Aktuelle Leistungssport-Ausgabe

    15.07.2010

    Die aktuelle Ausgabe der vom Deutschen Olympischen Sportbund herausgegebenen Fachzeitschrift „Leistungssport“ ist erschienen. Es wird eine Vielzahl sportartübergreifender und -spezifischer Themen behandelt.

    „Leistungssportler: Unternehmen unterschätzen Potenzial“ lautet der „Im Brennpunkt“ erschienene Beitrag von Markus-Oliver Schwaab. Ausgangslage ist es, dass für ihre herausragenden Leistungen Sportler vielfach bewundert werden. Im betrieblichen Umfeld wird ihnen aber oft nur wenig zugetraut, und Vorurteile sorgen immer wieder dafür, dass Personalverantwortliche einen großen Bogen um Leistungssportler machen. Sie lassen sich so die Gelegenheit entgehen, besondere Talente zu entdecken und gezielt zu fördern. Die hier vorgestellte empirische Untersuchung hat genauer unter die Lupe genommen, warum dies so ist.

    Der Person des Trainers widmen sich drei Beiträge, denn Erfolg im Leistungssport ist ohne Spitzentrainer schon lange nicht mehr denkbar. Deshalb sollen in dem Beitrag „Spitzenleistungen erfordern Top-Trainer – Facetten erfolgreicher Trainertätigkeit aus nationaler und internationaler Sicht“ von Lutz Nordmann die Tätigkeitsfelder von Trainern, deren Anforderungsprofile und die Bedingungen, unter denen sie in der Praxis – insbesondere des deutschen Sports – arbeiten, näher beleuchtet werden. Außerdem sollen einige Denkanstöße für künftig Erforderliches gegeben werden, und zwar gleichermaßen auf individueller Ebene jedes einzelnen Trainers und mit Blick auf die strukturell-organisationalen Ebenen des Verbandes, der Stützpunkte und Vereine.

    Günter Hagedorn entwirft „Das Profil des modernen Trainers“. Die Sucht nach krimineller Spannung erfasst unser tägliches Leben. Zunehmend sogar Bereiche, die bislang wie Friedensinseln im Strom des Verbrechens lagen. Zum Beispiel der Hoch- und Höchstleistungssport. Wie anders sollen wir den Titel „Das Profil des modernen Trainers“ deuten? Er ist aus der Kriminalistik entlehnt und macht unsere Untersuchung deshalb hoch modern. Der Trainer als Trainer-Täter!

    „„Was hab ich denn davon?“ – Zufriedenheit in Trainerteams“ ist der Titel des Beitrags von Jens Kleinert/Nina Schubert.  In einer Interviewstudie an nationalen Spitzentrainern wird  das Spannungsfeld zwischen Selbstwert (insbesondere individuelle Bedürfnisse, Zielsetzungen, Idealbild) und sozialer Identität (wahrgenommene Gemeinsamkeiten der Gruppe) näher beleuchtet.  Hierdurch können Probleme in Trainerteams erklärt werden. Insbesondere gilt es, Diskrepanzen oder Überschneidungen von Selbstwert und sozialer Identität herauszuarbeiten. Auf dieser Basis werden Vorschläge für Interventionsmaßnahmen entwickelt, wodurch kollektive Zielsetzungen und soziale Identität gestärkt werden.

    Babett Lobinger/Jörg Knobloch gehen der Fragestellung „Wie viel Verantwortung tragen Trainerinnen und Trainer für die Ernährung ihrer Sportlerinnen und Sportler?“ nach. In einer umfangreichen Untersuchung zum Problembereich Essverhaltensstörungen werden 45 zumeist höher qualifizierte Trainerinnen und Trainer aus unterschiedlichen Sportarten zu Fragen der Ernährung und Essstörungen interviewt. Die Sportarten lassen sich den vier Gruppen Ausdauersportarten, Sportarten mit Gewichtsklassen, Ästhetische Sportarten und Spielsportarten zuordnen. Es wird geprüft, ob sich im Hinblick auf die Bedeutung von Ernährung und Essverhaltensstörungen Unterschiede zwischen den so genannten Risikosportarten untereinander und gegenüber den Spielsportarten ergeben.

