Tipp des Monats: Fit und gesund durch den Sommer

01.08.2011

In der Ausgabe Juli/August 2011 von "Gesund + fit" gibt es nützliche Tipps und Informationen zu "Fit und gesund durch den Sommer"

Sportliches Training in den Sommermonaten

Endlich ist es wieder soweit: Die Tage sind lang, die Sonne scheint und Freiluftsportler erfreuen sich daran, draußen zu laufen, zu schwimmen, Rad zu fahren oder mit Inlineskates durch die Landschaft zu sausen. Die Sonne macht glücklich und Sport im Sommer sowie im Freien einfach besonders viel Spaß. Dem Vergnügen steht leider die Erfahrung entgegen, dass Sport bei sommerlichen Temperaturen besonders anstrengend ist und dem Körper einiges abverlangt. Die beiden Hauptursachen hierfür liegen bei den hohen Temperaturen und dem sogenannten Sommersmog. Wie genau reagiert der menschliche Körper auf die Hitze, die hohe Luftfeuchtigkeit sowie den Smog und welche Empfehlungen lassen sich daraus für ein gesundes und unbeschwertes Sporttreiben und sportliches Training in den Sommermonaten ableiten?

Unsere Körperkerntemperatur, also die Temperatur, die im Körperinneren herrscht, beträgt beim gesunden Erwachsenen etwa 36,8 Grad Celsius und schwankt nur unerheblich, denn im Gegensatz zum Beispiel zu Fischen und Fröschen, die sich ihrer Umgebungstemperatur anpassen, sind wir Menschen gleichwarme Wesen. Das bedeutet, wir sind darauf angewiesen, dass unsere Körpertemperatur - in gewissen Grenzen - konstant bleibt. Damit die Stoffwechselvorgänge in unserem Körper kontrolliert ablaufen können, muss der Körper dafür sorgen, eine zu große Erwärmung wie beispielsweise bei hohen Außentemperaturen auszugleichen. Aber nicht nur diese Wärme von außen kann zu einem ungünstigen Anstieg der Körpertemperatur führen, sondern ganz besonders die von uns selbst von innen produzierte Wärme sorgt dafür, dass die Körpertemperatur sich erhöht. Wenn wir Sport treiben wird durch die Muskelarbeit Wärme produziert, die an die Umgebung abgeführt werden muss, damit wir nicht überhitzen.

Körperkühlung durch Schweißabgabe
Wärmeenergie wird durch verschiedene, z. T. komplizierte physikalische Prozesse abgegeben. Der uns bekannteste Temperaturregulationsmechanismus ist die Schweißverdunstung, bei der durch Verdampfen von Wasser auf der Haut, nämlich dem Schweiß, Wärme abgegeben und der Körper gekühlt wird. Ob die im Muskel produzierte Wärme in ausreichendem Maße an die Umgebung abgegeben werden kann, hängt nicht nur von der produzierten Wärmemenge ab, sondern wesentlich von der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchtigkeit.
Bei Außentemperaturen von mehr als 30° C verlieren andere Wärmeabgabemechanismen ihre Wirksamkeit, sodass der Sportler dann komplett auf Wärmeabgabe über Schweißverdunstung angewiesen ist. Die Schweißverdunstungsrate aber sinkt wiederum mit zunehmender Luftfeuchtigkeit, was die Thermoregulation besonders bei einer Luftfeuchtigkeit von über 60 Prozent limitiert. Dies ist eine Luftfeuchtigkeit, die auch in unseren Breiten die Regel ist.

Hinweise und Tipps für Sport im Sommer

Gänsehaut ein Zeichen für Überhitzung
Kommt es beim sommerlichen Sporttreiben zu Koordinationsschwierigkeiten, Zittern, Gänsehaut oder Übelkeit können dies Anzeichen einer Überhitzung sein. Im Körper passiert in diesem Fall folgendes: Da die produzierte Wärme mit dem Blutstrom zur Haut transportiert werden muss, wird die Haut vermehrt durchblutet, was zu einer Umverteilung des Blutvolumens und so zu einer Verringerung der Muskeldurchblutung führt. Eine gute Durchblutung der Muskulatur ist aber gerade beim Sport enorm wichtig. Des Weiteren kann Überhitzung zu einer Störung der Elektrolytverteilung im Bereich der Muskelmembran führen, was sich in einer erhöhten Krampfbereitschaft äußern kann. Gerade die Gefahr von Muskelkrämpfen ist nicht nur für Ausdauersportler ein Problem, sondern kann ebenfalls bei Schnellkraftsportarten auftreten.

Erste Hilfe beim Hitzeschlag
Ist das Regulationssystem des Körpers überfordert, kann es zu unterschiedlichen Störungen kommen. Beim Hitzeschlag ist durch die erhöhte Körperkerntemperatur das Temperaturregelzentrum des Nervensystems beeinträchtigt. Obwohl die Körperkerntemperatur 40 Grad erreichen kann, wird - infolge der Fehlregulation - die Schweißproduktion weitestgehend eingestellt, was dazu führt, dass der Kopf der betroffenen Sportler meist hochrot und die Haut trocken und heiß ist. Der Sonnenstich ist eine Form des Hitzeschlags, der durch starke Sonneneinstrahlung auf den Kopf ausgelöst wird. Als Ersthelfer beim Hitzeschlag sollte man den Betroffenen in den Schatten oder einen kühlen Raum bringen, flach lagern, den Körper mit Wasser befeuchten und Luftzug erzeugen, um so den Körper zu kühlen. Patienten mit Hitzeschlag gehören unbedingt in ärztliche Behandlung!

Weniger dramatisch ist der Hitzekollaps oder auch die Hitzeohnmacht. Da die Durchblutung der Haut bei Hitze stark zunimmt, kann es zu einem ungünstigen Verhältnis zwischen Gefäßkapazität und Blutvolumen kommen, in dessen Folge der Blutdruck abfällt und das Gehirn zu wenig durchblutet wird. Kreislaufversagen bis hin zur Bewusstlosigkeit sind die Folge. Meist ist das Problem zu beheben, indem man den Sportler im Kühlen mit hochgelegten Beinen lagert und ihm zu trinken gibt.

Im Gegensatz zum Hitzeschlag und Hitzekollaps tritt die sogenannte Hitzeerschöpfung eher in Folge langanhaltender warmer Witterung und dauerhaft erhöhter Körperkerntemperatur auf, wodurch der Körper - oft verbunden mit anderen Erkrankungen wie Durchfall oder Erbrechen - zu viel Flüssigkeit und Elektrolyte verliert. Infolgedessen beginnt der Sportler stark zu schwitzen, die Haut ist zunächst rot, später aschgrau. Der Blutdruck sinkt und das Herz schlägt stark. Erste Hilfe bedeutet in einem solchen Fall, den Athleten an einen schattigen Ort zu bringen und elektrolythaltige Getränke zu verabreichen.

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