Sportlerin des Tages: Andrea Rothfuss (Ski Alpin)

17.03.2006

Was für ein verrückter Tag für die junge Loßburgerin Andrea Rothfuß. Die Höhen und Tiefen eines langen Sportlerlebens machte die 16-Jährige bei ihrer ersten Paralympicteilnahme kompakt binnen dreieinhalb Stunden durch. Am Ende aber stand mit dem Gewinn der Silbermedaille beim Riesenslalom für die Nordschwarzwälderin, die im vergangenen Jahr von der Stiftung Deutsche Sporthilfe als Junior Sportlerin des Jahres in der Kategorie Behindertensport ausgezeichnet wurde, ein Happy-End.

Andrea Rothfuß nach dem Gewinn der Silbermedaille.

Nach der zweitbesten Zeit im ersten Durchgang wegen vermeintlich zu langer Ski bereits fast disqualifiziert, behielt Andrea Rothfuß bei ihrem zweiten Start überhaupt bei Paralympics nach Platz fünf im Super-G die Nerven. „Ich habe mich in das Restaurant zurückgezogen und Musik gehört, um mich etwas abzulenken. Natürlich war ich betroffen, doch dann habe ich mir gesagt, ich fahre jetzt einfach runter und gebe noch einmal Gas“, beschreibt Andrea Rothfuß die Wartezeit auf das Ergebnis der Jurysitzung.

 

Auch im zweiten Lauf imponierte sie mit gutem Kanteneinsatz und einer mutigen Linie auf dem jetzt flüssiger gesetzten Kurs. Doch Unklarheit herrschte über das genaue Resultat, da die Zeitnahme auf der Anzeigetafel zunächst ganz ausfiel und dann einen Nummernsalat produzierte. Dennoch gab es Riesenjubel nach der letzten Läuferin Lauren Woolstencroft, deren aufleuchtende Zeit deutlich langsamer war als das zuvor für Andrea Rothfuss angezeigte Resultat. Und auch der Stadionsprecher bestätigte zunächst ausdrücklich: Goldmedaille Andrea Rothfuß.
 

Ein leichter Hauch von Zweifel aber blieb auch noch, nachdem Andrea Rothfuß („ein supergeiles Gefühl“) die ersten Siegerinterviews gegeben hatte. Dann kam die Bestätigung: Mit der Gesamtzeit aus beiden Läufen von 1:59,42 min lag Andrea Rothfuß als Zweite 1,61 Sekunden hinter der Kanadierin Woolstencroft (1:57,81), aber 39 Hundertstelsekunden vor der zweifachen Paralympicsiegerin Solene Jambaque (1:59,81) und durfte auf das zweithöchste Siegertreppchen steigen. „Ich weiß jetzt, dass ich vorne mitfahren kann und will auch im Slalom noch einmal angreifen“, kündigte die für den VSG Mitteltal-Obertal startende Rothfuß.

 Kategorie: Leistungssport

 
 

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