Starke Trainer/innen, starker Sport

26.09.2017

Unter dem Titel „Starke Trainer/innen, starker Sport“ fand vom 20. bis 22. September in Potsdam die Bundestrainer-Konferenz statt.

Teamwork: Die Bundestrainerinnen und -trainer machten aus acht kleinen...

...ein großes gemeinsames Floß auf dem Templiner See. Fotos: DOSB

Es ist kein großes Geheimnis, dass hinter jedem erfolgreichen Sportler und hinter jeder erfolgreichen Sportlerin auch ein hervorragender Trainer oder eine hervorragende Trainerin steht. Der Titel der diesjährigen Bundestrainer-Konferenz des DOSB war also bestens gewählt: „Starke Trainer/innen, starker Sport“. Die dreitägige Veranstaltung war Fortbildung, Austausch und Vernetzung zugleich.

Insgesamt  gut 100 Bundestrainer/innen deutscher Spitzenverbände bekamen in Potsdam zunächst Kurzfortbildungen mit unterschiedlichen Themen und Referenten angeboten, um an den eigenen Fähigkeiten zu arbeiten. Der  notwendige Transfer von Erkenntnissen aus Wissenschaft und Praxis in den verschiedenen Sportarten-Gruppen fand ebenso ausreichend Raum wie die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle und dem eigenen Selbstverständnis in thematischen Workshops. Den abschließenden Plenumstag eröffnete der Diplom-Psychologe und Sportwissenschaftler Prof. Jan Mayer, der unter anderem die Profi-Fußballer der TSG 1899 Hoffenheim betreut, mit anschaulichen Praxis-Erfahrungen.

Trainer müssen auch auf eigenen Akku achten

„Make them go“ – der Titel wies die Richtung. Mayer legte den Trainerinnen und Trainern analog der Methodik „ich – du – wir“ überzeugend dar, dass Trainerinnen und Trainer zunächst einmal sich selbst nicht aus dem Blick verlieren dürfen. Auf den eigenen Akku achten, konstruktiv denken, seine Gedanken kontrollieren – das waren nur ein paar Ansätze, mit denen er klar machte, dass Selbstregulation und Selbstkompetenz die besten Voraussetzungen sind, um auch das „du“, das Gegenüber, also den Sportler oder die Sportlerin, positiv beeinflussen und in einen Flow („make them go“) bringen zu können. Daraus entsteht dann das „wir“ und damit möglichst der gemeinsame Erfolg.    

Da die Konferenz auch immer gerne Theorie und Praxis verbindet, hatten die Bundestrainerinnen und Bundestrainer zu diesem Zeitpunkt ihr „Wir-Erlebnis“ bereits erfahren dürfen. Mit dem Ziel, den sportartübergreifenden Gedanken eines gemeinsamen „Team D“ anschaulich und erfahrbar zu machen,  entstand am Nachmittag des ersten Konferenztages in vorbildlicher Teamarbeit aus acht kleinen ein großes gemeinsames Floß auf dem Templiner See. Mehr als 60 Trainerinnen und Trainer haben dabei nicht nur den Floßbau bewältigt, sondern auch ein „Team D“-Puzzle auf den schwankenden Flößen zusammengesetzt und sich  am Ende vorbildlich sortiert und so in den Nationalfarben perfekt das Team Deutschland verkörpert.    

Gemeinsam aktiv schweißt zusammen

Die gemeinsame Teamaktivität schweißte zusammen, trug durch die gesamte Konferenz und belebte an den Folgetagen den formellen und informellen Austausch untereinander spürbar. 

Dabei machte die Vernetzung und der Austausch nicht bei den Trainerinnen und Trainern halt: Parallel zur Bundestrainer-Konferenz hatte der DOSB auch zur Konferenz der Sportdirektoren und zur Tagung der Olympiastützpunktleiter nach Potsdam geladen, so dass die drei verschiedenen Gruppen neben ihren eigenen Veranstaltungen eben auch miteinander diskutierten und sich gegenseitig ihre Vorstellungen und Wünsche an die jeweils anderen darbrachten. Ganz im Sinne der Leistungssportreform, in der die Zusammenarbeit und Vernetzung auch einen wichtigen Baustein darstellt, und über deren Fortschritte  der Vorstand Leistungssport im DOSB, Dirk Schimmelpfennig, alle Anwesenden informierte.

Schimmelpfennig berichtete voller Optimismus, dass die Reform auf gutem Weg sei, verbesserte Strukturen im Leistungssport zu erreichen. „Der Umsetzungsprozess hat begonnen“, sagte der DOSB-Vorstand. So wurden bereits die Athleten-Kader dem Konzept angeglichen und in die neue Struktur eingepasst; die Evaluierung der Bundesstützpunkte ist genauso abgeschlossen wie die Zusammenführung der Olympiastützpunkte in Baden-Württemberg unter der Rechtsträgerschaft des LSV und die Verbandsgespräche im Sommersport sind es ebenso.

Berufsbild „Berufstrainer/in im Sport“

Auch bei den Trainerinnen und Trainern ist vieles im Fluss. Der DOSB hat gemeinsam mit dem Berufsverband der Trainer/innen im deutschen Sport, der Trainerakademie des DOSB, und dem Verband Deutscher Tischtennistrainer ein Berufsbild „Berufstrainer/in im Sport“ erarbeitet. Es soll als Grundlage dienen, die Situation, die Rahmenbedingungen und die gesellschaftliche und politische Anerkennung des Berufsstandes der Trainer/innen im Sport zu verbessern. Das Berufsbild und seine Entstehung wurden in einem eigenen Workshop den Trainerinnen und Trainern vorgestellt und seine Nutzungsmöglichkeiten engagiert diskutiert, unter anderem mit dem Ergebnis, dass die Initiative vieler Personen und Verbände das Berufsbild am besten stützen kann.

Darüber hinaus beschäftigt sich eine AG Mustervertrag mit eben den Rahmenbedingungen wie Anstellungsgrundlagen, Verdienstmöglichkeiten, Arbeitszeit, Arbeitsschutz oder Laufzeit von Verträgen. Bereits ab Mitte nächsten Jahres startet ein Projekt, mit dem die Ausbildung von Nachwuchstrainern an der Trainerakademie forciert werden soll.

Insgesamt waren sich die Teilnehmer einig, dass der eingeschlagene Weg richtig ist, die Personalentwicklung im Leistungssport insgesamt voranzutreiben. Und für die Trainer/innen dadurch das Umfeld so zu schaffen, „dass sie sich auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können, die anspruchsvoll genug ist“, so Dirk Schimmelpfennig. So kommt man dann dem näher, was unter dem Begriff „Trainer/innen stark machen“ zu verstehen ist.

(Quelle: DOSB)


 
 

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