DOSB-Athletenkommission zum Anti-Doping-Gesetz

12.11.2014

Die DOSB-Athletenkommission hat eine Erklärung zum vorgelegten Anti-Doping-Gesetz verfasst, die kompromisslos für einen sauberen Sport plädiert.

Die Athletenkommission nimmt Stellung zum Anti-Doping-Gesetz: Felix Rijhnen, Maximilian Hartung, Karina Winter, Silke Kassner, Christian Schreiber und Daniel Hermann (v.l.). Foto: DOSB/Mehlis

Die Erklärung im Wortlaut:

Sport lebt von Fairness und Chancengleichheit im Wettbewerb. Doping zerstört diese Grundwerte und damit das Fundament, auf dem der Sport beruht. Doping untergräbt die Glaubwürdigkeit und die Integrität der sportlichen Auseinandersetzung. Zugleich gefährdet es die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler. Gedopte Spitzensportler/innen verschaffen sich unerlaubte Vorteile. Dies geht immer zu Lasten der sauberen Athletinnen und Athleten.

Sport und Staat müssen gemeinsam gegen Doping kämpfen. Dabei muss die NADA weiterhin ausreichend finanziert werden, um ihr großes Engagement in der Prävention und im Kampf gegen Doping in Deutschland erfolgreich fortführen zu können. Für den erfolgreichen Anti-Doping-Kampf ist zudem ein rechtliches Umfeld erforderlich, das sowohl zielgerichtete und intelligente Kontrollen als auch angemessene Sanktionen gegen Dopingakteure ermöglicht.

Die überwältigende Mehrheit der deutschen Sportler ist sauber. Um dies tagtäglich beweisen zu können, nehmen wir im Interesse des Kampfes um Glaubwürdigkeit im Sport freiwillig viele Einschränkungen auf uns: So müssen wir drei Monate im Voraus unsere täglichen Aufenthaltsorte angeben und kurzfristige Änderungen nachreichen. Jederzeit – ob im Training oder im Wettkampf, zu Hause oder im Urlaub – kann unangekündigt ein Kontrolleur bei uns eine Urin- oder Blutprobe abnehmen. Wenn ein verbotener Stoff in unserem Körper gefunden wird, werden wir sofort gesperrt und von allen nationalen und internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Drei Verstöße gegen die Melderegelungen haben dieselben Auswirkungen, auch für saubere Athleten!

Wir nehmen all dies auf uns, weil wir durch das Dopingkontrollsystem der NADA und durch die harten Sanktionen der Sportgerichtsbarkeit im Wettkampf geschützt werden. Diese Verfahren sind schneller und effektiver als die auf der Unschuldsvermutung aufbauende staatlichen Strafandrohungen. Nur über einheitliche Sportgerichtsverfahren ist eine weltweite Gleichbehandlung aller Sportlerinnen und Sportler sowie aller Regelverstöße zu erreichen. Diese Gleichbehandlung fordern Athleten/innen vom Sportsystem ein, sie ist überhaupt erst die Voraussetzung zur Teilnahme an bedeutenden Großereignissen, von ersten Länderkämpfen bis hin zu den Olympischen und Paralympischen Spielen. Um diese internationale Chancengleichheit flächendeckend zu gewährleisten, gilt es, vor allem die WADA noch weiter zu stärken. Der Staat muss den Sport in seinen Bemühungen unterstützen und noch konsequenter die Hintermänner und die Beteiligten im Umfeld strafrechtlich verfolgen, die Doping heute oftmals systematisch organisieren.

Wir begrüßen die Initiative der Bundesregierung zu einem scharfen Anti-Doping-Gesetz und erwarten, dass der Deutsche Bundestag entsprechend den Zielstellungen im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien darin nichts beschließt, was die Funktionsfähigkeit der Sportgerichtsbarkeit gefährden oder schwächen könnte. Doping war, ist und bleibt alles andere als ein Kavaliersdelikt. Sport und Staat müssen noch konsequenter bei der Bekämpfung dieses Übels zusammenarbeiten, jeder an seinem Platz und im engen Schulterschluss. Wir alle gemeinsam können über die wechselseitige Akzeptanz der unterschiedlichen Rollen wirkungsvoll dazu beitragen, dass Doping im Sport immer weniger Chancen hat.

(Quelle: DOSB/Athletenkommission)


 
 

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