Sportmedizinisches Untersuchungs- und Betreuungssystem

Gesundheit ist die unabdingbare Voraussetzung für sportliche Höchstleistung. Zur Wahrung bzw. Wiederherstellung der Gesundheit der Aktiven gehören präventiv ausgerichtete sportmedizinische Untersuchungen. Leistungsdiagnostik sowie Beratung und Betreuung einschließlich einer medizinischen Behandlung im Sinne von Regeneration und Rehabilitation sind ebenso Bestandteil einer umfassenden sportärztlichen Versorgung der Athleten im Hochleistungssport.

Der sportmedizinischen Betreuung kommt im Kampf gegen Doping eine besondere Verantwortung zu. Ärztinnen und Ärzte sind in der Untersuchung und Betreuung von Leistungssportlerinnen und -sportlern wichtige Vertrauenspersonen. Sie stehen für eine umfassende sportmedizinische Versorgung zur Gesunderhaltung der Aktiven, ohne dass diese zu unerlaubten Wirkstoffen und Methoden zur Leistungsmanipulation greifen. Der Deutsche Olympische Sportbund legt aus diesem Grund besondere Maßstäbe an Ärztinnen und Ärzte im Einsatz der Verbände, Olympiastützpunkte, Untersuchungszentren und Olympiamannschaften an.

Lizenzierungsverfahren der sportmedizinischen Untersuchungszentren des DOSB

Der DOSB empfiehlt allen Bundeskaderathleten, einmal im Jahr eine sportmedizinische Gesundheitsuntersuchung an seinen lizenzierten Untersuchungszentren (UZ) durchzuführen und hat diese zur Nominierungsvoraussetzung für Olympische Spiele, Olympische Jugendspiele (YOG) und Europäische Olympische Jugendfestival (EYOF) gemacht. Diese Grunduntersuchungen der Bundeskaderathleten/innen werden vom DOSB finanziert und die UZ können ihre Leistungen beim DOSB abrechnen.

Lizenzierung der Untersuchungszentren

Die sportmedizinischen UZ werden vom Deutschen Olympischen Sportbund/Geschäftsbereich Leistungssport für die Untersuchung von Bundeskaderathleten nach vorhergehender Evaluation für einen Zeitraum von maximal vier Jahren lizenziert.

Die Evaluation erfolgt im vierjährigen Turnus, der sich an den olympischen Zyklen orientiert. Dabei werden insbesondere die strukturellen, personellen und medizinisch-apparativen Voraussetzungen überprüft. Wegen des hohen apparativen und personellen Aufwandes und wegen der erforderlichen Genauigkeit und Verlässlichkeit der Untersuchungen sollen die sportmedizinischen Untersuchungszentren und -stellen stets der Kontrolle einer wissenschaftlichen Einrichtung unterstellt sein.

Daneben ist die sportmedizinische Kompetenz der Einrichtung durch die Tätigkeit für Verbände und Olympiastützpunkte nachzuweisen. Eine Mindestanzahl von 30 sportmedizinischen Gesundheitsuntersuchungen (A-, B-, C-Kader) pro Jahr ist nachzuweisen.

Alle Untersuchungszentren müssen zudem darstellen, wie sie Verstöße gegen die geltenden Dopingbestimmungen verhindern wollen. Die Leiter/innen der Untersuchungszentren sind aufgefordert, die Ehren- und Verpflichtungserklärung des DOSB im Kampf gegen Doping abzugeben.

Der Deutsche Behindertensportverband nutzt die vom DOSB lizenzierten Untersuchungszentren für seine sportmedizinischen Untersuchungen gleichermaßen. Aus diesem Grund werden bei der Evaluierung auch die Möglichkeiten zur Untersuchung von behinderten Sportlerinnen und Sportlern abgefragt.

