Human Rights Watch sieht das IOC als Vorreiter

23.10.2014

Die Organisation Human Rights Watch (HRW) hat die Ankündigung des IOC gelobt, den Schutz der Menschenrechte in Verträge mit Olympia-Gastgebern aufzunehmen.

Vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Sotschi gab es Demonstrationen, die zur Einhaltung der Menschenrechte in Russland ermahnten. Foto: picture-alliance

Diese Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees sei ein positiver Schritt, gegen Verletzungen der Menschenrechte vorzugehen, wie sie im Zusammenhang mit den Spielen von Peking 2008 und Sotschi 2014 kritisiert worden seien, erklärte HRW nach einem Treffen mit IOC-Präsident Thomas Bach in dieser Woche in Lausanne.

Bislang sei der sogenannte Host City Contract mit einer Gastgeberstadt nicht veröffentlicht worden und habe auch keinen ausdrücklichen Hinweis auf den Schutz dieser Rechte enthalten, heißt es in einer Mitteilung der Organisation vom Mittwoch. Dieser Zusatz stärke und betone nun, was die Olympische Charta in Bezug auf "Menschenwürde" und "Nicht-Diskriminierung" verspreche.

Human Rights Watch hatte in einer Opens external link in new windowEingabe für die außerordentliche IOC-Session zur Olympischen Agenda 2020 im Dezember in Monaco eine Überarbeitung des Vertrages gefordert. An dieser Vorlage waren auch andere Organisationen beteiligt, darunter das Opens external link in new windowKomitee zum Schutz von Journalisten, Opens external link in new windowAllOut, Opens external link in new windowHuman Rights Campaign, und Opens external link in new windowAthlete Ally.

"Seit Jahren brechen repressive Regierungen schamlos die Olympische Charta und ihre Versprechen als Gastgeber der Spiele", sagte Minky Worden, HRW-Direktorin für weltweite Initiativen. Diese Reform verleihe der etwas abgehobenen olympischen Formulierung, Sport sei eine Kraft des Guten, mehr Biss.

Nun sei es nötig, diesem wichtigen Schritt in die richtige Richtung weitere folgen zu lassen, heißt es in der HRW-Mitteilung. Insbesondere mit Blick auf die beiden verbliebenen Kandidaten für die Winterspiele 2020, Almaty und Peking, und die repressiven Regierungen in diesen Ländern, Kasachstan und China.

Die Veränderungen im Host City Contract sind im Kapitel "Nachhaltige Entwicklung für Mensch und Umwelt" enthalten. Laut neuem Text werden die Gastgeberstadt, das Nationale Olympische Komitee und das Organisationskomitee verpflichtet, "alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, dass Entwicklungsprojekte, die für die Organisation der Spiele nötig sind, den Vorgaben örtlicher, regionaler und nationaler Rechtsvorschriften entsprechen, ebenso internationalen Vereinbarungen und Vorschriften, die im Gastgeberland für Planung, Bau, Umweltschutz, Gesundheit, Sicherheit und Arbeitsrecht gelten".

Diese neue Sprache mache deutlich, dass künftige Olympiagastgeber, Städte und Länder, vertraglich verpflichtet würden, beispielsweise auch den Opens external link in new windowInternationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte der Vereinten Nationen zu respektieren.

HRW forderte auch die Organisatoren anderer internationaler Großveranstaltungen wie der Asien-Spiele, der neuen European Games und der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft auf, den Schutz der Menschenrechte sofort ihn die eigenen Verträge aufzunehmen.

“Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees hängt die Messlatte für alle Sportorganisationen hoch", sagte HRW-Sprecherin Minky Worden. "Es ist ein Zeichen dafür, dass sich die Zeiten im Weltsport ändern. Die FIFA und andere Sportorganisationen sollten dem IOC-Beispiel schnellstmöglich folgen."

(Quelle: Human Rights Watch / DOSB)


 
 

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