Sport aktiv für grüne Städte

06.09.2017

Mehr Grün und mehr Sport sind zentrale Erfolgsfaktoren für mehr Lebensqualität, mehr Standortqualität und mehr soziale Qualität sagen die Autoren Christian Siegel und Walter Schneeloh.

Grün in der Stadt spielt eine wichtige Rolle als Raum für Sport und Bewegung. Foto: LSN BRW

Stadtnatur verbessert nicht nur das Klima in Deutschlands Städten, sondern ist als Sportraum auch Ort der Begegnung und stärkt den sozialen Zusammenhalt. Bürgerinnen und Bürger nutzen zunehmend Grün- und Freiflächen als Erholungs- und Sporträume, die so zu Orten für gesundheitspräventive Sportangebote für alle Altersgruppen in der „gestressten“ Stadt werden. Mit diesem wachsenden Interesse am Outdoor-Sport rückt die Natur als Sportraum zunehmend in den Fokus.

Die große Bedeutung von Stadtnatur für das Leben der urbanen Bevölkerung entsteht häufig durch Sport: Grün in der Stadt spielt dabei eine wichtige Rolle als Raum für Sport und Bewegung. Sport in städtischen Naturräumen steht für Naturerleben im unmittelbaren eigenen Lebensumfeld. Deshalb bedarf es neben der Bereitstellung von Sporträumen für den Vereins-, Wettkampf- und Breitensport auch einer umfassenden Unterstützung von Sport und Bewegung im Alltag. Dem Erhalt und der weiteren Qualitätssteigerung dieser Bewegungsräume in der Stadt kommt daher aus sportlicher, gesundheitspolitischer und städtebaulicher Sicht eine große Bedeutung zu.

Der organisierte Sport kann hierbei ein wichtiger Partner sein. Dem Erhalt und der Förderung von Stadtnatur muss in der Stadtentwicklung aus sport- wie aus umweltpolitischen Gründen eine noch größere Bedeutung beigemessen werden. Deshalb freuen wir uns, dass sich der Bund mit dem Weißbuch „Grün in der Stadt“, welches im Mai 2017 durch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vorgestellt wurde, ein Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre gegeben hat.

Das Weißbuch definiert zentrale Handlungsfelder und Maßnahmen zur Sicherung und Qualifizierung von Grün- und Freiflächen in den Städten. Dabei geht es unter anderem um eine bessere rechtliche Verankerung der städtischen grünen Infrastruktur, um gezieltere Fördermaßnahmen, um die Durchführung von Modell- und Forschungsvorhaben, aber auch um eine verbesserte Kommunikation zwischen den Akteuren.

Aus der Perspektive der sport- und bewegungsbezogenen Dimensionen der Grün- und Freiräume begrüßt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), dass an mehreren Stellen auf die positiven und gesellschaftlich relevanten Funktionen des Sports explizit hingewiesen wird. So versteht das Weißbuch unter Erholung eben auch bewegungsaktive Erholung und weist dem Stadtgrün damit eine sportbezogene Funktionsdimension zu. Ähnlich der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt oder der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie sowie weiteren umwelt- und stadtentwicklungspolitisch orientierten Grundlagendokumenten des Bundes integriert das Weißbuch den Sport in seine Handlungsstrategien und Programmatik.

Dieser gute Ansatz fördert eine gesunde und bewegungsorientierte Lebensweise. Umso wichtiger ist es, ein quantitativ und qualitativ ausreichendes Angebot sport- und bewegungsfreundlicher Grünflächen vorzuhalten. Um dieses Ziel zu unterstützen, stellt das Bundesumweltministerium (BMUB) Städten und Gemeinden mit dem neuen Programm „Zukunft Stadtgrün“ in diesem Jahr 50 Millionen Euro zur Verfügung. Im Mittelpunkt des Programms stehen die städtebauliche Förderung des urbanen Grüns und der grünen Infrastruktur in den Quartieren. Sport, Spiel und Bewegung sollten hierbei systematisch integriert werden.

Auch und gerade bei der Freiraum- und Grünflächenplanung benötigt es neue Kooperationen zwischen Sportexperten bzw. -vereinen, Gesundheitsexperten, der „stadtgrünen Szene“ und Planern. Die „gesunde und grüne Stadt“ ist in diesem Sinne nur als interdisziplinäre Aufgabe, somit als Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen vieler Akteure und insbesondere unter Berücksichtigung von Sport und Bewegung zu verstehen.

Deshalb haben wir in diesem Jahr die bundesweite Informationstour „Grün in die Stadt“ unterstützt – eine hervorragende Initiative des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), die auch als „Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet wurde. Von Juni bis August 2017 tourte die Roadshow „Grün in die Stadt" durch Deutschland.

Bürgerinnen und Bürger konnten sich in zehn Städten über die vielfältigen positiven Aspekte von öffentlichem Grün informieren. Im Mittelpunkt der Tour stand ein temporärer Park, der für jeweils einen Tag zentrale, oft graue Plätze in grüne Stadtoasen verwandelte. So konnte vor Ort ein direkter Eindruck von der Attraktivität und den positiven Effekten gestalteten Grüns im städtischen Raum vermittelt werden.

Stadtnatur und ihre Zugänglichkeit sind zu erhalten und weiterzuentwickeln. So bleiben Natur und biologische Vielfalt vor Ort erlebbar und Möglichkeiten für Sport, Spiel und Bewegung gesichert.

Unsere Städte brauchen in Zukunft mehr hochwertige Grünflächen und urbanes Grün, nicht nur, aber eben auch, um mehr Sport und Bewegung für alle Alters- und Zielgruppen zu ermöglichen. Mehr Grün und mehr Sport sind zentrale Erfolgsfaktoren für mehr Lebensqualität, mehr Stand-ortqualität und mehr soziale Qualität in unseren Kommunen!

(Autoren: Walter Schneeloch, Vizepräsident Breitensport und Sportentwicklung des DOSB und Christian Siegel, stellvertretender Ressortleiter Breitensport/Sporträume im DOSB)

Ihr Beitrag ist zunächst als Leitartikel der neuen Ausgabe des Informationsdienstes „Sport schützt Umwelt“ erschienen. Im Fokus der Ausgabe 123/September 2017 steht das Thema „Sport aktiv für grüne Städte“.

Die Initiative „Grün in die Stadt“ bündelt Informationen zu vielen positiven Aspekten städtischen Grüns und dient zugleich als Plattform für Dialog und Austausch mit allen Interessierten. Mehr Informationen finden sich online unter www.gruen-in-die-stadt.de.

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier als DOSB-Blog veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.

 

 


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