Die Abrechnung der Kosten für die sportmedizinischen Gesundheitsuntersuchungen von Bundeskaderathletinnen/ -athleten sowie evtl. einer gleichzeitig durchgeführten leistungsphysiologischen Untersuchung erfolgt über ein vom Deutschen Olympischen Sportbund/Geschäftsbereich Leistungssport treuhänderisch verwaltetes Projekt des Bundesministeriums des Innern entsprechend der geltenden Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ – einfacher Satz).

Die Abrechnung erfolgt über die Onlineanwendung des DOSB. Mit der Datenbank beim DOSB existiert ein geeignetes technisches Hilfsmittel zur Erfassung von Kadersportlerinnen und -sportlern aus olympischen und paralympischen Sportarten sowie zur Abrechnung der sportmedizinischen Leistungen.

Zur Kommunikation mit anderen an den UZ eingesetzten Datenbanken wurde eine Importschnittstelle entwickelt. Die Anwendung wird kontinuierlich an die Modifikationen in den ärztlichen Untersuchungsbögen angepasst.

Der DOSB weist auf die Möglichkeit hin, dass lizenzierte Untersuchungszentren mit weiteren Einrichtungen Kooperationen, z. B. für die Durchführung der orthopädischen Untersuchungen, schließen können. Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der Untersuchung und die Abrechnung verbleiben in diesem Fall bei der Leitung des lizenzierten Untersuchungszentrums.

Nach den Richtlinien der Bundesärztekammer ist einmal pro Quartal vom jeweiligen UZ eine externe Qualitätssicherung (Ringversuch) der Laborwerte erforderlich und beim DOSB vorzulegen.

Mit dem Ziel, alle am Training beteiligten Personen zu informieren, übergibt das Untersuchungszentrum die Ergebnisse der Gesundheitsuntersuchungen sowie auch die umfassenden leistungsphysiologischen Untersuchungen der/dem Aktiven (und damit auch den medizinischen Betreuern im täglichen Training bzw. dem/der Heimtrainer/-trainerin), dem/der Bundestrainer/in und dem/der Verbandsarzt/-ärztin.

Den Antrag für den Lizenzierungszeitraum vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2020 können interessierte Einrichtungen bis zum 31. Juli 2016 per Mail beim DOSB einreichen (franke(at)dosb.de). Fristgerecht eingegangene Anträge werden von der Medizinischen Kommission des DOSB bewertet. Auf der Basis dieser Bewertung entscheidet der Vorstand des DOSB über die Lizenzierung. Die Verleihung der Lizenzen erfolgt im Rahmen der DOSB-Tagung „Sportmedizin im Spitzensport“ am 25. November 2016 in Frankfurt am Main.

Download
Initiates file downloadAntrag auf Lizenzierung als sportmedizinisches Untersuchungszentrum des DOSB

Initiates file downloadEhren- und Verpflichtungserklärung

Einmal im Jahr zur Grunduntersuchung

Die jährlich durchzuführenden sportmedizinischen Gesundheitsuntersuchungen dienen in erster Linie dem Ziel:

  • Feststellung der Eignung und Erhaltung der Gesundheit im Sinne einer allgemeinen und insbesondere sportartspezifischen Gesundheitsfürsorge
  • Feststellung der Belastbarkeit durch eine unspezifische Ergometrie inkl. EKG-Ableitung
  • Erhaltung der Leistungsfähigkeit durch frühzeitiges Erkennen und Behandlung sowohl von Funktionsstörungen und Anomalien als auch akuter Sportverletzungen und beginnender Sportschäden
  • Abwendung bleibender Sportschäden

Die sportmedizinischen Gesundheitsuntersuchungen der Bundeskaderathleten werden grundsätzlich in einem Sportmedizinischen Untersuchungszentrum (UZ) durchgeführt.

