Calden plant drastische Kürzung der Sportförderung

18.07.2014

Die nordhessische Gemeinde Calden will die Sportförderung massiv reduzieren und die Kosten für den Betrieb und Erhalt der Sportstätten auf ihre Sportvereine abwälzen.

Nach Vorstellung der Gemeinde Calden sollen die Sportvereine für die Kosten ihrer Anlagen selbst aufkommen. Foto: picture-alliance

Ein Schritt, der nicht nur vor Ort zu einer Demonstration von über 400 Sportlerinnen und Sportlern geführt hat, sondern auch vom Landessportbund Hessen massiv kritisiert wird.

Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes Hessen (lsb h) hat sich entsetzt über die Sparpläne der nordhessischen Gemeinde Calden gezeigt, die mit dem Verkauf von Sportanlagen und der Erhebung von Hallennutzungsgebühren die Förderung des Sports massiv reduzieren will. „Dieses Sparprogramm ist ein Programm zur Vereinszerstörung“, empört sich lsb h-Chef Müller. „Sport ist Staatsziel und somit kann die Sportförderung nicht einfach als freiwillige Leistung betrachtet werden, die je nach Gusto gekürzt oder gestrichen wird.“

In Calden haben am vergangenen Montag mehr als 400 Menschen demonstriert. Sie stellten sich vehement gegen Überlegungen, die vorsehen, Sportanlagen für den symbolischen Betrag von einem Euro an die Vereine zu „verkaufen“ und ihnen anschließend die Unterhaltung der Anlagen aufzubürden. Unabhängig von dem Plan zur Abgabe der Sportstätten will die Gemeinde im kommenden Jahr auch die Zuschüsse für die Rasenpflege der Sportplätze halbieren und die Zuschüsse für die Reinigung von Sportheimen komplett streichen. Die Gemeinde beabsichtigt damit, mindestens 14.000 Euro aus der Sportförderung einzusparen. Darüber hinaus stehen Turnhallennutzungsgebühren von fünf Euro pro Übungsstunde im Raum.

Rolf Müller kritisiert insbesondere die Argumentation der Gemeinde, diese Kürzungen seien unabwendbar, wenn der Haushalt durch die Kommunalaufsicht genehmigt werden solle. Diese Ansicht widerspreche eindeutig der aktuellen Sichtweise der Landesregierung, betont Müller. Auf der Landessportkonferenz habe Innenminister Peter Beuth erst kürzlich erneut bekräftigt, dass auch Städte und Gemeinden mit defizitären Haushalten ohne Restriktion durch die Kommunalaufsicht maximal 1,5 Prozent der Haushaltssumme zur Sportförderung einsetzen können.

Für Calden bedeutet das, dass die Gemeinde theoretisch mehr als 100.000 Euro für die Förderung des Sports vorsehen könnte, ohne in Konflikt mit der Kommunalaufsicht zu geraten. Aktuell gibt Calden jährlich 60.000 Euro für die Sportförderung aus, dieser Betrag soll künftig weitaus geringer ausfallen.

„Die Pläne der Gemeinde sind keine sinnvollen Sparmaßnahmen, sondern eine Kriegserklärung an den Sport und an die 3.300 Bürgerinnen und Bürger von Calden, die in Sportvereinen organisiert sind“, findet der lsb h-Präsident harsche Worte für die Pläne der nordhessischen Kommune. Angesichts der Bedeutung der Sportvereine für das kommunale Zusammenleben, seien Sparbemühungen, die den Bestand der Vereine gefährden, weder finanziell noch sozial zu verantworten.

(Quelle: lsb h)

 
 

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