Männergesundheit: Bewegung wirkt wie ein Medikament

03.07.2014

Männer leben im Vergleich zu Frauen kürzer, aktuell liegt die mittlere Lebenserwartung bei Männern bei 78, bei Frauen bei 84 Jahren.

Ein aktiver Lebensstil erhält die Männergesundheit. Foto:

Männer gehen seltener zum Arzt, vernachlässigen Vorsorgeuntersuchungen, bewegen sich wenig(er) und treiben seltener Sport. Männer sind häufig übergewichtig, ernähren sich falsch, rauchen mehr als Frauen, sitzen im Beruf und in der Freizeit zu lange. Neben diesen Defiziten kommen spezifische Männerprobleme hinzu wie Prostataerkrankung besonders im höheren Lebensalter, erektile Dysfunktion, mitunter Depressionen und Burn-out-Symptomatik sowie Stoffwechselerkrankungen.

Nur etwa 25 Prozent der Männer in Deutschland erfüllen die Forderung der Fachgesellschaften nach regelmäßiger körperlicher Aktivität. Dabei ist körperliche Aktivität die zentrale Maßnahme zum Erhalt der Männergesundheit, mit der Männer auch zur Lebenserwartung der Frauen aufschließen könnten. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) hin.

Die Sportärzte bieten neben den Urologen Vorsorgeuntersuchungen und Beratungen zum ge-sunden Lebensstil an. Vorsorge ist mehr als Blutuntersuchung, denn die Krankheitsvorgeschichte eines Menschen spielt eine Rolle, die körperliche Untersuchung und ein EKG, bei Männern über 45 Jahren auch ein Belastungs-EKG. Zur Vorsorgeuntersuchung gehört eine ausführliche Beratung mit Empfehlungen zum Freizeitsport und zu einem aktiven Lebensstil.

Ein zu intensiver Wiedereinstieg in den Sport kann für den älteren Mann eine Gefährdung darstellen. Körperliche Aktivität in moderater Form mit ansteigendem Umfang reicht aus. Die Teilnahme an gesundheitsorientierten Sportprogrammen in Vereinen ist zu empfehlen (Sport pro Gesundheit), das „Rezept für Bewegung“ der DGSP bietet Unterstützung bei der Motivation.

Der Sportmediziner rät zu mediterraner Kost, Abbau des Übergewichtes durch Einschränkung von Kalorien verbunden mit regelmäßiger Bewegung, Verzicht auf Genussgifte und auf unnötige Nahrungsergänzungsmittel. Anabolika sind gefährlich, überflüssig und strikt zu meiden. Eine Testosterongabe ist selten und nur nach Absprache mit dem Urologen notwendig.

So beugt man verschiedensten Krankheiten vor wie Herz-Kreislauf-Problemen, Tumorarten, Diabetes mellitus und anderen Stoffwechselkrankheiten. Bewegung wirkt wie ein Medikament, sagen die deutschen Sportmediziner. Bei Depression, Müdigkeit, Schlafstörung und Erschöpfung hilft regelmäßige Bewegung, nicht zuletzt bei erektiler Funktionsstörung .

(Quelle: DOSB-Presse, Ausgabe 27/Professor Dr. Herbert Löllgen, Remscheid)


 
 

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