Herausforderung Olympische Spiele

29.10.2014

Olympische Spiele in Deutschland sind ein erstrebenswertes Ziel, meint Autor Jörg Stratmann. Mit Klarheit, Transparenz und Beteiligung kann es gelingen, die Menschen zu überzeugen.

Der DOSB will sich für Olympische Spiele in Deutschland bewerben. Foto: picture-alliance

Olympische Spiele in Deutschland sind ein erstrebenswertes Ziel. Das sieht die große Mehrheit in unserem Lande so. In Berlin und Hamburg, den beiden Städten also, die sich für die Spiele bewerben wollen, sind sogar rund 80 Prozent der Bevölkerung dieser Meinung. Das ist eine öffentliche Zustimmung, auf die kaum ein Großprojekt in diesen Zeiten bauen kann.

Und deshalb sieht das Präsidium des DOSB es zu Recht als Verpflichtung oder gar als eine Art Arbeitsauftrag an, den Mitgliedsorganisationen zu empfehlen, bei der Vollversammlung am 6. Dezember in Dresden für eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 und gegebenenfalls auch 2028 zu stimmen.

Wenige Tage später ist auch klar, mit welchen Reformen das IOC künftige Bewerber begleiten will. Im März kommenden Jahres wird sich der deutsche Sport dann für einen seiner beiden Kandidaten entscheiden. Der Zeitplan für das weitere Vorgehen steht damit ebenso fest wie die große Aufgabe, nun auch die Menschen vom tragfähigen Konzept vor ihrer eigenen Haustür zu überzeugen.

Denn hier klafft verständlicherweise noch eine deutliche Lücke. Ohne dass ihnen handfeste Zahlen und konkrete Bedingungen für dieses Großereignis in ihrer Stadt bekannt waren, stimmt bislang nur etwa die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger einer Bewerbung zu. Das gilt für Berlin ebenso wie für Hamburg.

Doch die Zuversicht, diese Lücke zu füllen und eine große Mehrheit zu überzeugen, ist wohlbegründet. Auch das zeigen die Zahlen einer repräsentativen Umfrage: Rund drei Viertel der Bevölkerung insgesamt, aber auch rund die Hälfte der Gegner meinen, die Spiele würden den Ruf ihrer Stadt stärken.

Das ist eine Lehre aus dem misslungenen Versuch, sich mit München um Winterspiele 2022 zu bewerben: Bei aller messbaren Faszination Olympias allgemein – nur mit der notwendigen Klarheit, Transparenz und Beteiligung kann es gelingen, auch die Menschen in den Orten von den Vorteilen zu überzeugen, Olympiagastgeber zu sein.

Dieser Prozess, möglichst viele gesellschaftliche Gruppen einzubeziehen, hat schon begonnen. Nur mit ihnen gemeinsam kann das Konzept entstehen, das die olympische Faszination ebenso fördert wie die städtische Entwicklung. Und das die Überzeugung wachsen lässt: Olympische Spiele sind ein erstrebenswertes Ziel – gerade bei uns.

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier als DOSB-Blog veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.


 
 

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