    Hans-Hermann Dickhuth/Kai Röcker/Olaf Schumacher/Torben Pottgiesser beantworten die Fragestellung: „Afrikanische Laufüberlegenheit: angeboren oder erworben?“ Der  aktuelle Wissensstand über die Ursachen und Gründe der besonderen Laufleistungsfähigkeit afrikanischer Läufer wird dargestellt. Hierbei sollen in die Betrachtungsweise zum besseren Verständnis auch die Sprintleis-tungen der westafrikanischen Länder bzw. der USA und Karibikstaaten einbezogen werden, die ihre genetischen Wurzeln ebenfalls auf dem (west)afrikanischen Kontinent haben.

    Michael Rechner/Daniel Memmert setzen sich mit dem Thema „Das technisch-taktische Anforderungsprofil des modernen Fußballtorwarts“ auseinander. In der vorliegenden Spielanalyse wird die Aussage „Für Tormänner hat sich nichts geändert, sie dürfen immer noch kein Tor zulassen“ statistisch auf den Prüfstand gestellt. Dazu wurden 40 Spiele aus verschiedenen internationalen Wettbewerben untersucht und nach verschiedenen Torwartaktionen der Profitorhüter analysiert. Anhand der erzielten Resultatsmuster wurde ein modernes Anforderungsprofil (5×3 Top-Basics) erstellt, welches Konsequenzen für die Trainingsmethodik und das Scouting für Torhüter nach sich zieht.

    Anita Hökelmann/Laia Liviotti geben in ihrem Beitrag  Antworten auf die Frage: „Wo steht die deutsche Nationalmannschaft der Rhythmischen Sportgymnastik im internationalen Vergleich?“ Im September 2009 fanden die Weltmeisterschaften in der Gruppengymnastik im japanischen Mie statt. Nachdem in den letzten Jahren die deutschen Gymnastinnen den Anschluss an die Weltspitze verloren hatten, sollte ein junges, gut aufgestelltes Team eine Platzierung im Mittelfeld erreichen. Hierfür wurden die besten Gymnastinnen Deutschlands zu einer Gruppe formiert und ein neues Trainerteam bereitete mit dieser interessante Choreografien vor. Am Ende reichten die Ergebnisse in den Disziplinen Reifen und Bänder/Seile für den 12. bzw. 14. Platz. Warum es der Gruppe nicht gelang, sich im Mittelfeld zu platzieren, erörtert der vorliegende Beitrag.

    Gerhard Jedliczka/Gerhard Lehmann behandeln „Strategisch-taktische Varianten der Kampfführung im Karate-Kumite“. Die Autoren erarbeiten auf der Basis langjähriger eigener Erfahrungen und anhand von Literaturangaben trainingsmethodische Hinweise für verschiedene Varianten der Kampfführung. Hierbei werden zur Kennzeichnung strategisch-taktischer Zusammenhänge im Kampf Symbole verwendet, die Orientierungshilfen für die Vorbereitung der Karateka auf den Kampf sind sowie im strategisch-taktischen Training und in der Aus- und Weiterbildung von Trainern eingesetzt werden. Für im Kampf typische strategisch-taktische Situationen werden Regeln für ein zweckmäßiges Verhalten der Karateka formuliert und für ein gezieltes Training nutzbar ge-macht.

    In unserem Interview stand uns Extrem-Kletterer Thomas Huber, der mit seinem  jüngeren Bruder Alexander die „HuberBuam“ bildet, Rede und Antwort. Zusammen gehören sie zur Weltspitze der Bergsteiger und Thomas Huber gibt Einblicke in seine Trainings- und Wettkampfphilosophie.

    Weitere Informationen zu dieser Zeitschrift unter www.leistungssport.net.

     




    Kategorie: Leistungssport