Was steht in der DSB-SPRINT-Studie? Teil 1

Der Deutsche Sportbund hat durch eine Gruppe von Wissenschaftlern eine umfassende Untersuchung zur gegenwärtigen Situation des Schulsports in Deutschland anfertigen lassen. Der Endbericht der Studie liegt mittlerweile als Buch vor (Verlag Meyer & Meyer, Aachen 2006). Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, mit allen verantwortlichen Partnern in einen intensiven bildungs- und sportpolitischen Dialog zur weiteren Verbesserung des Schulsports in Deutschland einzutreten. In einer mehrteiligen Serie fassen wir wichtige Ergebnisse der DSB-SPRINT-Studie zusammen:

 

Lehrpläne und Richtlinien für die einzelnen Unterrichtsfächer in der Schule gelten als programmatische Grundlagen. Das trifft auch für den Schulsport zu. Die beiden Frankfurter Sportwissenschaftler Prof. Dr. Robert Prohl und Dr. Florian Kick haben alle derzeit gültigen Lehrplandokumente für das Fach Sport in der Primarstufe, den Sekundarstufen I und II sowie für die Berufsschule aller Bundesländer analysiert. Die Textbasis bestand aus ca. 4.000 für den Schulsport grundlegenden Lehrplanseiten.

 

Zwei Lehrplantypen können dabei unterschieden werden: Die sogenannten sportartenorientierten Lehrpläne und die bewegungsfeldorientierten. Im Grunde sprechen die Bezeichnungen für sich: In einem wird mehr auf die Vermittlung von verschiedenen Sportarten (z. B. Schwimmen, Basketball) gesetzt, im anderen geht es eher um sportartübergreifende Unterrichtsinhalte (z.B. Gesundheit/Fitness, aber auch das Bewegen an und mit Geräten). Im Grundschulbereich überwiegen die Lehrpläne mit Bewegungsfeldern, in den Sekundarstufen dominieren die Sportarten-Lehrpläne, wobei mehr als die Hälfte der Bewegungsfeld-Lehrpläne im Jahre 1999 oder später in Kraft getreten, also jünger als die anderen sind.

 

Was die Ziele des Sportunterrichts anbelangt, treffen etwa 30% der Lehrpläne keine Aussagen, in den anderen wird das besondere Potenzial des Schulsports bei der Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrages explizit genannt und u. a. auf die Gesundheitserziehung, die Förderung des sozialen Lernens und auf die Herausbildung von Werten wie Verantwortungsbewusstsein, Leistungsbereitschaft, Kooperationsfähigkeit etc. bezogen. Die zunehmende pädagogische Profilierung des Sportunterrichts manifestiert sich auch in der Nennung pädagogischer Perspektiven (z. B. etwas wagen und verantworten, die Gesundheit fördern, das Gesundheitsbewusstsein entwickeln).

 

Betrachtet man die Palette der Sportarten, die laut Lehrplan im Sportunterricht in den einzelnen Bundesländern vorkommen (können), dann fällt auf, dass insgesamt 45 verschiedene genannt und im Durchschnitt etwa 15 Sportarten pro Lehrplan ausgewiesen sind. Folgende vier sind immer vertreten: Turnen, Leichtathletik, Schwimmen und Gymnastik/Tanz. Es folgen dicht dahinter die vier „großen“ Ballspiele: Basketball, Fußball, Handball und Volleyball, während nach einem „Mittelfeld“ mit u. a. Rudern, Ringen, Kanu am Ende der „Tabelle“ u. a. Eishockey, Kegeln, Rugby, Segelsurfen und Sporttauchen mit je einer Nennung stehen.

 

Lesen Sie auch:

Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6

 
 

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