Europäischer Bergsport-Dachverband EUMA in München gegründet

28.11.2017

Am vergangenen Wochenende haben 23 Bergsportverbände aus ebenso vielen Ländern die European Mountaineering Association (EUMA) gegründet.

Das neugewählte DAV-Präsidium mit Bojan Rotovnik, Dr. Ingrid Hayek, Roland Stierle, Jan Bloudek und Juan Jesús Ibanez Martín (v.l.). Foto: DAV

Die Gründungsversammlung fand am 25. November im Alpinen Museum des Deutschen Alpenvereins auf der Praterinsel in München statt. „Heute ist ein bedeutender Tag für den europäischen Bergsport“, sagte der frisch gebackene Präsident Roland Stierle (Deutscher Alpenverein) bei sichtlich bester Laune unmittelbar nach Ende der Versammlung. „Wir können jetzt die Interessen der europäischen Bergsportlerinnen und Bergsportler gebündelt und kraftvoll vertreten.“ Der neue Verband sieht die Themen Sicherheit, Infrastruktur und Naturschutz als seine zentralen Aufgabengebiete. Ihren Fokus richtet die EUMA auf den Breitenbergsport.

Im Vorfeld hatte es schon seit Jahren verschiedene Ideen und Vorschläge gegeben, bevor eine internationale Arbeitsgruppe unter intensiver Beteiligung des Deutschen und des Österreichischen Alpenvereins sowie des Club Alpino Italiano (CAI) beauftragt wurde, die Voraussetzungen für die Gründung zu schaffen. Ein ganzes Jahr dauerte es, bis diese die Konzeption des neuen Verbandes, einen Satzungsentwurf und ein Finanzierungskonzept präsentieren konnte. Als treibende Kraft bei diesen Vorarbeiten wirkte vor allem DAV-Präsident Josef Klenner, der auch zum Leiter der Gründungsversammlung gewählt wurde. Das Resultat kann sich sehen lassen: Die Gründungsversammlung am Samstag verlief reibungslos, zielorientiert und bei bester Atmosphäre. Eine Selbstverständlichkeit ist das nicht, wenn man bedenkt, dass die 23 aus allen Teilen Europas stammenden Verbände in vielerlei Hinsicht sehr unterschiedlich sind.

Eine starke europäische Stimme

Als Sitz der EUMA haben die Delegierten Belgien gewählt – auf den ersten Blick nicht unbedingt ein naheliegender Ort für einen Bergsportverband. Bei genauerem Hinsehen ist die Nähe zu Brüssel logisch: Der neue Verband will eine starke europäische Stimme der Bergsportlerinnen und Bergsportler sein und diese auf europäischer Ebene insbesondere gegenüber den Einrichtungen der Europäischen Union und dem Europaparlament hörbar machen.

 „Gemeinsam können wir einen sehr großen Beitrag zur Sicherheit im Bergsport und zur Verbesserung des Hütten- und Wegenetzes leisten“, konkretisiert Roland Stierle die Aufgaben. „Und gemeinsam können wir auch den Naturschutz in sowie den freien Zugang zu den europäischen Bergen sehr effektiv voranbringen.“ Die EUMA vertritt insgesamt rund 2,5 Millionen Bergsportlerinnen und Bergsportler, die in den einzelnen nationalen Verbänden Mitglieder sind. In München haben die Delegierten ein fünfköpfiges Präsidium gewählt und ihm den Auftrag erteilt, die formale Gründung der EUMA abzuschließen. Wesentlicher Teil davon ist der Eintrag ins Vereinsregister in Belgien, der im Januar 2018 vollzogen sein soll. Gleichzeitig soll bis dorthin die Adresse der Geschäftsstelle feststehen und eine Internetseite verfügbar sein. Das Präsidium besteht neben dem Präsidenten aus seinem Stellvertreter Jan Bloudek (Czech Mountaineering Association), der Vizepräsidentin Dr. Ingrid Hayek (Österreichischer Alpenverein) und den Vizepräsidenten Bojan Rotovnik (Alpine Association of Slovenia) und Juan Jesús Ibáñez Martín (Spanish Mountain Sports and Climbing Federation). Roland Stierle freut sich auf die kommenden Aufgaben: „Ich empfinde es als große persönliche Wertschätzung, dass mich die Vollversammlung zum Gründungspräsidenten gewählt hat. Für die große Unterstützung bedanke ich mich und will mich mit großer Kraft für unsere gemeinsamen Ziele einsetzen.“

Gründungsverbände der EUMA

Albania (Albanian Mountaineering Federation), Austria (Austrian Alpine Club), Belgium (Climbing and Mountaineering Belgium), Croatia (Croatian Mountaineering Association), Cyprus (Mountaineering and Climbing Federation of Cyprus), Czech Republic (Czech Mountaineering Federation), France (Federation of French Alpine and Mountain Clubs), Macedonia (Macedonian Mountaineering Sport Federation), Germany (German Alpine Club), Greece (Hellenic Federation of Mountaineering and Climbing), Italy (Italian Alpine Club), Liechtenstein (Liechtensteiner Alpine Club), Malta (Malta Climbing Club), Montenegro (Mountaineering Association of Montenegro), Netherlands (Royal Dutch Mountaineering and Climbing Club), Norway (Norwegian Climbing Federation), Poland (Polish Mountaineering Association), Romania (Romanian Alpine Club), Serbia (Mountaineering Association of Serbia), Slovakia (Slovak Mountaineering Union), Slovenia (Alpine Association of Slovenia), Spain (Spanish Mountain Sports and Climbing Federation), United Kingdom (British Mountaineering Council)

(Quelle: DAV)

 
 

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