Charlotte Knobloch erhält DOSB-Ehrenmedaille

07.12.2012

Charlotte Knobloch ist am Freitagabend in Stuttgart für ihren Einsatz für den Sport sowie ihre Verdienste um die Versöhnung zwischen Juden und Deutschen mit der Ehrenmedaille des DOSB ausgezeichnet worden.

DOSB-Präsident Thomas Bach überreicht Charlotte Knobloch die DOSB-Ehrenmedaille und Urkunde. Foto: picture-alliance/Jan Haas

Gruppenbild mit Charlotte Knobloch (v.li.): DOSB-Generaldirektor Michael Vesper, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg Wilfried Kretschmann, Oberbürgermeister von Stuttgart, Wolfgang Schuster, DOSB-Präsident Thomas Bach; Foto: picture-alliance/Jan Haas

Gruppenbild mit Charlotte Knobloch und Kindern aus den Stuttgarter Vereinen (v.li.): Bach, Schuster, Kretschmann und der Präsident des Landessportverbandes Baden-Württemberg Dieter Schmidt-Volkmar; Foto: picture-alliance/Jan Haas

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und frühere Vorsitzende des Zentralrates der Juden. erhielt die vom Künstler Markus Lüpertz gestaltete Ehrenmedaille aus den Händen von DOSB-Präsident Thomas Bach. „Wir sind Frau Knobloch dankbar, dass Sie in ihrem menschlichen und politischen Wirken immer auch die Werte und positiven Funktionen des Sports heraushebt“, sagte Bach.

Die Auszeichnung erfolgte beim Empfang für die Delegierten der 8. DOSB-Mitgliederversammlung im Neuen Schloss in Stuttgart. Der DOSB ist das Dach des deutschen Sports und vereint 98 Mitgliedsorganisationen mit 91.000 Vereinen sowie rund 27,8 Millionen Mitgliedschaften. Damit ist der organisierte Sport die größte Bürgerbewegung des Landes.

Der Einsatz von Frau Knobloch für die Versöhnung durch Sport ist vielfältig. So besuchte Frau Knobloch, die in der Nazi-Zeit ihre geliebte Großmutter und weitere Mitglieder ihrer Familie verlor, vor wenigen Wochen mehrere Eliteschulen des Sports. „Seien Sie ruhig stolz auf sich und Ihre Heimat! Singen Sie von Herzen die Nationalhymne mit! Nehmen Sie sich das Selbstbewusstsein, um Großes zu leisten! Aber bitte engagieren Sie sich auch für Ihr Land“, sagte Frau Knobloch bei dieser Gelegenheit. „Die menschliche Größe, die hinter dieser Botschaft steckt, verleiht ihr eine unvergleichliche Wucht“, erklärte Thomas Bach.

Frau Knobloch hatte sich auch für die Olympiabewerbung München 2018 eingesetzt – trotz des Attentats auf die israelischen Sportler bei den Spielen 1972, bei dem elf Athleten und ein deutscher Polizist getötet worden waren. Frau Knobloch habe stets die Möglichkeiten des Sports, für Integration, Verantwortung und Fairness zu wirken, betont, hob Bach hervor: „Dies war und ist nicht selbstverständlich gerade angesichts des feigen Attentats auf die israelische Olympiamannschaft in München 1972.“

Der DOSB verleiht die Ehrenmedaille an Persönlichkeiten oder Organisationen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien und weiteren gesellschaftlichen Bereichen, die sich herausragende Verdienste um die Förderung und Entwicklung des Sports erworben haben. Sie wurde vom Künstler Markus Lüpertz gestaltet und 2008 erstmals vergeben.

Die Ehrenmedaille wurde bisher verliehen an:

• 2012 – Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und Vorsitzende des Zentralrates der Juden a. D.
• 2011 – Christian Wulff, Bundespräsident
• 2010 – Richard von Weizsäcker, Bundespräsident a. D.
• 2009 – Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister und Bundesinnenminister a. D.
• 2008 – Horst Köhler, Bundespräsident

Initiates file downloadDie vollständige Laudatio

Initiates file downloadDankesrede von Charlotte Knobloch

Opens external link in new windowMehr Informationen über die bisherigen Preisträger gibt es hier >>>

(Quelle: DOSB)

 
 

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