Deutsche Judo-Entwicklungshilfe in Äthiopien

09.01.2014

Für die Weiterentwicklung des Projektes „Judo for Ethiopians“ wurde Regina Daxbacher aus Königsbrunn vom Auswärtigen Amt und DOSB als Judo-Expertin nach Äthiopien entsandt.

Regina Daxbacher mit jungen Schülerinnen und Schülern in der Trainingshalle

Gruppenbild mit Dame: Regina Daxbacher zwischen männlichen Lehrgangsteilnehmern; Fotos: Daxbacher / DOSB

Sie reiste im November zusammen mit ihrem Mann Hannes Daxbacher, der seit 2010 am Aufbau eines Judoverbandes in Äthiopien arbeitet, in das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas.

Neben einigen großen Judolehrgängen mit bis zu 160 Teilnehmern, davon einem großen Anteil an Mädchen und Frauen, standen die Fortbildungen für angehende Übungsleiter auf dem Programm. Die zwei Judoexperten standen bei diesen hohen Teilnehmerzahlen grundsätzlich im Team-Teaching gemeinsam auf der Judomatte oder in Ermangelung dessen auf dem Fliesen- oder Betonboden, um das große Interesse am Judo zu stillen.

An den drei Außenstützpunkten Adama, Gondar und Bahir Dar konnte Judo als "neue Sportart" gezeigt werden. Der zuständige Sportminister der Amhara Region war so vom Judo überzeugt, dass er vehement für die Einführung von Judo eintritt.

Bei den Schulleitungen der Italienischen und Deutschen Schulen konnte die Judo- und Sportlehrerin Regina Daxbacher ebenfalls großes Interesse für Judo wecken, Judo den Schülern anbieten und so "Judo an Schulen" implementieren. Beide Schulen bieten nun Judo als festen Bestandteil des Unterrichts an.
 
Hannes Daxbacher, der in Deutschland als Polizeihauptkommissar arbeitet, erhielt vom obersten Polizeichef der Ethiopian Federal Police, Director Commissioner Asefa Abiyu, eine persönliche Einladung. Im Ergebnis zeigte sich, dass die äthiopische Polizei gerne Judo in Theorie und Praxis für ihre Polizeibeamten anbieten möchte, um so ein milderes Mittel für Konfliktlösungen parat zu haben. Weiterhin stand ein Besuch in der Polizei-Akademie der Region Oromiya mit ca. 2.500 Polizeischülern auf dem Programm.

In einem Land, in dem nicht alle Kinder uneingeschränkt die Schule besuchen können, bedeutet Judo auch eine besondere Möglichkeit sich persönlich weiter entwickeln zu können, die eine oder andere Stunde dem Alltag zu entfliehen und für die Zeit des Judotrainings vielleicht sorgenfrei zu sein.

Eine deutliche Bestärkung erfuhr das ehrenamtliche und humanitäre Projekt "Judo for Ethiopians" vom Direktor für Kultur des Äthiopischen Außenministeriums, Abiy Birhane, mit der klaren Bitte nach einer Fortsetzung des Judoprojekts.

Für das Judoprojekt besteht ein großes politisches Interesse, sowie beste Unterstützung z.B. durch die Äthiopische Botschaft in Berlin und die Deutsche Botschaft in Addis Abeba.

Nicht nur der Weltjudoverband (IJF) sondern auch der Deutsche Judo-Bund (DJB), der Bayerische Judo-Verband (BJV) und der Dachverband der Polizeisportvereine Deutschlands (DPSVD), die u.a. mit verschiedenen erfolgreichen Spendenaufrufen für Judo-Materialien zu Gunsten Äthiopiens aufgerufen hatten, bringen sich für Judo in Äthiopien ein. Mit Unterstützung der Andreas Schmid Logistik, des DOSB und des Auswärtigen Amtes konnte im Herbst 2013 ein Container mit gebrauchten Judomatten und gebrauchter Judobekleidung auf den Weg nach Addis Abeba gebracht werden.

(Quelle: Daxbacher/DOSB)


 
 

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