In Training und Wettkampf gut versorgt

Neben den Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen der Kadermitglieder stellt die medizinische Akutversorgung der Aktiven in Training und Wettkampf die zweite wichtige Säule der sportmedizinischen Betreuung deutscher Hochleistungssportler dar. Die sportlichen Leistungen bei EM, WM oder anderen internationalen Sportveranstaltungen benötigen genauso wie bei Olympischen Spielen eine umfassende sportmedizinische Betreuung und sind häufig sogar zwingende Voraussetzung für die Qualifikation zur Teilnahme an Olympischen Spielen. Das Training stellt die notwendige Vorbereitung auf diese Wettkämpfe dar. Gesundheitliche Beeinträchtigungen im Training oder krankheitsbedingte Trainingsausfälle gefährden die sportlichen Leistungen beim Zielwettkampf, so dass auch in dieser Phase eine sportmedizinische Betreuung unbedingt notwendig ist. Die sportmedizinische Betreuung erfolgt im Regelfall durch die Verbandsärzte und Olympiastützpunkte.

Ärzte im Einsatz versichert

Der DOSB gewährleistet für Ärzte/innen im Einsatz von Verbänden eine Berufshaftpflichtversicherung im In- und Ausland ohne Subsidiarität. Versichert sind approbierte Ärzte/innen sowie Physiotherapeuten/innen, die im Rahmen von DOSB-geförderten Maßnahmen offiziell durch die jeweiligen Spitzenfachverbände beauftragt und bei Sportveranstaltungen im In- und Ausland eingesetzt werden. Die Verbände melden jeweils zum Stichtag 31. März eines jeden Jahres die aktuell eingesetzten Ärzte/innen und Physiotherapeuten/innen.

Register zu plötzlichen Todesfällen beim Sport

Das Register zu plötzlichen Todesfällen beim Sport ist eine datengeschützte Online-Datenbank unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und geführt vom Institut für Sport- und Präventivmedizin Saarbrücken, in der plötzliche Todesfälle in zeitlichem Zusammenhang mit sportlicher Aktivität (während oder bis zu einer Stunde nach sportlicher Betätigung) in Deutschland prospektiv seit April 2012 erfasst werden (www.scd-deutschland.de). Dabei werden sowohl Todesfälle von Wettkampf-, als auch von Freizeitsportlern aufgenommen.

Ziel dieses Registers (SCD-Deutschland) ist es, die tatsächliche Größenordnung plötzlicher Todesfälle beim Sport und deren Ursachen möglichst genau zu erfassen. So können bestehende Screening- und Präventionsmaßnahmen verbessert bzw. ergänzt werden, um eine Abnahme tragischer Einzelfälle zu erreichen. Des Weiteren sollen im Verlauf durch internationale Vergleiche mögliche‚ bevölkerungsspezifische Ursachen plötzlicher Herztodesfälle identifiziert werden.

Einen plötzlichen Todesfall können Sie Opens external link in new windowhier melden.

Infektionen und Leistungssport

Infektionen erfordern im Leistungssport häufig eine Trainingspause. Diese Pause kann evtl. durch einen achtsamen Umgang im Vorfeld vermieden werden. Die Homepage www.infektionen-und-leistungssport.de ist ein Service für alle im Leistungssport tätigen Ärzte, ggf. Physiotherapeuten und Sportler.

Auf dieser Webseite finden Sie eine aktuelle Aufarbeitung epidemiologischer und sonstiger relevanter Informationen zur internationalen Infektsituation im Hinblick auf eine

Risikominimierung für leistungssportlich Aktive. Bei der Aufarbeitung werden ebenfalls die situativen und sonstige praxisrelevante Aspekte berücksichtigt.

Ziel ist es, zuverlässige Informationen zu liefern, die die Planungen im Vorfeld von Auslandsaufenthalten erleichtern. Dazu gehören z.B. vorbeugende Impfungen, sichere Verhaltensweisen und hygienische Maßnahmen.

 
 

Olympia Partner

Sport für Alle Partner

Olympia Partner

Sport für Alle Partner