Judoka Ole Bischof erklärt Rücktritt

10.09.2012

Von der Matte direkt auf die Schulbank: Nur wenige Wochen nach dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in London hat Judoka Ole Bischof seinen Rücktritt erklärt.

Ole Bischof verabschiedet sich vom Leistungssport. Foto: picture-alliance

"Ich möchte ein neues Kapitel beginnen. Es gibt ja auch noch ein Leben nach dem Sport", sagte der Olympiasieger von 2008 dem Sport-Informations-Dienst.

Bereits Ende Juli hatte sich an der Themse angedeutet, dass der 33-Jährige seine Karriere nicht bis zu den nächsten Spielen 2016 in Rio fortsetzen wird. Der Schlussstrich zum jetzigen Zeitpunkt überrascht die Experten dennoch.

Zumindest eine Teilnahme an den Weltmeisterschaften im kommenden Jahr in Madrid hatte Bischof eigentlich noch angepeilt, auch die Verantwortlichen des Deutschen Judo-Bundes (DJB) setzten ihre Hoffnungen in den Routinier. Für den sympathischen Schwaben aus Reutlingen steht aber künftig seine Karriere als Volkswirtschaftler im Mittelpunkt. Ab Oktober wird Bischof bei der renommierten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) beginnen.

Eine baldige Rückkehr auf die Matte? Vorerst ausgeschlossen. "Ich trete ja nicht zurück, um dann direkt mein Comeback zu planen", sagte ein entspannter Bischof. Ob er zumindest in ehren- oder hauptamtlicher Position in den Kampfsport zurückkehren könnte, ließ er zunächst auch offen: "Ich konzentriere mich jetzt erstmal zwei Jahre auf meinen normalen Beruf. Was dann kommt, wird man sehen."

Deutscher Judo-Bund setzt auf weitere Zusammenarbeit

Die Verantwortlichen des Judo-Verbandes setzen auf eine weitere Zusammenarbeit mit Bischof, der mit der Silbermedaille in London zum erfolgreichsten deutschen Judoka neben Ex-Bundestrainer Frank Wieneke aufgestiegen war. In einer Neuauflage des Peking-Finales gegen den Südkoreaner Kim Jae-Bum hatte der Routinier dort noch einmal seine kämpferische Klasse gezeigt und auch im Moment der Niederlage Größe bewiesen - eine seltene Kombination.

"Dieses Wissen, diese Erfahrung und vor allem auch die menschliche Klasse - das sollten wir uns nicht nehmen lassen", sagte DJB-Präsident Peter Frese, dem Bischof seine Entscheidung am Montag telefonisch mitgeteilt hatte. Dennoch will er seinem erfolgreichen Schützling erstmal Zeit für sich geben. "Er macht jetzt einen Abschluss, und der Körper wird ja auch nicht mehr jünger. Ole hat soviel erreicht, welche Ziele soll er noch haben", sagte Frese.

Neben den beiden olympischen Medaillen erkämpfte sich Bischof Bronze bei der WM 2009 in Rotterdam. Bei der EM 2011 in Istanbul komplettierte er seinen Medaillensatz. Zuvor hatte er 2005 in Rotterdam Gold und 2004 in Bukarest Silber erkämpft. "Das habe ich vor allem auch meinem Trainer Detlev Ultsch zu verdanken", sagte Bischof.

Sportler, Trainer oder einfach nur begeisterter Zuschauer - auf jeden Fall will er seiner Sportart treu bleiben: "Aber hallo, Judo ist der beste Sport der Welt."

(Quelle: SID)


 
 

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