Juliane Frühwirt gewinnt Gold im Biathlon-Sprint

14.02.2016

Viermal Edelmetall gab es am Sonntag für die Athleten der deutschen Jugend-Olympiamannschaft in Lillehammer. Juliane Frühwirt lief im Biathlon ohne Schießfehler zu Gold.

Siegerehrung Biathlon-Sprint mit Goldmedaillen-Gewinnerin Juliane Frühwirt. Foto: YIS/IOC

Silber-Rodler Paul-Lukas Heider mit DOSB-Präsident Alfons Hörmann und dem Lillehammer-Maskottchen Sjogg. Foto: Johannes Kusber

Katrin Hirtl-Stanggaßinger mit ihrer Bronzemedaille. Foto: DOSB

Short Trackerin Anna Seidel mit ihrer Bronzemedaille. Foto: DOSB

Annika Hocke nach dem Kurzprogramm. Foto: DOSB

Am Sonntag-Nachmittag strahlte Juliane Frühwirt (SV Motor Tambach-Dietharz) im Olympischen Dorf mit ihrer Goldmedaille um die Wette. „Es war richtig toll, wahnsinnig emotional“, erklärte die 17-jährige Biathletin. Ohne Schießfehler hatte sie sich im Sprint über sechs Kilometer die Goldmedaille geholt. „Das war mein erster Wettkampf, bei dem ich hundert Prozent getroffen habe und das ausgerechnet hier in Lillehammer bei den Jugendspielen – es hätte nicht besser laufen können“, sagte Frühwirt. Nachdem zweiten Schießen lag die junge Deutsche mit 0,5 Sekunden Vorsprung nur hauchdünn vor der Norwegerin Marthe Krakstad Johansen. Mit einer starken Schlussrunde baute sie ihren Vorsprung vor der Lokalmatadorin jedoch aus. Auch ein kleiner Strauchler in der Zielkurve konnte sie nicht mehr von ihrem Gold-Kurs abbringen. „Da habe ich schon kurz Angst gehabt, weil ich ja wusste, dass es knapp war. Aber es hat dann zum Glück trotzdem gereicht“, berichtete sie. Am Ende lag sie 5,6 Sekunden vor Johansen. Ein besonders emotionaler Moment war für Frühwirt die Siegerehrung. „Da konnte ich die Freudentränen nicht mehr zurück halten“, erzählte sie. „Ganz toll war auch, dass viele meiner Schulfreunde, die momentan auf Schüleraustausch hier sind und als Volunteers helfen, mit dabei waren.“ Franziska Pfnür (SK Ramsau) landete mit vier Schießfehlern auf dem 33. Platz. Im Sprint der Jungen liefen Danilo Riethmüller (WSV Clausthal-Zellerfeld) und Simon Groß (SC Ruhpolding) mit jeweils drei Schießfehlern auf die Plätze sieben und 18. Schon am Montag geht es für die deutschen Skijäger mit den Verfolgungsrennen weiter.

Die erste Medaille für die deutsche Mannschaft holte am Sonntag Rodler Paul-Lukas Heider, der in einem extrem knappen Rennen nach starkem zweiten Lauf Silber holte. Den Sieg sicherte sich überlegen der Lette Kristers Aparjods, doch dahinter ging es sehr eng zu. Heider trennten nur 0,039 Sekunden vom Drittplatzierten. „Nach schlechten Trainingsleistungen war ich vor dem Wettkampf nicht so zuversichtlich und auch der erste Lauf war nicht ganz optimal – dafür aber der zweite. Da wusste ich schon nach der Schlüsselstelle in Kurve 13 das es reichen würde und habe schon in der letzten Kurve laut gefeiert“, sagte der 18-Jährige nach der Siegerehrung. Trainer Steffen Meyer ergänzte: „Das war eine absolut starke Leistung, die so nicht abzusehen war nach den Trainingsläufen, obwohl wir um die Wettkampfstärke von Paul-Lukas wissen. Das war ein super knappes Rennen. Klar war, dass der Lette weg ist, aber wir sind heute eben die Besten des Rests gewesen.“

Nach der Siegerehrung ging es für Heider samt Medaille zum Slalom der Alpinen Kombination, wo er seine Teamkolleginnen und -kollegen lautstark unterstützte. Vor Ort traf er zudem auf DOSB-Präsident Alfons Hörmann, der ihm herzlich zu seiner Medaille gratulierte.

