Wenn der soziale Zusammenhalt im Vordergrund steht

28.12.2017

Fußball erleichtert das Ankommen von Flüchtlingen in der Türkei und hilft dabei, Freundschaften zu schließen

Teilnehmerinnen des Fußball-Workshops. Foto: DOSB

Teilnehmerinnen des Fußball-Workshops. Foto: DOSB

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) organisierte in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zwei Fußball-Workshops im Südosten der Türkei. Unter dem Titel: „Football for Social Inclusion“ leiteten vom 06.12. bis zum 14.12.2017 die Auslandsexperten Monika Staab und Sascha Bauer jeweils zwei getrennte Workshops für Männer und Frauen.

Mit ca. 55 syrischen und türkischen Teilnehmerinnen, die zu Beginn der Workshops noch schüchtern unter ihresgleichen geblieben sind, hat Monika Staab trainiert, diskutiert und kulturübergreifende Freundschaften unter den Teilnehmenden ermöglicht. „Das gemeinsame Fußballspielen, der freundschaftliche Wettbewerb und das Erleben von Sieg und Niederlage im Team sind für junge Frauen wertvolle Erfahrungen, die ihre Persönlichkeit stärken und auch weiterentwickeln“, resümierte die DOSB-Auslandsexpertin Monika Staab nach ihrem Einsatz in der Türkei: „Im Fußball wird sozialer Zusammenhalt als Selbstverständlichkeit gelebt – nicht nur auf dem Sportplatz, sondern auch daneben!“

Der Fußballtrainer und DOSB-Experte Sascha Bauer leitete den Workshop für die ca. 50 männlichen Teilnehmenden und referierte unter anderem über die Aspekte des modernen Fußballs – Technik, Taktik, Ausdauer – aber auch über persönlichkeitsentwickelnde Fähigkeiten des Fußballs. Er zog das durchweg positive Fazit, dass Fußball die sozialen und persönlichen Kompetenzen schult: „Fußball fördert die Entscheidungsfähigkeit, das kreative und kritische Denken, als auch zwischenmenschliche Beziehungen“.

Ziel der beiden Workshops war es, türkische und syrische Multiplikatoren/innen auszubilden, die Sport und Bewegungsangebote in Vereinen, Schulen und Gemeindezentren initiieren und etablieren sollen. Dadurch soll der interkulturelle Austausch, die gegenseitige Achtung und Wertschätzung von Verschiedenheit zwischen syrischen Flüchtlingen und der aufnehmenden Bevölkerung im Südosten der Türkei gefördert werden. Im Laufe des Jahres wurden sieben solcher Workshops in verschiedenen Sportarten angeboten, die den Multiplikatoren/innen Mitgestaltungsmöglichkeiten eröffnen und zur Übernahme von Verantwortung führen.

Die Fußball-Workshops wurden im Rahmen des Vorhabens „Sport für Entwicklung im Bildungsprogramm für syrische Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden, Türkei“, das der DOSB in Zusammenarbeit mit der GIZ im Auftrag des BMZ in Gaziantep umsetzt, organisiert und gefördert.

Die Maßnahmen in der Türkei stehen im Kontext einer weiter gefassten Zusammenarbeit zwischen BMZ und DOSB. Unter dem Dach von „Sport für Entwicklung“ fördern BMZ, GIZ und DOSB mit gemeinsamen Projekten Kinder und Jugendliche in Schwellen- und Entwicklungsländern in ihrer Entwicklung. Dabei geht es nicht nur um die positiven gesundheitlichen Auswirkungen von Bewegung: Sport wird hier gezielt genutzt, um Werte wie Respekt, Fair Play und Teamgeist zu fördern, um Bildungsanreize zu setzen und zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen einen Beitrag zu leisten. So lässt sich Wissen über Themen wie Friedensförderung, Gesundheitsaufklärung, Umweltschutz oder Geschlechtergerechtigkeit gut im Kontext des Trainings vermitteln. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit setzt den Ansatz „Sport für Entwicklung“ seit 2013 in bisher 16 Partnerländern weltweit ein.

Der Abschluss der Workshops wurde mit einem “Kids Festival“ gefeiert. Am 17.12.2017 konnten ca. 60 syrische und türkische Kinder aus Gaziantep verschiedenste Sportarten ausprobieren. Es wurde ein Parcours mit vier Stationen – Fußball, Basketball, Tischtennis und Leichtathletik – aufgebaut und von ausgebildeten Multiplikatoren/innen aus den vorhergegangenen Workshops begleitet. Neben den sportlichen Mitmach-Angeboten war auch eine Bühne für Kampfkunst – Karate, Taekwondo und Kickboxen – vorhanden.

 Kategorie: Internationales

 
 

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