Akzeptanz der Bürger für Olympiabewerbung entscheidend

28.04.2014

Die Zustimmung der Bevölkerung zu einer deutschen Olympiabewerbung spielt für DOSB-Präsident Alfons Hörmann bei der Wahl der Bewerberstadt „eine herausragende Rolle“.

Für eine erfolgreiche Bewerbung für Olympische Spiele in Deutschland ist die Zustimmung der Bevölkerung wichtig. Foto: picture-alliance

Das machte er am Wochenende in Hamburg gegenüber Medienvertretern deutlich. „Wir können, wollen und werden Olympia nicht gegen den Willen der Bürger durchführen. Das funktioniert nicht.“

Er sei zwischen Berlin und Hamburg, den beiden bisherigen Interessenten, hin- und hergerissen, meinte Hörmann: „Beides sind – denke ich – geeignete Städte und große, tolle Metropolregionen. Berlin hat sicher den Vorteil der Hauptstadt, Hamburg kann mit der Wassernähe vieles kompensieren und deshalb ist die Frage entscheidend, wie wird die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern und bei allen gesellschaftlichen Gruppen sein.“ Zudem seien die internationalen Chancen zu berücksichtigen. „Da meinen wir derzeit zu spüren, dass sowohl Berlin als auch Hamburg gut vermittelbar wären“, sagte der DOSB-Präsident.

Es gelte nun fein abzuwägen, zu welchem Zeitpunkt und mit welcher Stadt der DOSB antrete. „Wir werden in den nächsten Wochen mit Hamburg und Berlin offizielle Informationsgespräche führen, um die gegenseitigen Vorstellungen, Erwartungen und Zielstellungen abzugleichen. Ich denke, dass dann in sechs bis acht Wochen zu erkennen ist, wie zielstrebig der Prozess angegangen wird und wie die nächsten Schritte aussehen“, erklärte der DOSB-Präsident. Die Frage des Zeitpunktes einer neuen deutschen Olympiabewerbung sei eng verbunden mit Überlegungen beispielsweise des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), sich für weitere Großsportereignisse wie die Fußball-EM 2024 zu bewerben.

Auch wenn eine Kandidatur für Winterspiele „nicht vollkommen ausgeschlossen“ ist, gebe es aktuell eine klare Tendenz für eine Sommerbewerbung, betonte Hörmann: „Sie erscheint uns logischer, sinnvoller und erstrebenswerter.“

Das DOSB-Präsidium hatte Anfang April beschlossen, Gespräche mit Hamburg und Berlin aufzunehmen über eine neue deutsche Olympiabewerbung aufzunehmen, denn, so Hörmann am Wochenende in Hamburg: „Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass Olympia fasziniert und ein erstrebenswertes Ziel ist. Wir spüren, dass die Menschen in Deutschland und weltweit große Begeisterung entwickeln, wenn die Olympischen Spiele stattfinden.“ Dies belegte vor wenigen Tagen auch eine repräsentative Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID) und des Nürnberger Marktforschungsinstituts puls, in der sich drei Viertel der Befragten grundsätzlich positiv zu einer neuen Bewerbung äußerten.

Kostenexplosionen wie zuletzt bei Großprojekten in Hamburg und Berlin fürchtet der DOSB-Chef, der selbst Unternehmer ist, nicht: „Olympische Spiele und die Bewerbung dafür müssten von Beginn an klar, strukturiert und sauber geplant, kalkuliert und gemanagt werden – dann dürften solche Szenarien wie bei der Elbphilharmonie und dem Berliner Flughafen nicht noch einmal entstehen.“ Im operativen Budget, davon zeigte sich Alfons Hörmann überzeugt, würden Olympische Spiele in Deutschland sogar einen Gewinn erwirtschaften so wie das zuletzt auch in London und Sotschi der Fall gewesen ist.

(Quelle: DOSB)


 
 

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