Für Bewegung ist es nie zu spät

13.12.2017

Es ist nie zu spät mit Sport und Bewegung anzufangen, so lautet eine wichtige Erkenntnis der Jubiläumsfeier für "20 Jahre Sport für Ältere", die am Montag in Frankfurt stattfand.

Johanna Quaas war der Höhepunkt bei der Jubiläumsfeier. Foto: DOSB/Karsten Thormahlen

Johanna Quaas ist stets der Stargast, wo immer sie hinkommt. Johanna Quaas ist 92 Jahre alt und turnte am vergangenen Montag wieder eine bewundernswerte Barrenkür mit einer perfekten Stützwaage als Höhepunkt. Es wirkte alles völlig mühelos. Nicht wenige, deutlich jüngere Menschen sagten, das würde ich auch gerne können.

Die Fitness der Johanna Quaas ist nun nicht die Regel für Menschen, die über 90 sind. Aber Johanna Quaas ist ein wunderbares Beispiel, was auch in hohem Alter noch möglich ist. Klar, sie hat in ihrer Jugend schon geturnt, aber dann viele Jahre nicht mehr und erst mit 56 Jahren wieder begonnen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Jubiläumsfeier des DOSB für „20 Jahre Sport für Ältere“ am 11. Dezember in Frankfurt war dann auch: Es ist nie zu spät, anzufangen und mit Sport und Bewegung etwas Gutes für Körper und Geist zu tun. 

Rund 20 Prozent der Bevölkerung sind älter als 60 Jahre, viele von ihnen leben allein, und diese Zahlen werden in Zukunft noch steigen. Der Handlungsbedarf, den der damalige Deutsche Sportbund (DSB) vor 20 Jahren sehr weitsichtig festgestellt hat, wächst also weiter. Damals stellte der DSB mit der Verabschiedung der sportpolitischen Konzeption zum Seniorensport die Weichen für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Sports der Älteren. Und heute stellen wir fest: Das Thema Sport und Bewegung im Alter ist aktueller denn je.

Zumal sich die Wissenschaft der Thematik auch sehr viel intensiver angenommen und neue Erkenntnisse gewonnen hat. So sei mittlerweile erwiesen, sagte der Alternsforscher Andreas Kruse, dass sich körperlicher Aktivität bis in die Zellen und sogar in der DNA des Menschen und zwar positiv auswirke. Geistig fit bleiben und Bewegung haben also viel miteinander zu tun.

Dazu kommt auch die psychische Komponente; Franz Müntefering nannte es „Bewegung und Begegnung“. Gerade im Alter kann die Einsamkeit zum Problem werden. Da kommen Sportvereine noch stärker ins Spiel, in denen Ältere Freude an der Bewegung in der Gruppe und zugleich auch Gleichgesinnte finden können und somit Körper und Seele Gutes tun. 

Die Sportvereine haben schon immer bewiesen, dass sie sich gesellschaftlichen Verhältnissen anpassen können. So haben sie natürlich auch auf demografische Veränderungen reagiert, sich auf die wachsende Zielgruppe der Älteren eingestellt und machen hervorragende Angebote. Trotzdem bleibt einiges zu tun, weil gerade auch die Zahl der Älteren und der Hochaltrigen beständig wächst. Und das ist die genau die Gruppe, die eher schwer zu erreichen ist, vor wenn sie noch nicht oder lange nicht mehr mit Sport und Bewegung in Berührung gekommen sind. 

So sind es vor allem zwei Punkte, die für die künftige Arbeit bedeutend sind: Zum einen die intelligente Vernetzung von Gruppen und Institutionen aller Art, in denen sich ältere Menschen wiederfinden.

Von größter Bedeutung ist dabei die Zusammenarbeit von Sportvereinen und Kommunen, die durchaus noch ausbaufähig ist. Ein großes Anliegen des Sports ist, dass seine Potenziale von den Akteuren der Altenhilfe stärker genutzt und eingesetzt werden. 

Zum zweiten werden noch differenziertere Sport- und Bewegungsangebote für ältere Menschen gebraucht. Schließlich ist Alter ist nicht gleich Alter, sondern jeder Mensch ist von unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnissen geprägt.

Jeder soll „seinen“ oder „ihren“ Sport finden, denn jede Minute Bewegung mehr bringt mehr Lebensqualität. Und weil nicht jede/r mit 80 einen Marathon laufen kann und will oder die Stützwaage am Barren als Ziel auserkoren hat, sollten auch Angebote dabei sein, die für viele zu schaffen sind, etwa Bewegung, die in den Alltag eingebaut wird: Jede Treppe ist eine Chance und kein Hindernis!

(Autorinnen: Dr. Karin Fehres/Ulrike Spitz)

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier als DOSB-Blog veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.

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