Qualität für Kitas – ohne Bewegung undenkbar

15.09.2017

Die Deutsche Sportjugend hält die Zuschüsse des Bundes für Kitas für eine lohnende und überfällige Investition in die Zukunft der Jugend. Doch es braucht auch Räume für Bewegung.

Kinder brauchen Platz für Bewegung. Foto: LSB NRW

Die Kinder- und Jugendministerin Dr. Katharina Barley hat es versprochen. In Kitas wird die Qualität steigen. Ab 2018 soll es vom Bund eine Milliarde Euro geben. In den Folgejahren soll dieser Zuschuss auf fünf Milliarden Euro ansteigen und vom Bund an Länder und Kommunen für die Qualitätsentwicklung in Kitas fließen. Die Deutsche Sportjugend hält dies für eine lohnende und überfällige Investition in die Zukunft der Jugend.

Aber Qualität – was heißt das?

Es geht in den vorliegenden Plänen um die wichtigen Rahmenbedingungen: flexiblere Öffnungszeiten, verbesserte Betreuungsschlüssel und damit mehr Zeit für das einzelne Kind. Es soll eine Ausbildungsvergütung für Erzieherinnen eingeführt, mehr Fachkräfte ausgebildet und mehr Gesundheitsförderung für Beschäftige angeboten werden. All das wird in der Tat viel Geld – wie gesagt richtig investiertes Geld – kosten.

Neben den Rahmenbedingungen in dem geplanten Qualitätsentwicklungsgesetz für Kitas muss es aber auch um Inhalte der pädagogischen Arbeit gehen. Wir lesen, dass Kinder in von Frau Barley besuchten Kitas sprachliche, musische, naturwissenschaftliche Erfahrungen sammeln sollen. Können sie denn auch Bewegungserfahrungen machen? Oder erwirbt „homo erectus junior“ alle Kompetenzen im Sitzen? Und führt dies im gleichen Stile in der Schule fort?

Wir wissen – manchmal mehr theoretisch als praktisch – um die positive Wirkung früher Bewegungsangebote sowohl auf biologisch-motorische als auch auf die geistig-seelische, soziale und sogar auf die kognitive Entwicklung.

Es gibt in Deutschland immer mehr Kitaplätze. Aber haben wir auch gleichzeitig immer mehr Raum für Bewegung? Dieser muss bei Neubau und Gestaltung von Kita systematisch eingeplant werden. Hier liegt ein so wichtiger Lern-, Erfahrungs- und Entfaltungsraum für Kinder. Sie sollen rollen, springen, rennen, schwingen, werfen, drehen.

In dem Diskussionsprozess, so das Bundesfamilienministerium und die Fachministerinnen und Fachminister der Länder, seien alle relevanten Akteure seit 2014 beteiligt gewesen. Die Sportverbände waren es jedoch nicht. Sie und sicherlich auch die Sportwissenschaft stehen mit ihrer Expertise zu vielfältigen Kinderbewegungsangeboten, die Wohlbefinden, Entfaltung, Selbstbewusstsein stärken und Selbstwirksamkeit erfahrbar machen, zur Verfügung.

Der jährliche Bewegungskalender der Deutschen Sportjugend mit Ideen zu Bewegungsangeboten findet bei Erzieherinnen reißenden Absatz. Die Bewegungskitas in manchen Bundesländern, zum Teil in Trägerschaft von Sportverbänden, haben erprobte Konzepte. Es gibt einen Bedarf an mehr Angeboten dieser Art und in das Qualtitätsversprechen für Kitas muss die Bewegungsförderung explizit integriert und Bewegungsraum systematisch eingeplant werden.

(Quelle: dsj/Martin Schönwandt, Geschäftsführer der Deutschen Sportjugend und DOSB-Vorstand Jugendsport)


 
 

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