IOC widerspricht: Keine „Forderungen“ an Olympiabewerber

10.10.2014

Das IOC hat Medienberichten widersprochen, wonach es einen mehr als 7000 Punkte umfassenden „Forderungskatalog“ an Olympiabewerber verschickt.

Fahrspuren in Londons City, die bei den Sommerspielen 2012 nur für den Olympischen Verkehr zugelassen waren. Foto: picture-alliance

Dies war in der vorigen Woche berichtet worden, nachdem die norwegische Regierung sich gegen Staatsgarantien für die Olympischen Winterspiele 2022 ausgesprochen hatte, was zum Rückzug der Bewerbung Oslos führte.

Laut IOC handelt es sich bei dem Papier keineswegs um einen „Forderungskatalog“, sondern um ein „technisches Menü“, um das die Olympiagastgeber in den vergangenen Jahren immer wieder gebeten hätten. Darin seien Vorschläge aufgeführt, wie die Umsetzung von Olympischen Spielen funktionieren könne. Wir dokumentieren das Schreiben des IOC an mehrere internationale Medien im Wortlaut:

„Das IOC ist eine Organisation, deren Mitglieder sich ausschließlich unentgeltlich und auf Freiwilligenbasis engagieren. 90 Prozent der Einnahmen des IOC fließen zurück in den weltweiten Sport. Unabhängig davon, wer sich im Bewerbungsverfahren um die Olympischen Winterspiele 2022 durchsetzt, wird das IOC die Stadt mit 880 Millionen US-Dollar unterstützen.

Der Hinweis auf ‚Forderungen‘ des IOCs, die vermeintlich in ‚technischen Menüs‘ vorgeschriebenen sind, ist falsch und irreführend.

Die sogenannten ‚Olympischen Fahrspuren‘ werden nicht von jeder Stadt gefordert, sondern nur dort, wo sie notwendig erscheinen. Die große Mehrheit der Nutzer in London 2012 waren die Athleten, deren Teilnahme an den olympischen Wettkämpfen damit sichergestellt wurde, auch Schiedsrichter, Wettkampfrichter und Medien (Fernsehen und Print) fuhren darauf. Zudem nutzten die IOC-Mitglieder die ‚Olympischen Fahrspuren‘, um ihren Aufgaben als Offizielle internationaler Verbände oder NOKs nachzukommen. Die ‚Olympischen Fahrspuren‘ sollen ermöglichen, dass die Wettbewerbe der Olympischen Spiele in einer Großstadt mit starkem Verkehrsaufkommen und verstopften Straßen pünktlich stattfinden können, so dass das Ereignis dem weltweiten Publikum nahe gebracht werden kann.

Irreführend berichteten einige Medien auch mit Blick auf den Empfang des Staatschefs. Seit den ersten Olympischen Spielen 1896, über die Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer und bis heute werden die Spiele in Anlehnung an die olympische Charta von Staatschefs eröffnet. Bisher haben alle Ausrichter, auch die Königin von England 2012, diese Möglichkeit genutzt, um Gäste aus aller Welt bei einem Empfang in ihrem Heimatland zu begrüßen.

Festzuhalten bleibt auch: Das IOC zahlt und hat in der Vergangenheit stets für seine eigene Unterbringung während der Olympischen Spiele gezahlt.

Die sogenannten ‚Forderungen‘ aus den technischen Menüs sind nichts dergleichen. Sie sind, und das wird am Wortlaut deutlich, lediglich Vorschläge und Empfehlungen auf Grundlage von Erfahrungen der Organisatoren vorheriger Spiele. In vielen Fällen haben die Organisatoren der Spiele uns darum gebeten, eine Orientierungshilfe bereitzustellen und einen Wissenstransfer zu ermöglichen, um ihre Arbeit zu unterstützen.

Das englische Original:

“The IOC is an organisation made up of exclusively unpaid volunteers that redistributes more than 90 percent of its income to the sports movement worldwide. It will contribute more than 880 million US dollars towards the Games in 2022, whoever wins the contest.

Further, the reference to ‘IOC demands’ that are supposedly stipulated in technical manuals is wrong and misleading.

The so-called ‘Olympic lanes’ are not demanded of every city but only where appropriate. In London, for example, the overwhelming majority of users were firstly the athletes to make sure they could compete in their Olympic event, referees and judges and then members of the media (TV and written press).  IOC Members do also use Olympic lanes as they all have operational duties to perform in their capacity of Presidents of International Federations or National Olympic Committees, for example. Olympic lanes, where appropriate, are there to ensure the Olympic Games can take place in a busy or congested city and competition can run on time so that the event can be brought to a worldwide audience.

The same pattern of reporting by some media may be seen with regard to the reception with the Head of State. From the very first Olympic Games in 1896 through to the Olympic Winter Games in 1994 in Lillehammer until today the Games have been, in accordance with the Olympic Charter, opened by Heads of State. All the hosts so far, including the Queen of England in 2012, took this opportunity to meet at a reception with guests from all over the world and to welcome them in their home country.

Finally, the IOC pays for, and always has paid for, its own accommodation during the Olympic Games. 

The so-called ‘demands’ in the technical manuals are no such thing. The language is very clear that these are merely suggestions and advice based on the experience gained from previous organisers of the Games. In many cases Games organisers have asked us to provide such guidance and ‘transfer of knowledge’ to help them in their work.”

(Quelle: IOC / Übersetzung DOSB)

 
 

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