Sportmanagement-Tagung diskutiert Zukunft von Großevents

10.07.2015

Die Bad Homburger Sportmanagement-Tage am 7. und 8. Juli nahmen die Herausforderungen, aber auch Chancen von sportlichen Großereignissen in den Blick.

Auch die Olympische Agenda 2020 stand in Bad Homburg auf der Tagesordnung. Foto: DOA

Intensiv wie selten zuvor stehen zurzeit sportliche Großevents im Fokus der Öffentlichkeit. Die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften nach Russland (2018) und Katar (2022) werden – gerade angesichts der aktuellen Ermittlungen im Zuge des FIFA-Skandals – kontrovers diskutiert. Deutliche Kritik begleitete auch die  Europaspiele in Baku im vergangenen Monat aufgrund der Menschenrechtssituation im Gastgeberland Aserbaidschan. Parallel unternimmt der deutsche Sport mit Hamburg gerade einen erneuten, viel versprechenden Anlauf um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele.

Die Konferenz in Bad Homburg erlebte nach 2013 ihre zweite Auflage und wurde von der accadis Hochschule und der Deutschen Olympischen Akademie (DOA) ausgerichtet. Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen boten die geeignete Plattform für einen fundierten Gedankenaustausch mit über 100 Vertreterinnen und Vertretern aus Sport, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien.

Zum Auftakt führten der Studienleiter der accadis Hochschule, Prof. Dr. Florian Pfeffel, und DOA-Direktor Tobias Knoch in das Thema ein. Unter dem Leitgedanken „Die Zukunft, die wir wollen?!“ griffen die beiden Referenten die aktuellen Diskussionen um die sportlichen Großevents auf und leiteten in eine dreigliedrige Workshop-Phase über. Zwei dieser Workshops wurden von Vorstandsmitgliedern der DOA, Sylvia Schenk und Prof. Holger Preuß, geleitet.

So beschäftigte sich Preuß mit der Frage „Olympische Werte – Gibt es eine Zukunft (ohne)?“. Der Mainzer Sportsoziologe und Sportökonom leitete aus den Ergebnissen einer weltweit durchgeführten Umfrage Aussagen über den Stellenwert und die Wahrnehmung Olympischer Spiele in der Bevölkerung ab. Hierbei sei eine deutlich kritischere Beurteilung der Olympischen Bewegung in den letzten zehn Jahren zu konstatieren. Schenk diskutierte mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über das Verhältnis des IOC und der Internationalen Sportverbände zu Menschenrechten und Korruption. Dabei betonte die Leiterin der Arbeitsgruppe Sport bei „Transparency International“ die Chancen von Sportgroßveranstaltungen, positive Entwicklungen in Gang zu setzen. Essentiell sei allerdings, dass entscheidende Standards eingehalten würden.

Der dritte Workshop „Die deutsche Olympiabewerbung – Verantwortung für die Zukunft“ wurde von Hans-Jürgen Schulke, Professor für Medienmanagement der Macromedia Hochschule Hamburg, gehalten. Der ehemalige Sportamtsdirektor und Landessportreferent der Hansestadt thematisierte mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Konzept Hamburgs für eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024. Sichergestellt werden müsse, so der Tenor, dass im Blick auf die Agenda 2020 des IOC die Faktoren Effizienz und Nachhaltigkeit bei allen Planungen und Prozessen prominenten Eingang finden müssten.

(Quelle DOA)


 
 

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