Sportler des Tages: Josef Giesen
Das Emsland kann wieder feiern. Nach Gold in Salt Lake City 2002, dem WM-Titel 2003 und der Vizeweltmeisterschaft 2005 gewann der Herzlakener Josef Giesen beim Biathlon-Sprint der Paralympics in Turin die Silbermedaille. Die Winzigkeit von einer Sekunde fehlte nach 7,5 Kilometern und zehn Schüssen zu Gold.
Josef Giesen stand im Zielraum und strahlte mit der Sonne um die Wette. Soeben wurde er zwar vom Russen Rustam Garifoullin um die Winzigkeit von einer Sekunde auf Platz zwei verdrängt, doch der sympathische Emsländer war dennoch super glücklich. Freundschaftlich drückte er den Sieger an seine Brust und ließ ihn hochleben. Keine Spur von Enttäuschung. „Ich freue mich super über Silber. Das ist einfach sensationell“, jubelte der contergangeschädigte Biathlet. „Das Training hat sich bezahlt gemacht, jede Sekunde, jede Minute, jeder Tag!“
Gleich den ersten von zehn Schüssen setzte der Titelverteidiger vorbei, im Nachhinein sehr ärgerlich. Die darauf folgenden neun Patronen verfehlten ihr Ziel aber nicht. Nach 2,5 Kilometer lag Giesen noch auf Platz drei, arbeitete sich bis zur zweiten Zwischenzeit aber bereits auf Rang zwei vor. Es folgte ein Kopf an Kopf-Rennen, das Giesen sowie die deutschen Trainer und Betreuer gleichermaßen forderte. An allen wichtigen Streckenabschnitten standen die Verantwortlichen der deutschen Nationalmannschaft und trieben Giesen nach vorne. Der Emsländer gab alles und kam schließlich mit Bestzeit ins Ziel. Die Zeit von 21:18,7 leuchtete ganz oben von der Anzeigentafel. Giesen wartete zehn Meter hinter der Ziellinie auf seinen ärgsten Widersacher. Als Rustam Garifoullin auf die Zielgerade einbog konnte der Herzlakener fast nicht mehr hinschauen. Der Russe kämpfte bis zur völligen Erschöpfung und es reichte. 21:17,7 Minuten, eine Sekunde schneller als Giesen.
Für Josef Giesen enden damit die Paralympics in Turin. Auf die abschließenden Rennen über 10 und 20 Kilometer in der klassischen Technik verzichtet der 44 Jährige. „Die ganze Saison habe ich fast ausschließlich auf die Skating-Rennen trainiert, da macht es keinen Sinn bei diesen Wettbewerben zu starten“, betonte er, ehe er zur persönlichen Gratulationstour zu Freundin Heike auf die Tribüne eilte.













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