Jungen Engagement“ wird in den kommenden Wochen auf die Rahmenbedingungen von freiwilligem Engagement junger Menschen im Sport aufmerksam gemacht.

Ehrenamtliches Engagement als Ausgleich zum stressigen Alltag. Foto: LSB NRW

Fakt 2 „Die Leistungsgesellschaft“

Es ist nicht selbstverständlich, dass junge Menschen sich in ihrer Freizeit freiwillig im Sportverein engagieren. Auch sie sind bereits Teil unserer Leistungsgesellschaft und spüren deren Folgen. Veränderte Strukturen in den Schulen und Hochschulen, wie z.B. die verkürzte Schulzeit durch G8 oder die Ganztagsschule, führen zu enormem Zeitdruck und wenig Freizeit: 84 % der Kinder und Jugendlichen haben oft das Gefühl, für Dinge, die Spaß machen, keine Zeit zu haben. Auch die Umstellung auf die Bachelor- und Masterabschlüsse an den Hochschulen haben deutliche Auswirkungen auf das Engagement von jungen Menschen. Insbesondere Studierende finden immer weniger Zeit für ein Engagement: In den Jahren von 1999 bis 2009 sank ihre Engagementquote von 21,9% auf 13,4%.Durch die Anforderungen der Schule und die Erwartungen der Eltern erleben junge Menschen schon früh Leistungsdruck, der zu Stress führen kann: 18% der Kinder und 19% der Jugendlichen sind stark gestresst. Ob eine Aktivität von Kindern und Jugendlichen als Stress empfunden wird oder nicht, hängt u.a. davon ab, ob es sich um eine fremd- oder selbstbestimmte Aktivität handelt: 85,6 Prozent der gestressten Kinder dürfen in der Freizeit nicht selbst entscheiden. 60,2 Prozent werden nur manchmal bis nie nach ihrer Meinung gefragt.

Ein freiwilliges Engagement im Sportverein bietet jungen Menschen einen Ausgleich und Freiraum für eine selbstbestimmte Freizeitgestaltung. Junges Engagement im Sport ermöglicht es jungen Menschen, sich einzubringen, eigene Ideen zu verwirklichen und eigene Interessen zu entfalten. Die partizipativen Angebote der Jugendarbeit im Sport bieten jungen Menschen Raum für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Moderne und flexible Engagementmöglichkeiten gehen auf die veränderten zeitlichen Rahmenbedingungen ein und erleichtern jungen Menschen den Einstieg in ein Ehrenamt.Deshalb lautet der Appell der Deutschen Sportjugend (dsj) an die Politik:Junges Engagement in der Jugendverbandsarbeit im Sport langfristig und nachhaltig fördern!Der dsj-Vorstand hat dazu ein Positionspapier beschlossen und fordert, Engagementförderung durch Jugendverbände im Sport zu verstetigen:

Positionspapier der Deutschen Sportjugend zum Thema "Engagementförderung"

Quellen:
Braun, Sebastian (2011): Ehrenamtliches und freiwilliges Engagement im Sport. Sportbezogene Sonderauswertung der Freiwilligensurveys von 1999, 2004 und 2009.
Opens external link in new windowStatistisches Bundesamt (Zugriff 23.01.2018)

(Quelle: dsj)


 
 

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