NOK-Präsident Steinbach zuversichtlich – Der deutsche Sport vor einer historischen Entscheidung?

09.12.2005

NOK-Präsident Dr. Klaus Steinbach mit DSB-Präsident Manfred von Richthofen am 9.12.2005 in Köln. copyright dpa

Einen Tag bevor auf Mitgliederversammlungen des Nationalen Olympischen Komitees und des Deutschen Sportbundes in Köln über die Verschmelzung beider Dachorganisationen abgestimmt wird, hat sich NOK-Präsident Dr. Steinbach gegenüber Pressevertretern optimistisch gezeigt, in der NOK-Mitgliederversammlung die notwendige ¾ Mehrheit für die Fusion zu erhalten. Bei voller Anwesenheit des Komitees wären dazu in der am morgigen Samstag um 10.00 Uhr beginnenden Versammlung 112 von 149 Stimmen notwendig.

 

„Ich bin nach vielen Einzelgesprächen sehr zuversichtlich, dass wir die erforderliche Mehrheit bekommen,“ sagte Steinbach. Am Nachmittag wird der DSB auf seinem Bundestag über die Fusion abstimmen. Sollte sich auch dort die erforderliche Mehrheit finden, stünde der für den 20. Mai 2006 in Frankfurt am Main geplanten Verschmelzung der beiden Dachorganisationen nichts mehr im Wege.

 

Das NOK-Präsidium hat im Kölner Maritim-Hotel am Heumarkt unterdessen heute letzte Sachfragen geklärt und notwendige Beschlüsse zur Vorbereitung der Versammlung getroffen.

 

„Bei so vielen Interessengruppen sind natürlich Kompromisse notwendig gewesen. Am Ende eines über ein Jahr währenden Diskussionsprozesses steht mit dem jetzigen Satzungsentwurf zur Fusion ein tragfähiger Kompromiss, der dem Sport neuen Gestaltungsspielraum eröffnet,“ sagte Steinbach.

 

In einem Spitzengespräch mit den Präsidenten von NOK und DSB habe zuletzt Bundesinnenminister Schäuble seine Sympathie für die Vereinigung erkennen lassen, informierte der NOK-Präsident. Schäuble werde die deutsche Olympiamannschaft, so Steinbach bei den bevorstehenden Olympischen Spielen im Februar 2006 in Turin besuchen. Der Bundesinnenminister plane darüber hinaus auch einen Besuch der Paralympics.

 

Genau wie wenige Stunden zuvor das DSB-Präsidium stimmte auch das NOK-Präsidium einem Antrag der Landessportbünde auf eine Sperrminorität der Landessportbünde von 33,33 Prozent der Voten plus einer Stimme in der Mitgliederversammlung der geplanten gemeinsamen Dachorganisation zu, die den Namen Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) tragen soll.

 

Nach einem Spitzengespräch führender Vertreter des deutschen Sports mit einem großen deutschen Verlagshaus, stünden nunmehr auch bestehende Bindungen des DSB im Vermarktungsbereich einer Fusion nicht länger im Wege, erläuterte Steinbach weiter.

 

Unter Bezug auf die einsetzende Personaldiskussion im Hinblick auf die Führung des neuen Dachverbandes verwies der NOK-Präsident auf eine Findungskommission, die in den kommenden Wochen und Monaten Personalvorschläge erarbeiten und unterbreiten soll. Der Kommission werde neben je einem Vertreter des DSB und des NOK, jeweils ein Repräsentant der olympischen Fachverbände, der nicht-olympischen Verbände und der Landesssportbünde angehören. Der NOK-Vertreter in diesem Gremium soll nach der nächsten Sitzung des Präsidiums bekannt gegeben werden. Sie findet anlässlich der ersten Nominierungssitzung für die Olympischen Winterspiele Turin 2006 am 21. Dezember 2005 in Frankfurt am Main statt. „Der Olympiamannschaft muss in den kommenden 60 Tagen wieder das Hauptaugenmerk unseres Komitees gelten“, kündigte Steinbach an.

 Kategorie: Olympische Spiele

 
 

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