Was steht in der DSB-SPRINT-Studie? Teil 4

Der Sportunterricht ist der für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtende Teil des Schulsports, der sogenannte außerunterrichtliche Schulsport basiert dagegen mehr auf Freiwilligkeit und Offenheit. Er setzt sich aus verschiedenen Angeboten zusammen (z.B. Pausensport, Arbeitsgemeinschaften, Sportfeste etc.). In einer Teilstudie, für die Prof. Dr. Helmut Altenberger und Dr. Christiane Höss-Jelten (beide Universität Augsburg) verantwortlich zeichnen, wurde der Bedeutung des außerunterrichtlichen Schulsports in Deutschland nachgegangen.

 

Was den prozentualen Anteil der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler am Bundeswettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ im Vergleich zu den Gesamtschülerzahlen eines Bundeslandes anbelangt, fällt besonders auf, dass die östlichen Bundesländer hier die „Tabelle“ mit Brandenburg (17,55%) an der Spitze anführen, während die westlichen Flächenstaaten Nordrhein-Westfalen (5,55%), Hessen (5,06%) und Niedersachsen (3,69%) derzeit am unteren Ende der Liste rangieren.

 

Von den verschiedenen Angeboten, die im außerunterrichtlichen Schulsport möglich sind, liegen die Spiel- und Sportfeste zusammen mit den Sportnachmittagen ganz vorn: Sie sind nach Aussagen der Schulleitungen an 80% aller Schulen verbreitet, dicht gefolgt von Sportarbeitsgemeinschaften (79%), der Zusammenarbeit mit Sportvereinen (78%) und den Bundesjugendspielen (76%), während die Akzeptanz des Programms „Bewegte Schule“ derzeit bei 23% liegt, was aber auch daran liegt, dass dies schwerpunktmäßig in der Grundschule anzusiedeln ist.

 

Im Rahmen dieser Teilstudie wurden auch 56 sogenannte „Best-Practice-Beispiele“ für den außerunterrichtlichen Schulsport ausgewertet. Drei Beispiele aus einer Hauptschule, einer Gesamtschule und aus einem Gymnasium werden genauer dargestellt. Dabei zeigt sich u. a., dass alle auf außerschulische Partner setzen: sei es durch Kooperation mit Vereinen, mit der Polizei, mit Tanzschulen oder mit sozialen Einrichtungen. Trotzdem ziehen die Augsburger Forscher ein eher nüchternes Fazit: Die Vernetzung von Schulen und der Erfahrungsaustausch mit Partnern für den Schulsport sind demnach noch wenig entwickelt. Außerdem werden die Angebote im außerunterrichtlichen Schulsport meist von einigen wenigen Engagierten getragen.

 

Lesen Sie auch:

Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 5, Teil 6


  © Deutscher Olympischer Sportbund

Fenster schließen