Fair Play Preis für Tauziehclub und junge Übungsleiterin

26.02.2016

Die Damenmannschaft des Tauziehclubs Allgäu-Power Zell und Leonie Remfort aus Wittmund werden am 3. März 2016 im Schloss Biebrich mit dem Fair Play Preis des Deutschen Sports 2015 ausgezeichnet.

Preisverleihung am 3. März 2016 beim 4. Biebricher Schlossgespräch. Logo: Fair Play

Preisverleihung am 3. März 2016 beim 4. Biebricher Schlossgespräch. Logo: Fair Play. Videos zu den letzten Preisträgern/-innen:

Das gaben die Preisstifter – das Bundesministerium des Innern (BMI), der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) – in Berlin bekannt. Die Preisverleihung erfolgt erstmalig und zukünftig im Rahmen der Biebricher Schlossgespräche www.doa-info.de. Die Veranstaltungsreihe der Deutschen Olympischen Akademie (DOA) widmet sich in diesem Jahr dem Thema „Fair Play“.

Der einführende Hauptvortrag „Fair Play – das ethische Potenzial des Sports“ wird von Prof. Dr. Gunter A. Pilz (Hannover) gehalten. Im Anschluss folgen die Ehrungen und eine Interviewrunde mit dem Präsidenten des DOSB, Alfons Hörmann, dem Parlamentarischen Staatssekretär im BMI, Dr. Ole Schröder, und dem Präsidenten des VDS, Erich Laaser.

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme an der Veranstaltung am Donnerstag, dem 3. März 2016, um 18.00 Uhr im Schloss Biebrich (Rheingaustraße 140, 65203 Wiesbaden-Biebrich). Bitte melden Sie sich bis zum 1. März unter anmeldung@doa-info.de an.

Vorbildliche Konsequenz
Die Mannschaft des Tauziehclubs Allgäu-Power Zell aus Bad Grönenbach ist bei der ersten Deutschen Meisterschaft der Frauen in dieser Sportart mit besonders vorbildlichem Verhalten in Erscheinung getreten. Bei diesen Titelkämpfen am 14. Juni des vergangenen Jahres in Aalen-Affalterried hatte sich der Power-Club bei fünf teilnehmenden Mannschaften in der Vorrunde erwartungsgemäß als dominierendes Team gezeigt. Im Finale trafen die Bad Grönenbacherinnen auf den Tauzieh-Club Kaiserberg aus Göppingen-Lenglingen. Bei brütend-heißen Temperaturen erlitt eine der sechs Kämpferinnen von Kaiserberg einen Schwächeanfall und konnte nicht mehr mitziehen. Als Trainer Markus Rogge von Allgäu-Power Zell dies bemerkte, nahm er eine Zieherin aus der Mannschaft, so dass beide Mannschaften nur noch mit fünf Sportlerinnen gegeneinander antraten.
Das ist in keinem Regelwerk festgelegt, sondern war allein dem Fair-Play-Gedanken geschuldet.

In der Folge besiegte Kaiserberg den Tauziehclub Zell. Die Jury um den Vorsitzenden Prof. Dr. Manfred Lämmer (Köln) würdigte diesen Verzicht auf eine Zieherin als ein besonderes faires und vorbildliches Verhalten. „Diese faire Geste wäre schon bei einem normalen Wettkampf beeindruckend gewesen. Beim Kampf um den ersten deutschen Meistertitel überhaupt war dieses Verhalten außergewöhnlich und Ausdruck eines zutiefst von Fairness geprägten Mannschaftsgeistes“, heißt es in der Begründung der Jury.

Gegen Diskriminierung und Vorurteile
Leonie Remfort ist als Übungsleiterin vor allem in integrativen Sportprojekten des Jugendwerkes Wittmund tätig. Eigenständig leitet sie eine Hip-Hop-, eine Breakdance- und eine Trampolingruppe sowie Basketballtraining mit Frauen aus Flüchtlingsfamilien. Das Besondere: Leonie Remfort ist erst 18 Jahre alt und widmet ihre Freizeit bereits seit ihrem 15. Lebensjahr der Integrationsarbeit. Stolze 1008 Ehrenamtsstunden kamen so für das Jahr 2015 zusammen. Sie setzt damit (auch in anderen sportübergreifenden Projekten) das Ziel des Vereins um: Abbau von Diskriminierung und Vorurteilen sowie Förderung der gesellschaftlichen und kulturellen Integration von Flüchtlingen. Ein aktuelles Beispiel für das Engagement von Leonie Remfort ist die Mitinitiierung eines integrativen Tanzprojektes gegen Rassismus in Wittmund.

Die Jury zeigte sich beeindruckt „von ihrem langjährigen und vielfältigen ehrenamtlichen Engagement für ein respektvolles Miteinander und gegen Rassismus und Ausgrenzung“. Und lobt: „Unsere Gesellschaft braucht deshalb Menschen wie sie, die handeln und die Fremdenfeindlichkeit sowie Hass etwas entgegensetzen.“

Für ein faires Miteinander im Sport
Der Fair Play Preis des Deutschen Sports wird alljährlich vom Bundesministerium des Innern, dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem Verband Deutscher Sportjournalisten vergeben. Damit sollen nicht nur Fair-Play-Aktionen ausgezeichnet, sondern alle Sportlerinnen und Sportler ermutigt werden, sich weiter für ein faires Miteinander im Sport einzusetzen. Der Fair Play Preis des Deutschen Sports ist in diesem Jahr erstmals mit einem Preisgeld in Höhe von 1000 Euro verbunden, der zweckgebunden zur Finanzierung einer fairen Aktion gedacht ist.

Die Verleihung findet jährlich im Rahmen der Biebricher Schlossgespräche www.doa-info.de statt.

Vorschläge für den Fair Play Preis 2016 können ab sofort über die Homepage des Fair Play Preises des Deutschen Sports unter www.fairplaypreis.de eingereicht werden. Die Personen, die als Erste die tatsächlichen Preisträger melden, erhalten eine Einladung zur Preisverleihung.

Zum Programm
Das Fair Play Logo

Weitere Informationen unter www.fairplaypreis.de

(Quelle: DOSB)

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