Was steht in der DSB-SPRINT-Studie? Teil 3

Wie wird ein sportives Schulklima gefördert, wie verhindert? In einer Teilstudie sollten solche Faktoren ermittelt und mit authentischen Aussagen von Sportlehrkräften sowie von Schülerinnen und Schülern belegt werden. Bei dieser qualitativen Studie von Dr. Jessica Süßenbach und Prof. Dr. Werner Schmidt (Universität Duisburg-Essen) wurden insgesamt 219 Interviews an 25 Schulen durchgeführt und als Fälle hinsichtlich der Kennzeichen eines sportiven Klimas ausgewertet.

 

Als ein wichtiger Faktor gelten die Einstellung und die Haltung der Schulleitung gegenüber dem Schulsport. Sie bestimmen wesentlich das sportbezogene Handeln und die sportliche Atmosphäre in der Schule. Dazu gehören im Schulalltag auch kollegiale Absprachen bezüglich der organisatorisch-formalen Gestaltung des Sportunterrichts bis hin zum fachlichen Austausch untereinander über Ziele und Inhalte. Wichtigster Schritt dabei ist die Verankerung von Bewegung und Sport im Schulprogramm. Sportlehrkräfte wünschen sich auch eine positive Anerkennungskultur hinsichtlich ihres außerunterrichtlichen Engagements (sei es bei der Durchführung von internen Schulturnieren oder sei es bei regionalen Schulwettkämpfen).

 

Jungen und Mädchen schätzen den Sportunterricht sehr positiv ein: „Ohne Sport ist man nicht gut in der Schule“, sagt ein Schüler aus der 4. Klasse. Eine „gute“ Sportstunde aus Schülersicht eröffnet Erfolgserlebnisse und breite Könnenserfahrungen, bietet soviel Bewegung wie möglich und so viel Gespräche wie nötig, fordert eine Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft und ermöglicht Mitbestimmung. Zur Lehrerrolle gehört anscheinend auch, dass diese zumindest zeitweilig aktiv werden: „Es gibt ganz viele Sportlehrer, die überhaupt nicht mitmachen. Die sitzen nur rum“, bemerkt eine Schülerin aus einer 9. Realschulklasse. Sportlehrkräfte, die auch selbst noch im Sportverein aktiv sind, weisen offensichtlich ein höheres Engagement auf, was Arbeitsgemeinschaften, Kooperationen etc. angeht. Die Forscher warnen abschließend davor, dass der Schulsport beim allgemeinen „Reformstress“ an vielen Schulen auf der Strecke bleibt.

 

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