Sportförderung: Im Curling droht „schmerzhafter Einschnitt“

21.10.2014

Die drohende Einstellung der öffentlichen Förderung für die Sportart Curling sei ein „schmerzhafter Einschnitt“. Das hat DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Dienstag betont.

Christopher Bartsch, John Jahr und Sven Golmann (v.li.) versuchen den Rückstand gegenüber Russland bei den Olympischen Spielen in Sotschi zu verkürzen. Foto: picture-alliance

„Der Leistungssport steht am Scheideweg“, sagte er. „Die zur Verfügung stehenden Mittel reichen nicht aus, um in der vollen Breite und notwendigen Tiefe und Professionalität zu fördern.“ Deshalb stehe der deutsche Sport nach den Zielvereinbarungsgesprächen mit den Wintersportverbänden unter Beteiligung des Bundesministeriums des Inneren (BMI) vor der Grundsatzfrage, bei allen Wintersportarten zu kürzen oder nur an einer Stelle Kürzungen vorzunehmen.

„Die Curler haben in unseren Zielvereinbarungsgesprächen stets deutlich gemacht, dass zur Erreichung des gemeinsamen Ziels einer Finalteilnahme – Platz eins bis acht bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang – eine Mittelerhöhung notwendig und ansonsten eine Förderung nicht sinnvoll ist“, sagte DOSB-Leistungssportdirektor Bernhard Schwank. Im Zyklus 2011-14 standen dem Deutschen Curling-Verband (DCV) jährlich insgesamt 284.950 Euro in Grund- und Projektförderung zur Verfügung. Im neuen Zyklus benötigt der DCV jährlich insgesamt 441.950 Euro.

„Solange der deutsche Sport nicht mehr Mittel erhält, der Bedarf aber an allen Stellen wächst, sind wir gezwungen, Prioritäten zu setzen“, erklärte Alfons Hörmann: „Wir sehen an diesem aktuellen und wenig erfreulichen Beispiel, welcher Stein ins Rollen kommt, wenn es uns nicht gelingt, mit dem BMI und der Politik zu anderen und neuen Formen der Förderung zu kommen.“

Die Sportverbände erhalten aus BMI-Mitteln eine Grundförderung und eine Projektförderung. Beide Bereiche sind aufgeteilt in Fördermittel für die Jahresplanung und Mittel für das Leistungssportpersonal. Die Grundförderung soll die Verbände in die Lage versetzen, die jeweilige Basis für den Leistungssport zu sichern. Sie wird über vier Jahre bewilligt, bei der Projektförderung wird jährlich in den Meilensteingesprächen der Ist-Stand analysiert und die Förderung somit flexibel gesteuert. DCV und DOSB hatten in den Zielvereinbarungsgesprächen auf Grund der anstehenden tiefgreifenden strukturellen Veränderungen in Erwägung gezogen, den Verband komplett über die Projektförderung zu finanzieren.

Wie groß die Finanzierungslücke allein im Wintersport ist, wird am Beispiel der Projektförderung mit den Bereichen Leistungssportpersonals und Jahresplanung deutlich. Hier haben die Zielvereinbarungsgespräche zwischen DOSB und den Wintersportverbänden unter Beteiligung des BMI ein Bedarf im Leistungssportpersonal von jährlich 2.446.111 Euro für den Zyklus 2015-18 ergeben. Diese Summe wurde in einem weiteren Schritt bereits um 346.816 Euro reduziert. Damit bleiben für das Leistungssportpersonal im Bereich der Projektförderung aber immer noch jährlich 2.099.295 Euro. Dies sind 324.335 Euro mehr als der vom Bund in Aussicht gestellte Betrag (1.774.960). Bei der Jahresplanung in der Projektförderung wurde ein Bedarf von 1.794.051 Euro ermittelt. Auch hier gab es im ersten Schritt schon eine Reduzierung um 218.000 Euro. Nur so konnte sichergestellt werden, dass der in Aussicht gestellte Betrag von 1.592.950 Euro den Bedarf der Verbände in Höhe von 1.576.051 abdeckt.

Der DOSB wird die Zielvereinbarungen für Pyeongchang und die einzelnen Fördersummen für die Verbände nach Abschluss des Verfahrens unter www.dosb.de/zielvereinbarungen veröffentlichen. Dies ist bereits mit den Zielvereinbarungen und den Fördersummen für Rio 2016 geschehen.

(Quelle: DOSB)

 
 

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