Der Sport sagt Ja zur Olympia-Bewerbung München 2022

30.09.2013

Die Mitgliedsorganisationen des DOSB haben am Montag in München ohne Gegenstimme eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2022 befürwortet.

Diese prominenten Athletinnen und Athleten warben für München 2022 (v.li.): Verena Bentele, Marina Kiehl, Martin Braxenthaler, Markus Wasmeier, Britta Heidemann und Maria Höfl-Riesch

DOSB-Präsident Hans-Peter Krämer erläutert das Konzept der Bewerbung.

Aktive und ehemalige Athletinnen und Athleten unterstützen die mögliche Bewerbung Münchens für Winterspiele 2022.

Die Vertreter der Mitgliedsorganisationen geben ihre Stimme für München 2022.

Die Vertreter der Kommunen und des Freistaates Bayern, sowie der organisierte Sport mit zahlreichen Athletinnen und Athlteten gaben einer möglichen Bewerbung Münchens für Olympische Spiele 2022 Rückenwind. Alle Fotos: Jan Haas

Zweieinhalb Jahre nach der gescheiterten Bewerbung für 2018 könnte damit eine Kandidatur München 2022 auf den Weg gebracht werden – falls eine weitere Voraussetzung erfüllt ist: Am 10. November müssen sich auch die Bürgerinnen und Bürger in der bayerischen Landeshauptstadt, in Garmisch-Partenkirchen und in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land mehrheitlich dafür entscheiden.

Am 14. November läuft dann die Frist ab, die Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Lausanne bekanntzugeben.

Von den 82 stimmberechtigten Verbandsvertretern und Persönlichen DOSB-Mitgliedern im Coubertin-Club der Olympiahalle im Münchner Olympiapark enthielt sich nur der Deutschen Alpenverein (DAV), der Stimme. „Wir fühlen uns dem Alpenraum zutiefst verpflichtet. Deswegen begrüßen wir die Weiterentwicklung des Konzepts“, sagte Vizepräsident Ludwig Wucherpfennig, verwies aber auf die noch ausstehende Mitgliederversammlung des DAV am 7. und 8. November.

Ein starkes Signal

Der amtierende DOSB-Präsident Hans-Peter Krämer, der nach der Wahl von Thomas Bach zum IOC-Präsidenten noch bis Dezember den Dachverband des deutschen Sports leiten wird, dankte der Versammlung für dieses Votum, von dem „ein starkes Signal“ ausgehe, „im Bewusstsein eines starken Konzeptes und im Wissen, starke Partner zu haben“. Krämer bat die Versammlung: „Bitte tragen Sie diese Botschaft nach Bayern zu den Menschen, zu den Menschen in Deutschland, damit wir unseren Traum gemeinsam verwirklichen können, Olympische und Paralympische Spiele in München auszutragen.“

Vor der Entscheidung hatten Vertreter der beteiligten Kommunen, der Bayerischen Staatsregierung, der Bundesregierung, der Sportverbände, aber auch aktive und ehemalige Athletinnen und Athleten und Nachwuchssportler für Olympia 2022 in Bayern geworben.

Olympisches Erbe in München

Auch die mehrmalige Paralympic-Siegerin Verena Bentele, die souverän und fröhlich zugleich durch die Präsentation führte, sprach von ihrem Traum, der in neun Jahren, genau fünfzig Jahre nach den Sommerspielen 1972 in München, in Erfüllung gehen könnte. In diesem Saal unter dem Zeltdach des Olympiaparks werde das olympische Erbe besonders deutlich, sagte sie. „Wir alle haben den Traum, Olympische Spiele nach 50 Jahren wieder begrüßen zu können."

Besonders hervorgehoben wurde das verbesserte Konzept für „die mit Abstand nachhaltigste Bewerbung aller Olympischen Spiele, sportlich, ökonomisch und ökologisch“, wie Stefan Klos, Planer der Arbeitsgemeinschaft München 2022, sagte.

Die Stadt München kündigte an, das Bewerbungsbudget von 29 Millionen Euro sei durch Absichtserklärungen der Wirtschaft schon in Höhe von zwölf Millionen Euro gedeckt. 1,5 Milliarden soll die Durchführung der Spiele kosten, 1,8 Milliarden Euro die Verbesserung der Infrastruktur.

