Internationaler Tag des Sports für Entwicklung und Frieden

02.04.2014

Am 6. April, wird zum ersten Mal der „Internationale Tag des Sports für Entwicklung und Frieden“ gefeiert und der DOSB beteiligt sich mit Aktionen in seinen sieben internationalen Langzeitprojekten.

Mit viel Begeisterung treiben Kinder und Jugendliche in Sambia Sport, insbesondere steht Laufen hoch im Kurs. Foto: Sport2Build

In Äthiopien, Burundi, Guatemala, Honduras, Namibia, Sambia und auf den Philippinen sind derzeit mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes Auslandsexperten im Einsatz, um die Sportstrukturen vor Ort aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Der „Internationale Tag des Sports für Entwicklung und Frieden“ erlebt genau 118 Jahre nach dem Beginn der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit im Jahr 1896 seine Premiere. Die Vereinten Nationen (UN) haben ihn bei der UN-Generalversammlung im August 2013 ins Leben gerufen. Mit ihm soll das Ziel der Olympischen Bewegung unterstrichen werden, zum Aufbau einer friedlichen und besseren Welt beizutragen und junge Menschen im Geist von Freundschaft, Solidarität und Fairness ohne jede Form von Diskriminierung zu erziehen. Er ergänzt den „Olympic Day“, der jährlich am 23. Juni zur Gründung der Olympischen Bewegung der Moderne begangen wird. Für den „Internationalen Tag des Sports für Entwicklung und Frieden“ wurden fünf zentrale Leitideen formuliert, um den Sport als Mittel zum Frieden und zur Stärkung der Zivilgesellschaft sichtbar zu machen:

  • Sport für alle
  • Sport für die Verbesserung des physischen und psychischen Wohlbefindens
  • Sport für ein respektvolles und kompromissbereites Miteinander
  • Sport für die Gleichstellung von Mann und Frau
  • Sport für die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen

Im Zeichen dieser Leitideen finden am 6. April rund um den Globus zahlreiche Aktivitäten verschiedenster Interessengruppen statt.

Folgende Aktionen plant der DOSB:

Im Adis Abeba Stadion in der gleichnamigen Hauptstadt von Äthiopien findet am 6. April ein großes Fußball-Turnier statt. Die Internationale Schule von Adis Abeba organisiert eine Schülerparade zu diesem Ereignis. Der dort tätige Projektleiter Joachim Fickert hat 30-jährige Erfahrung als Sportauslandsexperte in Afrika und trainierte einige Nationalmannschaften. Er ist begeistert von der Einrichtung eines Internationalen Tags des Sports: „Wenn ich heute sehe, wie ehemalige Fußballer auch nach ihrer Karriere unabhängig ihrer religiösen, ethnischen oder geopolitischen Zugehörigkeit Freundschaften und Kameradschaftssinn bewahrt haben und sich gegenseitig unterstützen, gewinnt dieser von den Vereinten Nationen ausgerufene Gedenktag für mich umso mehr an Bedeutung.“

In Burundi (Experte ist Rainer Willfeld) werden 250 bis 300 Mädchen und Jungen aus verschiedenen Schulen Bujumburas zusammenkommen und einen halben Tag im Prince Louis Rwagasore Stadion mit Spielen rund um den Fußball verbringen. Das Stadion fasst rund 22.000 Zuschauer und wird allein deshalb ein unvergessliches Erlebnis für die sechs- bis zwölfjährigen Kinder bieten.

200 Kinder im Alter von zehn und elf Jahren werden in Guatemala (Oliver Scheer) zum ersten Mal an einem neu konzipierten Kinderleichtathletik-Wettkampfsportfest teilnehmen. Um einen der fünf Leitgedanken der Aktion (Gleichstellung von Mann und Frau), umzusetzen, werden die Kinder in einem Mixed-Team und in verschiedenen Leichtathletik-Disziplinen gegeneinander antreten.

In Honduras (Christoph Rocholl) werden U15-Auswahlmannschaften aus verschiedenen Provinzen die Möglichkeit bekommen, in der Hauptstadt Tegulcigalpa in einem Fußball-Viererturnier gegeneinander anzutreten. Auf Grund der Distanzen und hohen Kosten ist dies nur selten möglich und daher ein einmaliges Erlebnis für viele der Teilnehmer. Das Turnier wird vormittags stattfinden, mit einer gemeinsamen Eröffnungsfeier beginnen und mit einem gemeinsamen Mittagessen enden.

