Was steht in der DSB-SPRINT-Studie? Teil 5
Die beiden Kölner Sportwissenschaftler Prof. Dr. Christoph Breuer und Prof. Dr. Volker Rittner haben sich auf der Grundlage eines betriebswirtschaftlichen Betrachtungsmodells mit der Sportstättensituation des Schulsports beschäftigt - ein wichtiges Thema, das bisher als „weißer Fleck“ des Schulsports in Deutschland galt, weil dazu noch nie spezielle Daten erhoben wurden. Im Frühjahr 2004 haben die Wissenschaftler die sogenannten Schulsportbeauftragten von 4.000 Schulen aus allen 16 Bundesländern der sechs wichtigsten Schulformen postalisch befragt.
Was die allgemeine Sportstättenversorgung anbelangt, wird diese insgesamt als gut bis befriedigend eingeschätzt. Dabei werden die „ästhetische Qualität“ der Sportstätte sowie der Zustand des Sanitärbereichs als auffällig schlecht, die Erreichbarkeit der Sportstätte vom Schulgelände aus dagegen als sehr positiv bewertet. Die „Einzelhalle“ ist die am meisten genutzte überdachte Sportstätte im Schulsport, gefolgt von den Dreifachhallen. Hier ist die Unterversorgung speziell der Berufsschulen mit nicht überdachten Sportanlagen als besonders negativ hervorzuheben.
Was speziell die Versorgung mit Sportstätten für den Schwimmunterricht anbelangt, kommt die Befragung zu dem Ergebnis, dass 20% aller Grundschulen, 23% aller Hauptschulen, 27% aller Realschulen, 21% aller Gymnasien und sogar 46% aller Berufsschulen weder ein Schwimmer- noch ein Lehrschwimmbecken für den Sportunterricht zur Verfügung steht - dies mit der Folge: „Es ist somit durchaus möglich, dass Schüler während ihrer gesamten Schulkarriere auf Grund einer mangelnden Versorgung mit bzw. Zugangsmöglichkeiten zu Schwimmbädern kein einziges Mal Schwimmunterricht erhalten.“ Die in den letzten Jahren leider gestiegene Zahl der in Deutschland ertrunkenen Menschen gilt als ein Spiegelbild dieser Situation.
Die Öffnung von Schule und die Erweiterung des Angebots an außerunterrichtlichen Aktivitäten sind zwei aktuelle bildungspolitische Forderungen von Schule prinzipiell und für den Schulsport im Besonderen. Auf Grund der Befragung offerieren bereits knapp 60% aller Schulen in Deutschland Angebote über den regulären Sportunterricht hinaus. Die „Tabelle“ wird quer über die Schulformen angeführt vom Fußball. In diesem Zusammenhang ist aber interessant, dass z. B. im Gymnasium Volleyball und Basketball noch vor Fußball ganz vorn liegen. Nahezu jede zweite Schule in Deutschland kooperiert mit externen Partnern. Hier liegen die Sportarten Fußball, Leichtathletik und Tennis ganz vorn.
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