Katrin Hirtl-Stanggaßinger (WSV Königssee) knüpfte bei der Alpinen Kombination in Hafjell an ihre gute Leistung vom Vortag, dem fünften Platz im Super-G, an und wurde mit dem Gewinn der Bronzemedaille belohnt. „Ich freue mich riesig über die Medaille. Ich hab gewusst, wenn alles zusammenpasst, dann kann ich vorne mitfahren. Dass es jetzt gereicht hat, ist unglaublich“, sagte die 17-Jährige nach dem Rennen und ergänzte: „In den nächsten Wettbewerben werde ich mich jetzt nochmal den Hang runter hauen“. Vor Hirtl-Stanggaßinger landeten lediglich die beiden Schweizerinnen Aline Danioth und Melanie Meillard. Lucia Rispler (SV Casino Kleinwalsertal) schied nach einem siebten Platz im Super-G aussichtsreich liegend kurz vor Ende des Slaloms aus. Bei den Junioren musste Jonas Stockinger (SC Herzogsreut) seiner Verletzung vom Vortag Tribut zollen und stieg nach einem 25. Platz im Super-G aus. Anton Grammel (Skiclub Kressbronn) hatte nach einem 13. Platz im Super-G die vorderen Platzierungen noch nicht ganz aus den Augen verloren, leistete sich aber zu viele Schnitzer im Slalom und wurde am Ende 14. „Das waren einfach zu viele Fehler“, sagte er im Rückblick.

Bronze erkämpfte sich auch Short Trackerin Anna Seidel (EV Dresden) über 1000 Meter in der Gjövik Olympic Cavern Hall. In einem spannenden Finale wurde sie hinter den Südkoreanerinnen Jiyoo Kim und Suyoun Lee Dritte. „Ich war heute relativ nervös, weil ich schon unbedingt eine Medaille wollte. Ich wusste, dass es geht und bin jetzt natürlich total glücklich und stolz, dass es geklappt hat“, sagte Seidel nach dem Rennen. „Das ist richtig cool, ein echtes Highlight.“ Ihr Intermezzo als deutsche Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier habe den Druck zwar etwas erhöht, aber auch nochmal für Extra-Motivation gesorgt. „Jetzt ist alles gut und ich kann die nächsten Rennen ganz befreit angehen“, erklärte die 17-Jährige. Einer der ersten Gratulanten war IOC-Präsident Thomas Bach. „Das hat mich natürlich sehr gefreut“, meinte Seidel. Trainerin Diana Scheibe war voll des Lobes für ihre Athletin. „Anna hat das taktisch heute hervorragend gemacht. Sie ist offensiv gelaufen und hat sich die Medaille echt verdient“, erklärte sie. „Die beiden Koreanerinnen sind einfach noch einen Tick besser, das müssen wir akzeptieren. Anna kann die 500 Meter, die eh nicht so ihre Strecke sind, jetzt ganz entspannt angehen.“

Bei den Junioren belegte Moritz Kreuseler (ET Rostock) Platz zwölf. „Das war heute schon okay. Ich war in der Vorbereitung krank und bin dafür mit meiner Leistung zufrieden“, erklärte der 17-Jährige. „Es hat viel Spaß gemacht, hier in dieser besonderen Halle zu laufen und darum geht es ja. Das war eine wichtige Erfahrung für mich.“ Scheibe ordnete das Ergebnis ähnlich ein: „Moritz ist im Rahmen seiner Möglichkeiten geblieben, das war schon in Ordnung. Insgesamt bin ich mit dem Tag natürlich absolut zufrieden.“

Im Kurztanz der Eistänzer belegte das Duo Charise Matthaei (Sportclub Berlin) und Maximilian Pfisterer (ERC München) den elften Platz. Trainer René Sachtler-Lohse war „super zufrieden“ mit seinen Athleten. „Die beiden sind sehr gut gelaufen, vor allem wenn man bedenkt, dass es ihr erster großer Wettkampf war und sie erst seit August zusammen laufen. Sie haben keine Fehler gemacht und sich toll präsentiert“, sagte er. „Respekt vor meinen zwei Athleten.“ Die Kür im Eistanz steht am Dienstag auf dem Programm.

Eiskunstläuferin Annika Hocke vom SCC Berlin liegt nach dem Kurzprogramm auf Rang 15. „Ich bin nicht ganz zufrieden. Der Anfang war sehr gut, aber bei einem Sprung habe ich leider einen Fehler gemacht, der mich schon ärgert“, bilanzierte die 15-Jährige nach ihrem Auftritt im Hamar Olympic Amphitheatre und ergänzte: „Es hat trotzdem extrem Spaß gemacht vor dieser Kulisse zu laufen.“ Mit Blick auf die Kür erklärte sie: „Es ist noch nicht vorbei, übermorgen kann ich hoffentlich zeigen, was ich kann.“

Bei der Eishockey Skills Challenge qualifizierte sich Tabea Botthof sicher fürs Finale. Allein bei der Passgenauigkeits-Übung ließ sie Federn, überzeugte ansonsten in jeder der weiteren fünf Disziplinen und geht als Sechste ins Finale am Dienstag.

Im Oslo Vinterpark belegte Christoph Lechner (SC Ostin), mit 15 Jahren das jüngste Mitglied der deutschen Mannschaft, im Halfpipe-Wettbewerb der Snowboarder Platz 16.

(Quelle: DOSB)


 
 

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