Sechs Bewerber für Olympische Winterspiele 2022 stehen fest

15.11.2013

Almaty (Kasachstan), Krakau (Polen), Lemberg (Ukraine), Oslo (Norwegen), Peking (China) und Stockholm (Schweden) haben beim IOC fristgerecht ihre ersten Bewerbungsunterlagen für Olympische Winterspiele 2022 eingereicht.

2011 fand am Holmenkollen in Oslo die Nordische Ski-WM statt. Im Wettbewerb um die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022 geht die norwegische Hauptstadt als Favoritin ins Rennen. Foto: picture-alliance

Der mögliche deutsche Kandidat München befindet sich nicht unter den Bewerbern. In einem Bürgerentscheid hatte sich die Bevölkerung in München und Garmisch-Partenkirchen sowie den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land am vergangenen Sonntag gegen die geplante Bewerbung ausgesprochen.

Mit sechs Kandidatenstädten reichten doppelt so viele Bewerber ihre Unterlagen ein wie noch vier Jahre zuvor um die Spiele 2018. IOC-Präsident Thomas Bach sagte: „Ich freue mich sehr, dass sich sechs Städte um die Olympischen Winterspiele 2022 bewerben. Diese Städte und deren Unterstützer haben ganz klar verstanden, welche langfristigen Vorteile die Ausrichtung der Spiele auf eine ganze Region haben können. Nicht nur die Menschen in den Ausrichterorten der vergangenen Spiele haben von sportlichen, sozialen oder wirtschaftlichen Auswirkungen profitiert, schon die Bewerbung hatte in einigen Städten positive Folgen.“

Die sechs Bewerberstädte treten nun in die erste Phase eines zweistufigen Auswahlverfahrens ein. Im ersten Schritt geht es um die Ernennung der Bewerberstädte zu Kandidatenstädten. Dies erfolgt im Juli 2014 durch die IOC-Exekutive. Ob alle sechs Städte die Beförderung schaffen, ist derzeit unklar. Der Ausrichter der Winterspiele 2022 wird dann am 31. Juli 2015 auf der IOC-Session in Kuala Lumpur gekürt. Im Vorfeld wird eine Evaluierungskommission des IOC jede Kandidaten-Stadt besuchen und die Bedingungen vor Ort inspizieren.

In einem Interview mit der Bild-Zeitung wehrte sich Bach am Freitag gegen Kritik am Vergabeverfahren und dem sogenannten Host City Contract, den Olympiastädte unterschreiben müssen: „Dass sich die Zahl der Bewerber im Vergleich zu 2018 verdoppelt hat, beweist, dass Olympische Spiele nichts von ihrer Zugkraft verloren haben. Eher im Gegenteil.“ Das IOC verfahre bei der Vertragsgestaltung „wie ein Bürger beim Bau seines Eigenheims“. „Er holt sich verschiedene Angebote ein und lässt sich deren Ausführung garantieren. Das IOC arbeitet hier mit einer fairen Risikoverteilung.“

Der Olympiasieger im Fechten bedauerte den verlorenen Münchner Bürgerentscheid: „München wäre ein guter Kandidat gewesen. München und die Region hätten die Voraussetzungen gehabt, mit guten Chancen ins Kandidaten-Rennen zu gehen. Ich finde es schade, dass die Bewerbung nicht eingereicht wurde.“

Finanziell hätte München davon profitiert, betonte der IOC-Präsident: „So hätte München bei einem Wahlsieg eine Zahlung des IOC in Höhe von ca. 700 Millionen US-Dollar und weitere Erlöse aus Vermarktung und Ticketing erwarten können. In Sotschi sind das ca. 1,5 Milliarden Dollar. Damit erzielen Organisationskomitees regelmäßig operative Gewinne. Und der Imagegewinn einer Olympiastadt ist finanziell gar nicht zu bemessen.“

Grund für die Niederlage ist aus Sicht von Bach eine „gewisse Mutlosigkeit in Deutschland“, wichtige Zukunftsprojekte anzugehen, so in der Vergangenheit geschehen bei Flughäfen, Straßen und Bahnhöfen. Womöglich stelle man in Deutschland in ein paar Jahren fest, eine gute Situation nicht ausgenutzt zu haben.

Sollte sich ein deutscher Kandidat in Zukunft doch für eine Kandidatur entscheiden, sieht Bach gute Chancen: „Deutschland ist mit seiner Sportbegeisterung und wirtschaftlichen Potenz immer in der Lage, Spiele auszurichten. Es macht mir Hoffnung, dass über Sommerspiele zum Beispiel in Berlin zumindest wieder diskutiert wird.“

Für konkrete Planungen sei es jedoch viel zu früh, betont DOSB-Generaldirektor Michael Vesper gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (SID) und der BILD-Zeitung: „Wir werden das Ergebnis von München in Ruhe auswerten und aus unseren Fehlern lernen. Erst danach diskutieren wir die nächsten Schritte.“

(Quelle: DOSB)

 
 

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