Um weiter für den Frauenfußball in Namibia (Klaus Stärk) zu werben und Aufmerksamkeit auf die Frauen und Mädchen zu lenken, wird ein Mädchen-Fußballturnier für U15-Mannschaften ausgetragen, vorbereitet vor allem durch die Frauenfußball-Abteilung des namibischen Fußballverbandes. Es werden zehn Mannschaften erwartet, die in einem ganztägigen Turnier um den Sieg kämpfen.

Im Langzeitprojekt in Sambia (Ralph Mouchbahani) ist ein 5-km-Lauf von Mukwamba Village nach Chipapa zur Sport2build School geplant. Im Beisein des deutschen Botschafters gehen Jungen und Mädchen in zwei Altersklassen an den Start. 300 Kinder werden erwartet. Der Lauf wird von Spiel- und Kulturgruppen sowie Performancedarbietungen umrahmt. Die besten Läufer können sogar ein Fahrrad und andere, für afrikanische Verhältnisse hochwertige und nützliche, Preise gewinnen. Alle Teilnehmer bekommen zusätzlich ein sogenanntes Race-Packet.

Auf den Philippinen (Thomas Roy) stehen zwei große Aktionen an. In der Stadt Tacloban (Provinz Leyte), die 2013 von dem Taifun Hayan schwer getroffen wurde, laufen seitdem viele Aufbau- und Hilfsprojekte. Hier soll vom 4. bis 6. April mit ca. 500 Kindern (sechs bis 16 Jahre) ein Fußball-Festival stattfinden, um sie und ihre Familien durch den Spaß und die Freude am Fußball den Alltag und die Sorgen für ein paar Tage vergessen zu lassen.

Parallel wird ein Fußball-Festival von gleichem Ausmaß in Zamboanga City (Provinz Zamboanga) veranstaltet. Hier gibt es seit Jahren Straßenkämpfe zwischen verschiedenen religiösen Gruppen. Der Großteil der Bevölkerung lebt jedoch friedlich miteinander und das Fußball-Festival soll ein weiteres Zeichen für ein friedliches und selbstverständliches Miteinander, unabhängig von der Religionszugehörigkeit, setzen und steht damit unter einem der fünf, von den UN formulierten Leitgedanken: Sport für ein respektvolles und kompromissbereites Miteinander.

DOSB fördert seit 1961 die Entwicklung des Sports im Ausland

„Der Sport kann helfen, Grenzen zu überwinden, er kann Menschen ein friedliches Miteinander und neue Perspektiven eröffnen“, sagt DOSB-Präsident Alfons Hörmann: „Diese Werte sind es, warum wir seit fast 55 Jahren als Partner des Auswärtigen Amtes Sportprojekte in Ländern der Dritten Welt organisieren. Wir fördern seit Anfang der 1960er Jahre die Entwicklung des Sports mit insgesamt 1400 Projekten in über 100 Staaten, bilden Trainerinnen und Trainer aus und helfen, die Strukturen zu verbessern.“ Der DOSB-Präsident sieht die Qualität der langjährigen Entwicklungsarbeit des deutschen Sports jetzt aber gefährdet. „Die Förderung von Sportbeziehungen mit Entwicklungsländern soll nach aktuellem Stand erheblich gekürzt werden. Statt 4,5 Millionen sollen in Zukunft jährlich nur noch 3,6 Mio. Euro vom Auswärtigen Amt zur Verfügung gestellt werden. Ausgerechnet kurz vor der Premiere eines Internationalen Tags des Sports ist das eine enttäuschende Nachricht.“

Kernelement der internationalen Sportförderung des DOSB ist die Entsendung deutscher Sportexpertinnen und -experten in Entwicklungs- und Schwellenländer. In den Projekten, die grundsätzlich helfen sollen die Sportstrukturen im Partnerland nachhaltig zu stärken, werden neue Trainingsmethoden vermittelt und Trainer sowie Lehrer als Multiplikatoren geschult. Das Aufgabenspektrum der Sportauslandsexperten umfasst die Beratung von Sportverbänden, die Hilfe bei der Erstellung von Curricula und der Organisation von Sportveranstaltungen.

(Quelle: DOSB)

Bilder vom internationalen Tag des Sports für für Entwicklung und Frieden 2014

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