Hauptargument ist dabei, dass 84 Prozent der benötigten Sport-Infrastruktur bereits vorhanden sind. „Das ist ein neuer Wert für olympische Bewerbungen“, sagte Prof. Ralf Roth, Umwelt- und Nachhaltigkeitsexperte von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Nur 15 Prozent müssten für die Zeit der Spiele errichtet werden und würden anschließend rückgebaut. Nur ein Prozent der Sportstätten müsste dauerhaft neu errichtet werden. Das sei die Pflicht, so Roth; dazu komme die Kür mit zahlreichen Leitthemen und Leitprojekten, die das Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept plane. „Es werden grüne – oder besser weiße Spiele in einer neuen Qualität“, sagte er.

Hochgelobtes Konzept wird weiter verbessert

Damit werde „das ohnehin schon hochgelobte Konzept von München 2018 weiter verbessert“, sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude: „Altbewährtes bleibt erhalten, Neues entsteht, wo es im Einklang mit der Natur verantwortbar bleibt.“ Dazu komme „ein historischer Erfolg zum richtigen Zeitpunkt“, ergänzte er. „München wäre nach 50 Jahren erster Gastgeber weltweit von Sommer- und Winterspielen.“

Dass sich die Planungen nun auf drei Zentren verteilten, hob auch Thomas Schmidt, 1. Bürgermeister in Garmisch-Partenkirchen, hervor. Indem Sportarten aus seiner Marktgemeinde nach München und Ruhpolding verlagert werden sollen, seien „Ängste in Garmisch-Partenkirchen um mindestens 40 Prozent ausgeräumt worden“, sagte er.

Während Georg Grabner, Landrat aus Berchtesgaden, die Bedeutung des „Kronjuwels Kunsteisbahn Königssee“ beschrieb, hob sein Traunsteiner Kollege Hermann Steinmaßl ebenfalls das Nachhaltigkeitskonzept hervor, zu dem die Beteiligung seines Landkreises „ganz erheblich“ beitrage.

Für die Sportler sprachen Christian Breuer, der Vorsitzende der Athletenkommission, Marina Kiehl, Abfahrtolympiasiegerin aus München, Rodeltrainer Thomas Schwab, Olympiasieger Markus Wasmeier, Paralympics-Sieger Martin Braxentaler, Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch und auch Britta Heidemann, Degenolympiasiegerin von Peking 2008.

Sie habe damals das Glück gehabt, in China zu siegen, zu dem sie eine besondere Beziehung habe, sagte die Fechterin: „Ich weiß, was es heißt, zu gewinnen, wenn man sich heimisch fühlt.“ Das wünsche sie auch Wintersportlern. „Ich glaube, wir werden ganz phantastische Spiele haben.“

Eindeutiger Rückhalt aus der Politik

Auch der Rückhalt aus der Politik war eindeutig. Thomas Kreuzer, Chef der Bayerischen Staatskanzlei, warb um „klare Ergebnisse“. Er sagte: „Wir müssen das Olympische Feuer in die Herzen unserer Bürgerinnen und Bürger tragen. Die Bayerische Staatsregierung steht voll hinter der Regierung. Das ist ein Traum, für den sich jeder Einsatz lohnt.“

Gerhard Böhm, Leiter der Abteilung Sport im Bundesinnenministerium, versprach „in Vertretung, im Auftrag und im dringenden Wunsch des Bundesinnenministers“, die Bundesregierung werde sich „bei einer erneuten Bewerbung stark dafür einsetzen und die erforderliche Unterstützung dafür leisten – mit Überzeugung und Begeisterung. Das haben unsere Sportlerinnen und Sportler verdient.“ Das vorliegende Konzept sei ein herausragendes Beispiel dafür, „wie man es richtig macht“. Deutschland sei schon Vorbild im internationalen Vergleich beim Thema Nachhaltigkeit, ergänzte Böhm. „Dieses Konzept zeigt, dass das tatsächlich noch steigerbar ist. Es hat mich stark beeindruckt.“

Initiates file downloadZum Beschluss vom 30. September 2013

Initiates file downloadDas Konzept zu München 2022

Initiates file downloadAusgangsbeschluss der Mitgliederversammlung 2011

(Quelle: DOSB)


 
 

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